Inselhüpfen auf den Äusseren Hebriden – Teil 1 von Barra bis Berneray

Die Äusseren Hebriden sind eine 200 km lange Inselkette im Westen Schottlands. Ungefähr 60 km vom schottischen Festland entfernt sind sie ungeschützt den Winden des Atlantik ausgesetzt. Winterstürme sind keine Seltenheit, aber auch im April haben wir sehr windige Zeiten erlebt. Zivilisationsmüde, strandverliebte Reisende kommen hier voll auf ihre Kosten. Bei unserem Inselhüpfen auf den Äusseren Hebriden haben wir Barra und Vatersay, Eriskay, South Uist, Benbecula, North Uist, Berneray, Harris und Lewis und Great Bernera besucht. Zur Inselkette zählen aber ungefähr 100 Inseln, von denen viele unbewohnt sind.

Barra, auf der Ringstrasse der Insel zeigt, Felsen, Moorboden, Sandstrand, Berge, türkisfarbenes Wasser und ein Haus mit rotem Dach. Das Bild ist so typisch für diese Insel der Äusseren Hebriden.
Auf der Ringstrasse von Barra

Finde heraus, welche Sehenswürdigkeiten dich auf den Inseln der Äusseren Hebriden erwarten. Ganz sicher, wird sich eine Insel in dein Herz schleichen und dann weisst du, wie du dein Inselhüpfen auf den Äusseren Hebriden mit einem Schottland Urlaub planen kannst.

Anreise zu den Äusseren Hebriden

Die Inseln sind nicht ganz einfach zu erreichen. Am besten, du nimmst eine Fähre, um zu einer der Inseln der Äusseren Hebriden zu fahren. Fähren fahren von Oban, Uig und Ullapool. Je nachdem auf welcher Insel du dein Inselhüpfen auf den Äusseren Hebriden beginnen willst, wirst du den passenden Fährhafen wählen. Ab Ullapool geht es zur Hauptstadt der Äusseren Hebriden, nach Stornoway zur Isle of Lewis. Von Uig auf der Isle of Skye, die zu den Inneren Hebriden gehört, fahren Fähren nach Lochmaddy auf North Uist und nach Tarbert auf der Isle of Harris.

Tipp: Um auf den Inseln der Äusseren Hebriden mobil zu sein, solltest du ein Fahrzeug mitbringen.

Wir starten unser Inselhüpfen zu den Äusseren Hebriden in Oban und fahren mit der Fähre nach Castlebay auf die Insel Barra. Alternativ könnte man von Oban auch auf die Insel South Uist fahren. Zwischen den Inseln gibt es Fährverbindungen oder Dämme. Flughäfen, die von kleinen Hüpfern angeflogen werden, gibt es auf Barra, Benbecula und Lewis. Da das Wetter so weit draussen im Atlantik sehr rau sein kann, ist der Flugplan nicht in Stein gemeisselt.

Die Inseln der Äusseren Hebriden

Inselhüpfen auf den Äusseren Hebriden ist so etwas wie Schottland für Fortgeschrittene. Sei dir bewusst, die Äusseren Hebriden sind anders als der Rest von Schottland. Nicht nur, dass Eiszeitgletscher die Felsen abgeschliffen haben. Hier findest du Strände so traumhaft, dass du nicht glauben würdest in Schottland zu sein. Meer, Sandstrände, Machair Landschaften, Moore und Lochs und Hügel, jede der hier vorgestellten Inseln hat die gleichen Zutaten und ist doch einzigartig. Bei Sonnenschein ist das Inselabenteuer der Inbegriff eines Traums, bei längeren Schlechtwetterperioden besteht die Gefahr einer Depression.

Die Wolken hängen tief, nach dem Hagelsturm ist es wenigstens etwas hell in der hügeligen Landschaft auf North Uist:
In moorigen Gegenden schlägt schlechtes Wetter eher aufs Gemüt, weil dann alles grau in grau ist.

Und die Uhren ticken hier am Ende der Welt, auf diesem Vorposten der Zivilisation anders. Die Lieferung aller Alltagsgegenstände per Schiff macht vieles teuer. Die Bauweise, die den Winterstürmen trotzt, tut ein übriges. Ein Supermarkt steht nicht an jeder Ecke und die wenigen Restaurants warten auch nicht unbedingt darauf, dass ein Reisender hereinschneit. Deshalb musst du dein Abenteuer Inselhüpfen auf den Äusseren Hebriden frühzeitig planen. Das bedeutet, reserviere deine Übernachtungen rechtzeitig vorab. In der Hauptsaison ist es auch von Vorteil, wenn du dein Fährticket vorab buchst. Solltest du nicht selbst kochen können, musst du dich auch spätestens am Vortag um einen Platz im Pub oder Restaurant kümmern.

Indem wir mit der Fähre nach Barra fahren, beginnt unser Abenteuer Inselhüpfen auf den Äusseren Hebriden. Wie immer gilt: Lass dich inspirieren und mach dir selbst ein Bild!

Barra – Ein Strand als Flughafen

Im Süden der Äusseren Hebriden liegt die überschaubare Insel Barra. Einem Ort am nächsten kommt Castlebay, wo die Fähren anlegen. Wie der Ort Castlebay zu seinem Namen kam, sieht jeder, der über das Wasser anreist.

Blick auf das namensgebende Schloss des Ortes Castlebay auf der Isle of Barra. Dabei handelt es sich um eine kleine Festung mit einem Turm im Meer auf einer kleinen Felseninsel wenige Meter vom Ort entfernt.
Kisimul Castle in Castlebay

Hier in Castlebay findet man auf der Fläche verteilt vom Supermarkt, Pub, Arzt und Kirche die wichtige Infrastruktur. Castlebay hat den einzigen Supermarkt auf der Insel, aber das Angebot ist erstaunlich umfangreich.

Das ist Castlebay auf der Insel Barra, der sechstgrössten Insel der Äusseren Hebriden, mit dem grossen Fähranleger und wild in die Landschaft gewürfelten Häusern, die sich in den Windschatten der Hügelkette ducken.
Der Ort Castlebay, im Hintergrund erhebt sich der Heabhal, der höchste Berg auf Barra.

Die Insel Barra hat eine Ringstrasse, die in beiden Richtungen befahren werden kann und dich zu vielen schönen Sandstränden bringt. Suchst du eine Sehenswürdigkeit auf dieser Insel der Äusseren Hebriden, so kommt der Flughafen einer Sehenswürdigkeit am nächsten.

Er liegt im Norden der zu Barra gehörenden Halbinsel Eoligarry auf der Ostseite. Du musst also die Ringstrasse verlassen. Wenn du nicht gerade eingeflogen bist, solltest du unbedingt einen Start am Strand beobachten. Voraussetzung, dass gestartet oder gelandet werden kann, ist Ebbe, denn der Strand wird zweimal am Tag zur Piste.

Die Halbinsel ist hier so schmal, dass man ganz schnell zu Fuss auf der Westseite ist. Da der Abflug sich wegen Wetterkapriolen verspätet, erkunden wir kurz die andere Seite. Allerdings ist es sehr stürmisch und dann naht das Unwetter auch schon, weshalb der Flug sich verzögerte.

Weisser Sandstrand, ein Meer welches anfänglich noch türkisgrün leuchtet, weisse Schaumkämme auf den Wellen und dahinter kommt die schwarze Unwetterfront - so dramatisch schön sieht das Unwetter auf der Isle of Barra aus.
Wir schaffen es rechtzeitig zurück zum Auto und sitzen dort das heftige, aber kurze Unwetter aus.

Der Wind pustet noch ordentlich, obwohl das Unwetter gerade vorbeigezogen ist. Die Passagiere steigen schnell in die kleine Maschine und schon beschleunigt die Maschine in Richtung Wasser.

Die weiss-blaue Maschine ist bereit zum Start auf der Isle of Barra.
Startklar

Rechtzeitig bevor die Räder im Wasser sind, hebt sie ab und fliegt nach einem Halbkreis über dem Tower davon.

Schnell rollt das Flugzeug dem Wasser auf dieser besonderen Sandpiste entgegen.
Wahrscheinlich ist die Maschine nach Glasgow unterwegs

Tipp: Folgst du der Strasse am Flughafen ans Ende der Halbinsel Eoligarry findest du bei Ebbe wunderschöne, einsame Sandstrände, aber Einsamkeit ist im April auf Barra kein Problem.

Weisser Sandstrand unterbrochen von felsigen Abschnitten, die Hügel anderer Inseln im Hintergrund und das grünlich leuchtende Meer, welches sich weit zurückgezogen hat, das ist der Strand am Ende der zur Isle of Barra gehörenden Halbinsel Eoligarry.
Nur der Wind und wir. Den Blick in die Ferne gerichtet, so möchten wir bis ans Ende der Welt laufen.

Vatersay – die kleine Schwester von Barra

Seit Anfang der 90er Jahre ist das Inselhüpfen von Barra auf Vatersay, den beiden südlichsten Inseln der Äusseren Hebriden, leicht, denn seitdem sind die beiden Inseln durch einen Damm verbunden. Vatersay ist eine dünn besiedelte Insel, die lange Zeit im Privatbesitz war. Jeder, der etwas Zeit auf Barra verbringt, wird einen Abstecher nach Vatersay machen. Auch wir schauen kurz, was die Insel so zu bieten hat.

Ein Schaf mit zwei Lämmern steht vor dem türkisgrünem Meer. Willkommen in Vatersay.
Schafe finden wir nicht nur auf Vatersay, aber selten so schön in der Landschaft platziert.

Es gibt ein Denkmal, welches an einen Flugzeug-Absturz erinnert. Daran fahren wir allerdings vorbei und gehen lieber unweit des Startpunkts für den Hebridean Way ans Meer.

Ein abgerundeter Felsen, im Windschatten zwei leuchtend weisse Häuser und die Meeresbucht mit dem schönen Sandstrand, so sieht also die südlichste der noch bewohnten Äusseren Hebriden  Inseln aus.
Der Startpunkt für den Weitwanderweg liegt in unserem Rücken.

Der Hebridean Way endet nach 12 Tagesetappen oder 253 km Wanderweg in Stornoway auf der Insel Lewis. So wie wir die äusseren Hebriden im Frühjahr kennengelernt haben, dürften die grössten Herausforderungen Wind und Wetter sein.

Tipp: Solltest du nicht von Wind und Wetter ermüdet sein, empfehlen wir dir eine Wanderung auf den 190 m hohen Berg Heisebhal auf der Insel. Von oben kannst du ein schönes Foto schiessen, auf dem du die beiden nur 600 m auseinander liegenden Strände auf einem Bild vereinst.

Eriskay – Geschichten und Ponies

Eriskay ist bekannt für das, was an seinen Ufern angekommen ist und für die letzten Urpferde Schottlands. Eine Fähre bringt dich von der Insel Barra nach Eriskay.

Durch eine Mole ist der Hafen von Eriskay geschützt vor Winden. Die Fähre läuft gerade wieder aus. Inselhopping auf den Äusseren Hebriden
Blick auf den Fähranleger

Geschichten, die Geschichte schrieben

Die kleine Insel der Äusseren Hebriden glänzt mehr mit Geschichten, die Geschichte schreiben, als mit Sehenswürdigkeiten im eigentlichen Sinn.

Wenn du Zeit hast, kannst du der Prince’s Bay neben dem Hafen einen Besuch abstatten. Ein schöner Strand erwartet dich, der wirklich historisch bedeutsam ist. An diesem Strand betrat nämlich Bonnie Prince Charlie das erste Mal schottischen Boden, um seinen Anspruch auf die Krone zu untermauern. Wie es mit dem Jakobiter Aufstand ausging, weiss seit Outlander wahrscheinlich auch jeder Noch-nicht-Schottland-Fan. Wir jedoch überspringen den Strand und folgen der Strasse weiter in Richtung South Uist.

Jörg hätte zwar schon Lust auf einen Abstecher zum einzigen Pub auf Eriskay gehabt, allein um die berühmten Whiskyflaschen im Politician zu sehen, aber dafür ist es noch etwas früh am Tag. Dies ist eine weitere Geschichte, für die Eriskay berühmt wurde. Das Frachtschiff SS Politician lief hier 1941, im Sturm vom Kurs abgekommen, auf Grund. Seine Ladung waren 260.000 unverzollte Flaschen Whisky für den Markt in Übersee.

Die Inselbewohner retteten zuerst die Mannschaft und machten sich anschliessend an die Bergung der wertvollen Fracht. Der örtliche Zollbeamte führte nicht nur Razzien durch, um der Fracht habhaft zu werden, er veranlasste sogar die Sprengung des Schiffs, um zu verhindern, dass die Bewohner sich weiterhin mit unverzolltem Whisky versorgen konnten. Das Meer nimmt und das Meer gibt, manchmal sollen noch Whiskyflaschen angespült werden.

Die schottischen Urpferde

Wir hoffen jedoch darauf, den besonderen Eriskay Ponies zu begegnen, die teilweise frei auf Eriskay herumlaufen. Sie sind die Überbleibsel der ursprünglichen Pferde der westlichen Inseln, wie die Äusseren Hebriden auch genannt werden. Die abgeschiedene Lage von Eriskay hat über die Jahrhunderte für ihren Erhalt gesorgt.

Ohne die Ponies wäre das Leben nicht möglich gewesen. Sie brachten die Kinder zur Schule, trugen Seetang für die Düngung der Felder oder Torf zum Heizen. Mit Einzug des modernen Lebens wurden sie immer weniger benötigt. Und irgendwann waren nur noch wenig reinrassige Eriskay Ponies übrig. Als es schon fast zu spät war, begann man sich um den Erhalt der bedrohten Rasse zu kümmern. Als erstes sehen wir die Ponies aus der Ferne.

5 Ponies stehen auf einer Weide direkt am Meer. Im Hintergrund sind Häuser auf Eriskay und South Uist zu sehen.
Dies sind alles erwachsene Tiere auf der Weide.

Die Eriskay Ponies wechseln erst im Alter von 4 bis 6 Jahren ihre Fellfarbe von braun auf weiss-grau. Es wird gemunkelt, dass schon die Wikinger Ponies von Eriskay mit nach Hause nahmen. Insofern dürfte ein wenig Eriskay Pony auch in den Islandpferden enthalten sein. Es sind freundliche, robuste Arbeitstiere. Wir treffen sie wenig später ganz nah neben der Strasse.

Zwei Eriskay Ponies stehen neben der Strasse im Gras. Eins schaut zu uns, während das andere weiter frisst. Auf den Äusseren Hebriden findet man sie auf Eriskay und auf South Uist.
Zwei jugendliche Eriskay Ponies

Tipp: Solltest du den Ponies auf Eriskay nicht begegnen, hast du auf South Uist eine weitere Chance, denn inzwischen leben dort mehr dieser schottischen Urpferde als auf Eriskay.

Eriskay hat man schnell durchquert. Die Insel ist durch einen Damm mit South Uist verbunden. So merkt man kaum, dass man von einer Insel der Äusseren Hebriden zur nächsten hüpft.

Die höheren Hügel gehören zu South Uist. Die Sonne setzt das Ende der Isle of Eriskay mit den verstreuten Häusern in Szene.
Eriskay und South Uist sind über einen Damm verbunden

South Uist – endlose Sandstrände, Machair Landschaften und Geschichte

Obwohl eben noch die Sonne schien, kommen wir auf dem Weg zum Polochar Inn, wo ein Standing Stone am Meer steht, in einen solchen Hagelschauer, dass wir diese Sehenswürdigkeit auf der Äusseren Hebriden Insel auslassen.

Hagelkörner sausen in South Uist auf den Boden, Strand, Felder, Häuser, alles wird undeutlich im Hagelsturm.
Zu ungemütlich, um den nur 1.70 m hohen Stein zu besuchen.

Kurze Zeit später folgen wir einer Seitenstrasse in Richtung Meer zu einem Picknickplatz. Hier befinden wir uns mitten in einer Machair Landschaft. Das sind fruchtbare Böden, die aus Muschelkalk und Torf bestehen und sich durch eine artenreiche Flora und Fauna auszeichnen. Diese Böden dienen als Acker- und Weideland.

Vom Picknickplatz schauen wir zurück. Eine weitere dramatische Wolke, von der wir nicht wissen, ob sie kommt oder geht, türmt sich am Himmel über South Uist.
In dieser Wolke steckt wohl der nächste Hagelschauer.

Die Machair Landschaften grenzen direkt an das Meer. An den scheinbar endlosen Sandstränden könnten wir ewig entlang laufen und uns durchpusten lassen. Zumindest eine Stunde gönnen wir uns das Vergnügen, dann geht es auch schon weiter.

Das türkisblaue Meer, unglaubliche Wolkenformationen, Wind, der durch das Dünengras weht, ein Sandstrand soweit das Auge reicht und Berge im Hintergrund - hier ist South Uist wirklich schön.
Das Aprilwetter wechselt häufig.

Sehenswürdigkeiten auf der Äusseren Hebriden Insel South Uist

South Uist hat nicht nur wunderschöne Natur und strohgedeckte Häuser zu bieten. Nein, hier kann man auch tief in die Vergangenheit der Insel und ihre Besiedlung eintauchen. Es gibt aber auch Modernes zu bewundern. Architektur Interessierte sollten sich die moderne Kirche Our Lady of Sorrows nicht entgehen lassen. Sie steht auffällig neben der Strasse und sieht von jeder Seite anders aus.

Diese Kirche ist ein imposantes Gebäude, welches von jeder Seite anders aussieht und in der Landschaft der Äusseren Hebriden vollkommen fehl am Platz wirkt.
Our Lady of Sorrows

Durch ein Dorf aus der Bronzezeit kann man in Cladh Hallan wandern. Diese archäologische Ausgrabungsstätte ist jederzeit frei zugänglich. Ein Sturm legte drei Häuser des unter Sand begrabenen Dorfs frei. Drei Tafeln erklären, wie das Dorfleben in der Bronzezeit wohl aussah. Man vermutet, dass das Dorf aus sechs bis sieben Häusern bestand, aber noch ist längst nicht alles ausgegraben.

Bisher ist nur ein Teil des Dorfes auf South Uist freigelegt. Zu sehen sind runde Steinmauern im Machair. Sehenswürdigkeit beim Inselhüpfen auf den Äusseren Hebriden
In Cladh Hallan wurden Mumien gefunden, die aus mehreren Menschen unterschiedlicher Jahrhunderte zusammengesetzt waren.

Frankensteins Mumien sind allerdings nicht mehr da. Forscher vermuten, dass sie die Funktion eines Grundbuchs in der Bronzezeit hatten und mit den Ahnennachweisen und ihren Verbindungen Landansprüche abgesichert wurden.

Das Kildonan Museum dagegen beschäftigt sich mit Leben und Handwerk der etwas neueren Zeit auf South Uist. Das Museum kann man nicht verpassen, denn ein grosses Schiff, welches vor dem Museum steht, ist gut von der Strasse aus sichtbar. Zwei Exponate sind besonders interessant: ein Hochzeitsstein, durch welchen man sich die Hände als Zeichen eines Eheversprechens reichte und der gestohlene und Jahre später wiederentdeckte Clanrandald Stone. Fotografieren ist jedoch verboten. Das Café am Museum macht nicht nur leckere Kuchen, sondern auch gute Suppen.

Ein altes Holzschiff steht am Strassenabzweig zum Kildonan Museum auf South Uist.
Hier geht es zum Museum

Und schon führt der Weg über die Insel mit einem kurzen Abstecher von der Hauptstrasse zu einem Flora MacDonald Gedenkstein. Ob sie hier auf South Uist oder doch eher auf Benbecula geboren wurde, ist nicht so ganz klar. Auf Benbecula wuchs sie auf. Als Fluchthelferin von Bonnie Prince Charlie wurde sie jedoch zur Heldin der Highlands. Ihre Lebensgeschichte ist mehr als bemerkenswert. Das kann man vom Gedenkstein nicht gerade behaupten.

Der Flora MacDonald Gedenkstein auf South Uist ist eine von niedrigen Mauern umgebene schlichte quadratische Säule mit einem lang gezogenen Dach. Die Inschrift ist verwittert.
Flora MacDonald Gedenkstein

Auf dem Weg nach Howmor fahren wir zwar den Schlenker über Ormacleit Castle, aber die Geschichte zur Ruine ist besser als die Ruine, die einst ein Herrenhaus war und einen Clanchef beherbergt hat.

In Tobha Mòr oder Howmor findet man die Überreste frühchristlicher Kirchen und Kapellen. Die ältesten Reste stammen aus dem 13. Jahrhundert.

In diesem Stück Mauer der Ruinen von Howmor auf South Uist erkennt man noch sehr schön die beiden Fensterbögen.
Aus der Ferne sehen die Ruinen und Grabkreuze nicht so spannend aus, aber aus der Nähe betrachtet, erkennt man viele Details

Bevor wir unser Inselhopping auf den Äusseren Hebriden fortsetzen und nach Benbecula hüpfen, gibt es noch eine Sehenswürdigkeit zu besuchen. Our Lady of the Isles ist eine 9 m hohe Statue von Maria. Sie wurde im Kampf gegen den Bau einer Raketenbasis auf South Uist auf einem kleinen Hügel errichtet. Der Protest der Bevölkerung mit göttlichem Beistand hat den Bau verhindern können. Von hier oben geniesst man einen wunderbaren Blick über Loch Bi.

Our Lady of the Isles in South Uist blickt in Richtung der geplanten Raketenbasis. Sehenswürdigkeit beim Inselhopping auf den Äusseren Hebriden
Our Lady of the Isles
Loch Bi ist ein zweigeteilter grosser See mit vielen Verzweigungen in unmittelbarer Nähe des Meeres.
Blick über Loch Bi

Benbecula – eine Insel der Äusseren Hebriden ohne Sehenswürdigkeiten

Nachdem es auf South Uist so viel zu sehen gab und wir schon recht spät dran sind, ist Benbecula für uns nur eine weitere Insel beim Inselhüpfen auf den Äusseren Hebriden, die wir über einen Damm erreichen und auch wieder verlassen. Wir überqueren sie ohne weitere Schlenker, da wir zur Schlüsselübergabe für unser gemietetes Haus auf North Uist eilen müssen.

Soweit ich weiss, gibt es ausser ein paar schönen Stränden auch keine besonderen Sehenswürdigkeiten auf Benbecula. Ihre Bedeutung liegt im Flughafen. Ausserdem hat die britische Armee hier einen Stützpunkt. Ich erwähne die Insel nur der Vollständigkeit halber.

North Uist – Vögel, Wasser, Moore und ein Steinkreis

Farbenfrohe Unwetter am Meer

Keine Sehenswürdigkeit im klassischen Sinn, aber eine Attraktion wegen der viele Besucher diese Insel auf den Äusseren Hebriden besuchen, ist das Balranald Naturschutzgebiet auf North Uist, in dem seltene Vögel zu beobachten sind.

Wir wohnen direkt mit Blick auf die Bucht, welche zum Balranald Naturschutzgebiet gehört. Beim ersten Versuch, das Naturschutzgebiet zu erkunden, erreichen wir gerade das Ende der Bucht, als überraschend ein Wolkenbruch auf uns niedergeht. Der Regen fühlt sich wie kleine Nadeln auf der Haut an. Bis wir zurück im Haus sind, sind wir komplett durchweicht und ich bin froh, dass wir einen Wäschetrockner haben. Beim zweiten Versuch fahren wir mit dem Auto zum Visitor Center, aber es dauert nicht lange bis ein weiterer Hagelschauer auf uns niedergeht.

Eine dunkle Wand rast auf uns zu, aus der es herab regnet. Das flache Wasser des Meeres leuchtet türkis. Das Wetter im Balranald Naturschutzgebiet auf North Uist meint es nicht gut mit uns.
Dieses kurze Unwetter bringt viel Hagel. Dieses Mal erreichen wir aber rechtzeitig das Auto.
Die Landschaft ist weiss gesprenkelt, der Himmel weniger bedrohlich und das Meer erinnert an einen Aquamarin. Die Farben erinnern an einen kalten Wintertag. Das Wetter auf North Uist ist uns nicht wirklich wohlgesonnen.
Kaum ist der Hagelschauer vorbei sind die ersten kleinen Vögel schon wieder dabei, am Strand nach Nahrung zu suchen.

Den Wachtelkönig (auch Corncrake oder Crex Crex genannt), der hier brütet, den bekommen wir bei unserem Aufenthalt in North Uist nicht zu Gesicht. Dafür begegnet uns eine Sumpfohreule. Die Insel ist durch eine Ringstrasse erschlossen. Eine kleine Strasse zerschneidet North Uist und schafft eine kürzere Nord-Süd-Verbindung.

Die einspurige Strasse führt über einen Hügel. Fährt man diese von Süd nach Nord (North Uist), kann man den Blick über die Heidelandschaft und das Meer geniessen.
Schon wegen dieses Blickes sollte man diese kleine Strasse einmal von Süd nach Nord fahren.

Und hier in diesem Heidekrautgebiet begegnet uns die Sumpfohreule, die auf North Uist gar nicht so selten sein soll.

Die Sumpohreule auf North Uist im Flug.
Leider hatte es die Eule eilig und wollte nicht warten, bis ich das Tele montiert hatte.

Traumstrände befinden sich rund um Malacleit. Das Meer, feinster Sandstrand und auf den Machair Landschaften die Schafe mit ihren Lämmern. April auf den Äusseren Hebriden kann so schön sein, auch wenn schon das nächste Unwetter über uns hereinbricht.

Der Regen peitscht sich aus einer dunklen Wolke über das türkisgrüne Wasser.
So schön können Unwetter sein, vor allem, wenn man das schützende Auto rechtzeitig erreicht.

Das war nicht das letzte Unwetter an diesem Tag auf North Uist. Auf der Ringstrasse fahren wir zurück und halten noch kurz an der Strasse, um ein Bild vom Scolpaig Tower zu machen. Er befindet sich auf Privatgelände, aber obwohl wir auf der Strasse stehen, kommt ein ärgerlicher Mensch aus dem Tor auf uns zu gerannt und verscheucht uns sehr unfreundlich.

Malerisch liegt der Scolpaig Tower auf North Uist auf einer kleinen Insel in einem See. Im Hintergrund ist das Meer zu sehen. Sehenswürdigkeit beim Inselhüpfen auf den Äusseren Hebriden
Der Turm wurde inmitten einer Hungersnot als Arbeitsbeschaffungsmassnahme erbaut, damit die Bauern etwas Geld verdienen konnten.

Rundwanderung mit Hügelgrab und Steinkreis auf North Uist

Diese Insel der Äusseren Hebriden wartet noch mit zwei richtigen Sehenswürdigkeiten auf, die man bequem auf einer Rundwanderung erkunden kann. Das Hügelgrab Barpa Langais liegt an der A867 nach Lochmaddy. Es gehört mit zu den am besten erhaltenen Hügelgräbern. Forscher sind sich sicher, dass das Klima zu der Zeit als das Grab vor 5.000 Jahren entstand, viel angenehmer auf den Äusseren Hebriden war und diese von grossen Waldlandschaften bedeckt waren.

Das Langgrab Barpa Lagais auf North Uist sieht aus wie ein Steinhaufen mitten im Heidekraut auf einem Hügel. Sehenswürdigkeit auf den Äusseren Hebriden
Der Steinhaufen hat einen Durchmesser von 25 m und eine Höhe von 4 m. Die Grabkammer im Inneren war oval und durch einen Kriechgang erreichbar.

Die Wanderung beginnt am Parkplatz mit den Axtskulpturen. Der Weg führt durch ein Tor und dann aufwärts. Vor dem Hügelgrab teilt sich der Weg, führt aber oben wieder zusammen. Die Aussicht von hier ist gigantisch, einzig der Wind ist einmal mehr sehr unangenehm.

Nichts als Weite, ein paar Hügel im Hintergrund, Seen durchbrochen von Flächen mit dunklem Heidekraut.
Einsamkeit pur

Weiter geht es immer aufwärts. Wir lassen das Hügelgrab hinter. Der Weg ist jetzt durch Holzpfosten markiert. Oben markiert ein Betonstein den Gipfel. Das 360° Panorama ist einzigartig. Hier sind nur wir, der Wind und die Weite.

Blick zurück auf das Hügelgrab von North Uist, welches von hier oben unscheinbar wirkt.
Blick zurück vom Gipfel

Nach dem Gipfel musst du dich rechts halten, wenn du zum Steinkreis laufen möchtest. Bald beginnt der Abstieg zur Langass Lodge. Er führt an Pobull Fhinn (Finn’s People) vorbei, dem einzigen Steinkreis auf North Uist. Bei guter Sicht sieht man ihn schon von weitem.

Der Steinkreis Pobull Fhinn ist nicht im eigentlichen Sinn ein Kreis. 8 unterschiedlich grosse Steine sind aus der Ferne im dunklen Heidekraut zu erkennen. Der Ausblick über North Uist ist traumhaft. Sehenswürdigkeit auf den Äusseren Hebriden
Der Steinkreis aus der Ferne gesehen
Inmitten von trockenem Heidekraut stehen die grauen flechtenüberzogenen Steine des einzigen Steinkreises auf North Uist angeordnet.
Ist man bis hier her trockenen Fusses gekommen, muss man aufpassen, wenn man zu den Steinen läuft. Teilweise ist es recht matschig.

Ab der Hausruine wird der Weg besser. Er führt zur Langass Lodge. Von da ist es nicht mehr weit zurück zum Parkplatz.

Berneray – Seehunde und Traumstrände

Die Insel Berneray ist mit ein Grund, warum wir zum Inselhopping auf den Äusseren Hebriden aufgebrochen sind. Hatten wir diese Insel doch schon früher einmal auf einem Kurzausflug von der Isle of Skye aus besucht und uns verliebt.

Berneray erreicht man einfach über einen Damm von North Uist. Folgt man der Strasse, sieht man in den Buchten vor und nach dem Hafen unzählige Seerobben. Ihre Körperhaltung beim Relaxen ist immer wieder beeindruckend.

Das Highlight auf Berneray sind die Strände, die sich an die Machair Landschaften anschliessen. Es gibt einen südlichen und einen nördlichen Explorer Walk. Der südliche Weg führt durch Schafweiden zu einem Schiffswrack, über Sand und markante Felsen bis zu einer langen Sandbucht. In der Mitte führt ein Weg durch die Dünen zurück. Es sind zwar nur 4,5 km, aber es gibt so viel zu entdecken, dass die Zeit einfach verrinnt.

Das Schiffswrack auf der Insel Berneray sieht aus wie ein alter Fährkahn.
Der alte Fährkahn wird seit Erstellung des Damms im Jahr 1998 nicht mehr gebraucht.
Ein schwarzer Fels in der Form eines modernen Sofas inmitten von hellen Felsen wirkt einladend für eine kurze Pause. Allerdings ist er eiskalt an diesem Frühlingstag auf Berneray.
Ein Steinsofa mit Aussicht
Das türkise Meer und feinste Sandstrände, hinter denen sich hohe Dünen erheben. Fehlen nur noch die Palmen, dann wäre das Karibik Feeling auf Berneray, dieser freundlichsten aller Inseln der Äusseren Hebriden, perfekt.
Ob es im Sommer auch so einsam ist?

Für eine ganze Umrundung der Insel Berneray und den Besuch beim Standing Stone, der einzigen Sehenswürdigkeit auf dieser Insel, reicht die Zeit wieder nicht. Mit der Fähre nach Leverburgh geht es mit dem Inselhüpfen auf den Äusseren Hebriden weiter. Insel Lewis und Harris, wir kommen. Dahin nehme ich dich mit im 2. Teil der Serie Inselhüpfen auf den Äusseren Hebriden.

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8 Kommentare zu “Inselhüpfen auf den Äusseren Hebriden – Teil 1 von Barra bis Berneray”

  1. Liebe Susan,
    was für ein super informativer Beitrag! Jetzt kann ich mir endlich ein Bild von den äußeren Hebriden machen und habe durch deine Bilder wunderschöne Eindrücke davon gewonnen. Schottland steht schon lange auf meiner Reiseliste. Vielleicht wagen wir es im April endlich mal. Ich habe ja etwas Sorge wegen des Linksverkehrs, aber die Hebriden sehen so einsam aus, dass ich mir das direkt zutraune würde…
    Danke fürs Mitnehmen!
    Liebe Grüße
    Angela

    1. Hallo Angela,
      für uns war der Linksverkehr in Schottland bisher nie ein Problem, da wir bisher immer zu 4. mit Mietwagen unterwegs waren und da sitzt man einfach auch verkehrt. Nach dem man ungefähr 5 Mal den Scheibenwischer statt des Blinkers bedient hat, weiss man das auch.
      Wir werden es aber wahrscheinlich nächstes Jahr auch mal mit unserem Wohnmobil versuchen. Wir freuen uns schon ein Loch in den Bauch, endlich mal länger nur zu zweit zu reisen. In Schottland kann man so toll freistehen. Zwischen 5 und 6 verschwinden die Wohnmobile von den Strassen und suchen sich einen schönen Stellplatz an einem Parkplatz mit Aussicht und da gibt es einige, an denen ich morgens gern mal aufwachen würde.
      Liebe Grüsse
      Susan

  2. Wow! Danke für diesen tollen Artikel, Susan 🙂 Wir überlegen gerade, ob wir Anfang Februar nach Schottland reisen. So gerne würde ich auch auf die Äußeren Hebriden. Wieviel Zeit muss man insgesamt dafür einplanen?
    Liebe Grüße, Julia

    1. Liebe Julia,
      Februar ist die Zeit der Winterstürme auf den Äusseren Hebriden. Im April hatten wir schon dramatisches Wetter und viel Wind, aber das war noch nichts zu den Winterstürmen, von denen uns die Bewohner auf Nord Uist erzählt haben. Wir waren 9 Tage auf den Äusseren Hebriden plus 3 Nächte für An- und Abreise. Ob das ausreichend Zeit oder zu wenig Zeit ist, hängt ganz massiv vom Wetter ab und wie viele Inseln du besuchen willst. Den 2. Teil der Serie über Lewis und Harris werde ich am Donnerstag veröffentlichen. Da gibt es richtig viel zu sehen und zu unternehmen. Aber hinter Februar mache ich ein grosses Fragezeichen.
      Liebe Grüsse
      Susan

  3. Liebe Susan,
    vielen Dank für den ausführlichen Artike zu den Hebriden! Bisher war Skye die einzige schottische Insel, die ich besucht habe (glücklicherweise vor dem großen Boom). Und in diesem Jahr habe ich es nur in die beiden schottischen Metropolen geschafft. Nächstes Jahr ist aber eine Mutter-Töchter-Reise in Schottland fest eingeplant und ich liebäugle mit Inselhüpfen. Dein Artikel ist schon gebookmarkt!
    Liebe Grüße
    Elke

    1. Hallo Elke,
      dann solltest du Teil 2 der Serie nicht verpassen, denn da stelle ich Lewis und Harris vor. Auf diese Insel möchte ich auch noch einmal, dann mit hoffentlich besserem Wetter. Wir überlegen auch nächstes Jahr mit dem Wohnmobil nach Schottland zu reisen und dann endlich auch die Orkneys und Shetlands mitzunehmen.
      Liebe Grüsse
      Susan

  4. Meeega! Das würde mir auch gefallen, auch wenn es ja ganz schön usselig (frisch) aussieht ;). Bis Oban sind wir auch schon gekommen. Nächste Mal also Fähre auf die Äußeren Hebriden. Danke für den Tipp. LG, Nadine

    1. Hallo Nadine, ja ab auf die Fähre, wenn du ein Fan von traumhaften Sandstränden und Moorlandschaften bist und dann die Daumen drücken, dass das Wetter mitspielt.

      Liebe Grüsse

      Susan

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