Gorges de l’Areuse: Märchenhafte Wanderung durch die Areuse-Schlucht

Was wäre eine Reise durch den Jura, wenn man nicht auch einmal durch die verwunschene Areuse-Schlucht wandern würde. Bei warmen Aussentemperaturen verspricht die Wanderung durch die Areuse-Schlucht im Schatten der Bäume und Felsen Abkühlung. Wir jedoch sind einfach froh, dass es nicht regnet. Das Leuchten des zarten Grüns der jungen Blätter an den Bäumen ist Balsam für die Seele. Moospolster an Bäumen und Felsen regen die Fantasie an. In Wurzeln entdecken wir Fabelwesen. Durch den vielen Regen der letzten Zeit ist die Areuse schnell unterwegs auf ihrem Weg durch die Schlucht in den Neuenburgersee.

Die Areuse auf ihrem Weg in den Neuenburgersee. - Wanderung durch die Areuse-Schlucht
Die Areuse auf ihrem Weg in den Neuenburgersee.

Will man die ganze Areuse-Schlucht entlang wandern, startet man in Noiraigue und wandert bis Boudry. Wir kürzen ab und beginnen unsere Wanderung in Champ-du-Moulin. Hier gibt es einige wenige Parkplätze entlang der Strasse. Wenn man nicht zu spät unterwegs ist, kann man an der Strasse einen schönen Parkplatz etwas oberhalb vom Bahnhof finden. Am Ende nimmt man in Boudry den Zug und fährt wieder zum Ausgangspunkt zurück.

Fährt man mit dem Auto nach Champ-du-Moulin hat man den Creux-du-Van im Blick.
Fährt man mit dem Auto nach Champ-du-Moulin hat man den Creux-du-Van im Blick.

Bereits die Anfahrt von Le Locle, wo wir auf dem Campingplatz einen Stellplatz gefunden haben, ist spektakulär.

Farbspiel auf dem Weg nach Moulin-du-Champ, wo wir unsere Wanderung durch die Areuse-Schlucht beginnen.
Farbspiel auf dem Weg nach Moulin-du-Champ, wo wir unsere Wanderung durch die Areuse-Schlucht beginnen.

Das Märchen vom Ruderfusskrebs

Es war einmal vor 20 Millionen Jahren ein Meer, an dessen Küsten subtropisches Klima herrschte. In diesem Meer lebten zahlreiche Ruderfusskrebse mit ihren Familien und Freunden. Einige Krebs-Kolonien begannen sich an den Rändern des Meeres an Süsswasser anzupassen. Diejenigen, welche es zu Quellen und in tiefere Grundwasserschichten geschafft hatten, wurden isoliert, als das Meer verschwand. Die meisten dieser Kolonien starben aus, aber eine kleine Kolonie in der Areuse-Schlucht überlebte alles von der Entstehung des Jura bis zu den Eiszeiten. Es wäre kein Märchen ohne den Satz: «Und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie heute noch.»

Und weil sie noch heute leben und bisher nur in der Areuse-Schlucht entdeckt wurden, wurden diese 1/3 mm kleinen Ruderfusskrebse zu einem Schatz der Schweizer Tierwelt, den man in einer kleinen, kostenlos zu besuchenden Ausstellung in Champ-du-Moulin entdecken kann.

Mit dem Besuch der Ausstellung zu den Ruderfusskrebsen mit dem lateinischen Namen Gelyella monardi beginnen wir unsere Wanderung durch die Areuse-Schlucht. Die Ruderfusskrebse leben im Wassersystem der Kalksteinfelsen und wurden erstmals an der Quelle Gombe-Garot nachgewiesen. Ein Schild weisst an der Quelle daraufhin.

Gelyella monardi - Ruderfusskrebs

Selbst nach dem Besuch der Ausstellung ist es uns noch zu früh für ein Mittagessen, auch wenn viele Restaurants in Champ-du-Moulin um die Gunst der Besucher buhlen.

Ein schönes Walmdach ziert dieses Restaurant, welches ein wenig an einen Bahnhof erinnert.
Ein schönes Walmdach ziert dieses Restaurant, welches ein wenig an einen Bahnhof erinnert.

Über viele Brücken musst du gehen

Der Wanderweg durch die Areuse-Schlucht führt mal auf der rechten und mal auf der linken Seite des Flusses entlang. Entsprechend muss der Wanderer über viele Brücken gehen. Dies können einfache Stege übers Wasser, Steinbrücken oder moderne Brücken sein. Es scheint als wäre jede Brücke anders.

Bei dem Personenaufkommen auf dieser beliebten Wanderung durch die Areuse-Schlucht ist es gar nicht so einfach, mal ein Brückenfoto ohne Person zu schiessen.
Bei dem Personenaufkommen auf dieser beliebten Wanderung durch die Areuse-Schlucht ist es gar nicht so einfach, mal ein Brückenfoto ohne Person zu schiessen.

Nach dem vielen Regen ist der Weg manchmal recht matschig und die Treppen sind rutschig. Er führt mal hoch und mal runter, mal unter tropfenden Felsen und Felsstürzen vorbei.

Am Fuss der Treppe wartet bereits wieder eine Gruppe zum Aufstieg.
Am Fuss der Treppe wartet bereits wieder eine Gruppe zum Aufstieg.

Die Wanderung durch die Areuse-Schlucht wird nicht langweilig. Immer gibt es etwas zu entdecken und zu fotografieren. Wer den gesamten Weg von Noiraigue nach Boudry läuft, hat in dieser Richtung den weniger anstrengenden Wegverlauf.

Hier verbreitet sich die Areuse und würde bei wärmerem Wetter zu einem Fussbad einladen. Wanderung durch die Areuse-Schlucht
Hier verbreitet sich die Areuse und würde bei wärmerem Wetter zu einem Fussbad einladen.
Geheimnisvoll grün, einem Urwald gleich leuchten die Grüntöne in der Sonne.
Geheimnisvoll grün, einem Urwald gleich leuchten die Grüntöne in der Sonne.

Die grösste Herausforderung ist es, den Besucherströmen auszuweichen. Immer wieder begegnen uns Leute, die die Wanderung in umgekehrter Richtung unternehmen. So entstehen an den Treppen und Tunneln regelmässig entschleunigende Wartezeiten.

Am Ende des Stegs führt ein ein kleiner Tunnel durch die Felswand. Wanderung durch die Areuse-Schlucht.
Am Ende des Stegs führt ein ein kleiner Tunnel durch die Felswand.

Deshalb unser Tipp: Vermeidet die Wochenenden und Feiertage für diese Wanderung. Die Wanderung durch die Areuse-Schlucht ist eine populäre Wanderung bei Gross und Klein.

Auf dieser Treppe, die zu einer weiteren Brücke führt, braucht man keinen Gegenverkehr. Die ganzen Selfie-Leute stauen sich sowieso auf der Brücke. Wanderung durch die Areuse-Schlucht
Auf dieser Treppe, die zu einer weiteren Brücke führt, braucht man keinen Gegenverkehr. Die ganzen Selfie-Leute stauen sich sowieso auf der Brücke hoch über der Schlucht.

Unterwegs gibt es schöne Picknick-Stellen. Wollt ihr nicht mit tropfendem Zahn zusehen, wie andere genüsslich ganze Buffets auf den Tischen aufbauen, solltet ihr eventuell etwas Wegzehrung einpacken. Alternativ könnt ihr die Wanderung auch so planen, dass ihr Champ-du-Moulin zur Mittagszeit erreicht und dort in einem der vielen Restaurants einkehrt.

Boudry am Ende der Wanderung durch die Areuse-Schlucht

In Boudry angekommen, habt ihr die Wahl entweder den steilen Berg hoch zum Bahnhof zu laufen. Der Anstieg wird mit einer spektakulären Aussicht auf den Neuenburgersee und die Alpen bei schönem Wetter belohnt. Oder ihr könnt alternativ auch die entgegengesetzte Richtung einschlagen und zur Endstation der Schmalspurbahn Littorail gehen und mit dieser am See entlang nach Neuchâtel fahren.

Hinweis: Wer von der Wanderung noch nicht zu müde ist, könnte sich in Boudry auch noch das Weinmuseum im Schloss Boudry ansehen. In der Neuchâtel Tourist Card, die man bei einer Übernachtung in der Region erhält, ist ein Gutschein für den kostenlosen Eintritt enthalten.

Wir laufen den steilen Berg hoch und eilen zum kurz darauf einfahrenden Zug. In Moulin-du-Champ nehmen wir das Auto und fahren noch einmal Richtung Boudry und bewundern die Weinberge und geniessen den Blick über den See.

Blick über den Neuenburgersee
Blick über den Neuenburgersee
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