Benmore Botanic Garden und Loch Lomond: Tipps und Aussichtspunkte
Ein Tagesausflug zum Benmore Botanic Garden und zum Loch Lomond verbindet Gartenlandschaft mit typischer schottischer Natur. Bereits die Fahrt von Strachur entlang des Loch Eck gehört zu den schönsten Strecken der Region. In diesem Beitrag findest du Tipps für den Besuch des Benmore Botanic Garden sowie ausgewählte Aussichtspunkte am Loch Lomond.
Im Benmore Botanic Garden solltest du genügend Zeit einplanen, denn die weitläufige Anlage erschliesst sich erst beim Gehen. Anschliessend führt dich die Route weiter an das Loch Lomond, wo dich unterschiedliche Uferabschnitte und Aussichtspunkte erwarten. Da der See ein beliebtes Ausflugsziel unweit von Glasgow ist, lohnt sich eine gute Planung, wenn du die Landschaft in ruhiger Atmosphäre erleben möchtest.

Benmore Botanic Garden
Obwohl der Benmore Botanic Garden zu den schönsten Gärten Grossbritanniens zählt, ist er ausserhalb Schottlands eher unbekannt. Natürlich liegt Schönheit im Auge des Betrachters und was botanische Gärten angeht, da bin ich voreingenommen. Wenn du einen botanischen Garten mit vielen Glashäusern erwartest, wirst du enttäuscht sein. Der Garten ist wie eine grosse Parklandschaft. Er zieht sich auf 120 Hektar an einem Berghang in spektakulärer Landschaft entlang. Durch den Garten führen kreuz und quer reichlich 11 km Wanderwege. Da der Garten thematisch unterteilt ist, erschliesst sich die Vielfalt nur demjenigen, der bereit ist, den Garten zu erwandern.

Pflanzensammlung im Benmore Botanic Garden
Als erstes überrascht der Benmore Botanic Garden seine Besucher mit einer langen Allee von Mammutbäumen. Auch wenn diese majestätischen Riesen, die 1863 gepflanzt wurden, noch «Babies» sind, beeindrucken sie schon mit ihrer Grösse. In Kalifornien stehen die ältesten Redwoods oder auch Sequoias genannten Riesenmammutbäume in der Sierra Nevada. Der älteste Baum wurde auf sagenhafte 3.200 Jahre geschätzt. Auch wenn man in neuerer Zeit eher von einem Alter von 2.000 Jahren ausgeht, ist dies eine erstaunliche Lebensspanne.

1789 wurden die ersten Samen durch den Botaniker Haenke nach Europa gebracht. In Europa werden Mammutbäume eher als Einzelexemplare gezogen, wodurch der Baum anfällig für Wind wird. Man sollte es nicht meinen, aber diese Bäume, die bis zu 100 m hoch werden, haben zwar ein sehr grosses, aber nur flaches Wurzelwerk. Das Wachstum in Gruppen macht sie widerstandsfähiger gegen Wind. Umso erstaunlicher ist es, sie in Schottland zu finden.
Neben den Redwoods mit der unglaublich weichen und faserigen Rinde ist der Benmore Botanic Garden berühmt für seine Sammlung von Rhododendren. Er beherbergt ungefähr 3.000 Pflanzen von 300 verschiedenen Arten. Überhaupt ist er Heimat von Pflanzen aus Regionen, die vom Himalaya über China und Japan bis nach Nord- und Südamerika reichen. Plane also genug Zeit für eine kleine Weltreise ein.


Wenn du das viktorianische Farnhaus besuchst, kannst du anschliessend den Tasmanischen Bergrücken erklimmen. Du kannst auch eine Expedition in die Pflanzenwelt Bhutans starte oder durch chilenische Araukarien Wälder wandern.

Darüber hinaus leben im Garten unzählige Vögel, die sich gut beobachten lassen. Ausserdem kannst du versuchen, die Eichhörnchen zu beobachten oder im ummauerten Garten entspannen.
Die Geschichte des Benmore Botanic Garden
Benmore Estate hat eine lange Geschichte und viele Besitzer. Der grösste Teil der Cowal Halbinsel war ursprünglich Clangebiet. Das geschützte Tal war Teil des Jagdgebiets der Herzöge von Argyll und gehörte den Campbells of Ballochyle.
Der erste in einer langen Reihe von Besitzern war ein aus der Gegend Ausgewanderter. John Lamont kaufte 1849 das Anwesen. Sein Geld hatte er mit Zucker und Sklaven in Trinidad gemacht. Er liess das Benmore House erbauen. Jedoch starb er, bevor das Haus fertiggestellt wurde.

In den nächsten 12 Jahren wechselte Benmore Estate häufiger seine Besitzer, bis es 1862 von James Piers Patrick gekauft wurde. Dem Amerikaner verdanken wir die Redwood Allee und diverse Umbauten am Haus, unter anderem den Turm.
Der nächste Besitzer war ein Zuckerfabrikant und Philanthrop namens James Duncan. Er kaufte Benmore Estate 1870 und erweiterte es um die angrenzenden Ländereien. Diese nutzte er für umfangreiche Anpflanzungen. Er erweiterte den Ostflügel des Hauses um eine Galerie, in der er seine bedeutende Gemäldesammlung unterbrachte. 1889 musste er allerdings sein Vermögen verkaufen.
So gelangte Benmore Estate in den Besitz von Henry Younger, dem Besitzer einer Edinburgher Brauerei. Er stellte 40 Mitarbeiter für die Pflege der Wälder und Gärten ein und liess viele exotische Pflanzen anpflanzen. Die Galerie und den Wintergarten des Hauses liess er abreissen. Durch eine Schenkung gelangte das Anwesen 1924 schlussendlich in die Hände des Staates.

Da der Royal Botanic Garden Edinburgh (RBGE) einen Platz für eine grosse Pflanzensammlung, die der Botaniker George Forrest aus China mitgebracht hatte, suchte, wurde Benmore zur ersten Aussenstelle des Royal Botanic Garden Edinburgh. Benmore House ist heute Schulzentrum für die Forstwirtschaft.
Praktische Informationen für deinen Besuch
Ein guter Ausgangspunkt, um den Benmore Garden zu besuchen, ist Strachur. Wir wohnen im wunderschönen The Creggans Inn* mit dem hervorragenden Essen.
Alternativ kannst du in Inveraray*, wo es mehr Übernachtungsmöglichkeiten gibt oder in Tabert* am Loch Lomond übernachten.
Unsere Empfehlung für Übernachtungen: Buchung über Booking.com* – grosse Auswahl und gute Storno-Optionen.
Der Link wird technisch über ein Partner-Tool bereitgestellt. Bei Buchung über unsere Links* erhalten wir eine kleine Provision – ein Dank für unsere Arbeit.
Der Benmore Botanic Garden ist vom 1. März bis zum 31. Oktober täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Wir werden das nächste Mal mehr Zeit mitbringen, denn eine Umrundung der Cowal Halbinsel muss spektakuläre Aussichten bieten. Ausserdem gibt es auf der Cowal Halbinsel nördlich von Strachur einen weiteren bemerkenswerten Garten, den Ardkinglas Woodland Garten.
Waren die Bäume im Wald von Blair Castle schon beeindruckend, so stehen in diesem Park weitere sogenannte Champion Trees. Hinter diesem Begriff verbergen sich Bäume verschiedener Arten, die Breiten- oder Höhenrekorde anführen. Auch dieser Garten verfügt über eine grosse Zahl von Rhododendren. Für einen ersten Eindruck solltest du auf der Website vorbeischauen. Denn hier gibt es so viel zu entdecken, dass man problemlos einen weiteren Tag verbringen kann. Wir müssen den Besuch auf das nächste Mal verschieben, denn wir haben fast fünf Stunden im Benmore Botanical Garden verbracht.
Loch Lomond – Tipps
Das Loch Lomond gehört zu den bekanntesten Landschaften Schottlands und ist Teil des Loch Lomond & The Trossachs National Park. Entlang des Westufers findest du viele leicht erreichbare Aussichtspunkte, während es am Ostufer deutlich ruhiger wird. Wenn du das Loch Lomond intensiver erleben möchtest, lohnt es sich, deine Stopps bewusst zu wählen.
Viele Reisende verbinden den Besuch am Loch Lomond mit einer Weiterfahrt in die Highlands, etwa durch das Glen Coe Valley.
Aussichtspunkte am Westufer über Loch Lomond
Der nördlich von Glasgow gelegene Loch Lomond ist der flächenmässig grösste Süsswasser-Binnensee Schottlands. Der See ist 39 km lang, bis zu 8 km breit und bis zu 180 m tief. Nur ein See ist tiefer in Schottland. Sicher hast du es erraten: dort lebt Nessie. Je nach Wasserstand schauen 30 bis 60 Inseln aus dem Wasser. Die meisten der gröseren Inseln sind in Privathand. Seit einigen Jahren ist Loch Lomond Teil des Trossachs Nationalparks. Scheinbar unberührte Natur mit Bergen, Seen und schönen Städtchen machen die Region rund um das Loch Lomond zu einem Miniatur-Schottland.
Wir stossen in Tarbet, dem Dorf an der Kreuzung von A82 und A83, auf das Loch Lomond. Hier findet man grosse Grünflächen und es ist eine beliebte Anlegestelle für Schiffstouren auf dem See. Fährt man hier nach Norden, findet man in Inveruglas einen fantastischen Aussichtspunkt über Loch Lomond und Wandermöglichkeiten. Wir jedoch fahren weiter am Westufer in Richtung Balloch.

Unser erster Aussichtspunkt auf Loch Lomond, bei dem wir auf dieser Reise stoppen, ist Firkin Point. Wir haben Glück, denn es ist kaum etwas los. Der Parkplatz mit sauberen öffentlichen Toiletten und Picknickplätzen kann auch von Reisebussen angefahren werden und dann ist es vorbei mit der Ruhe. Es lohnt sich, hier ein wenig am Seeufer entlangzugehen.

Die alte Strasse, die nur noch für Wanderer und Fahrräder zugelassen ist, führt über drei Meilen direkt am See entlang zu mehreren Aussichtspunkten. Du kannst dein Auto beim Aussichtspunkt Firkin Point parken und dann nach Norden oder Süden am Loch Lomond laufen.


Als nächstes verlassen wir die A82 und fahren in Richtung Cameron House ab. Die Strasse führt entlang der Duck Bay. Picknickplätze und Parkplätze entlang der Strasse bieten vielfältige Möglichkeiten für eine Pause. Am Ende führt die kleine Strasse wieder auf die A82.
Vom Aussichtspunkt Duck Bay geniesst du den Blick auf Loch Lomond und eine der Inseln (Inchmurrin). Auch hier branden viele kleine Wellen ans Ufer.

Luss: Das wohl schönste Dorf am Loch Lomond
Luss gilt als eines der schönsten Dörfer am Loch Lomond und ist bekannt für seine Cottages und die gepflegten Gärten. Wir haben den Ort auf einer anderen Reise besucht, allerdings bei weniger gutem Wetter. Der Ort liegt am Westufer des Loch Lomond und lässt sich gut mit einem Besuch in der Region kombinieren.

Durch seine Beliebtheit kann es hier allerdings schnell voll werden, vor allem an sonnigen Tagen. Am besten du besuchst Luss in den Randzeiten.

Ruhigere Orte am Süd-Ost-Ufer des Loch Lomond
Während das Westufer gut über Strassen erschlossen ist, ist die Ostufer nur über kleinere Strassen, per Boot oder zu Fuss erreichbar. An der südlichen Spitze von Loch Lomond liegt Balloch. Diese quirlige Stadt empfängt die Besucher mit einem Visitor Center. Am Sea Life Loch Lomond Aquarium hat man ebenfalls gute Aussichtspunkte auf Loch Lomond. Das Aquarium ist eine netten Regenalternative. Bei schönem Wetter folgen wir dem Weg zum Balloch Castle und Country Park.
Tipp: Die Portnellan Farm bietet zahlreiche Wasser-Aktivitäten auf Loch Lomond sowie eine sehr interessante Farm Tours, an der wir auf der Reise mit schlechtem Wetter teilgenommen haben.


Das Balloch Castle ist von Bauzäunen abgesperrt, aber der Park begeistert uns, auch wenn der Ausblick auf Loch Lomond durch hohe Bäume verdeckt wird. Es gibt aber auch einen Weg zum Ufer.



Conic Hill: Der bekannteste Aussichtspunkt am Loch Lomond
Den schönsten Ausblick auf Loch Lomond hat man vom Conic Hill. Leider hat es für uns bisher nie gepasst. Mal hatten wir keine Zeit, mal war das Wetter für die Wanderung zu schlecht. In Balmaha gibt es einen Parkplatz, der Startpunkt der Wanderung ist. Suche dir eine Randzeit für deine Wanderung, denn sie ist recht beliebt.
Von Balmaha kannst du auch mit der Fähre zum Naturschutzgebiet auf der Insel Inchcailleach übersetzen. Dort gibt es ebenfalls viele Wandermöglichkeiten und Aussichtspunkte über Loch Lomond.
Wir können dir ausserdem empfehlen, die Aussicht von Milarrochy Bay auf Loch Lomond zu geniessen. Bei schönem Wetter ist sie sicher noch eindrücklicher.

Loch Lomond und seine schönen Ufer
An einem der Aussichtspunkte über Loch Lomond solltest du mal «The Bonnie Banks of Loch Lomond» hören. Den Blick in der Weite schweifen lassen und sich einfach diesem sehnsuchtsvollen Lied nach Loch Lomond und den glücklichen dort verbrachten Stunden hingeben. Tragik und Schönheit gehen in Schottland meist einher. Donald, der dieses Lied schrieb, hatte für Bonnie Prince Charles gekämpft und wartete deshalb in einer englischen Burg auf seine Hinrichtung.
Die bewegende Schönheit Schottlands muss man an einem windstillen Tag zum Sonnenaufgang besonders intensiv erleben. Aber diese Erfahrung steht noch auf unserer Bucket List, da wir Loch Lomond bisher immer nur auf der Durchreise oder bei schlechtem Wetter erlebt haben.
Auch wenn Loch Lomond nur ungefähr eine Auto-Stunde von Glasgow entfernt ist und sich Loch Lomond und der Benmore Botanic Garden gut in einem Tagesausflug besichtigen lassen, empfiehlt es sich doch, mehr Zeit einzuplanen.
