Golf von Morbihan – Eindrücke einer Region zwischen Land und Wasser

Das kleine Meer, wie der Golf von Morbihan im Bretonischen heisst, ist ein Binnenmeer im Süden der Bretagne. Nur durch eine 900 m breite Passage zwischen Port Navalo und Kerpenhir mit dem Atlantik verbunden, herrschen hier starke Gezeitenströmungen. Im Golf de Morbihan warten zahlreiche Inseln darauf, entdeckt zu werden. Die Île aux Moines und die Île d’Arz haben wir besucht. Im Beitrag verrate ich dir, welche der beiden Inseln unser Favorit ist. Auch eine der beiden Gezeiteninseln – die Île Berder, haben wir bei Ebbe zu Fuss durchstreift. Neben den Inseln lohnt es sich auch, das Land rund um den Golf zu entdecken. Auf einem Tagesausflug von Vannes aus, erkunden wir die Halbinsel Rhuys. Das Château de Suscinio mit seiner Lage zwischen Sümpfen und Meer und der Cairn de Petit Mont sind dabei nur zwei Highlights.

Vier Tage lang haben wir von Vannes aus den Golf von Morbihan erkundet. Es war genug Zeit, um einen Eindruck zu gewinnen, aber zu wenig, um alles zu sehen. Lass dich inspirieren, diese spannende Region zwischen Land und Wasser selbst zu erleben.

Segelboote im Gezeitenstrom des Golf von Morbihan in der Bretagne.
Der Golf von Morbihan bei Port Blanc

Auf dem Weg zum Golf von Morbihan

La Roche-Bernard

Seit dem 10. Jahrhundert thront La Roche-Bernard auf seinem Felsen über der Vilaine – gegründet von Bern-Hart, einem Wikinger, der hier eine Burg errichten liess. Der Fluss, einst Lebensader für Handel und Schiffbau, prägt die Stadt bis heute.

Durch die Innenstadt von La Roche-Bernard ziehen sich die Marktstände. Hier ist ein breiter Platz.
La Roche-Bernard

Von Nantes und den Salzfeldern der Guérande kommend, erreichen wir mit La Roche-Bernard endlich auch die administrative Bretagne. Grund genug, hier einen Zwischenstopp einzulegen. Und das Glück ist mit den Reisenden, denn durch die Altstadt schlängelt sich gerade ein grosser Markt. Bevor wir mit der Parkplatzsuche unten bei der Vilaine starten, wird direkt vor uns in einer der Altstadtstrassen ein Parkplatz frei.

Rote Marktstände leuchten trotz des sehr bewölkten Wetters. Hier am Gemüsemarkt gibt es alles, was man sich wünschen kann.
Gemüsemarkt

So bummeln wir durch die auf Felsen erbaute Altstadt und bestaunen die Waren an den Ständen. Am Gemüsemarkt werden wir schwach und kaufen uns mit Spargel, Kartoffeln und Erdbeeren ein wunderbares Abendmenü zusammen – obwohl wir noch gar nicht wissen, wie toll die Küche in unserem Appartement* in Vannes sein wird.

Aufeinander gestapelte Artischocken auf dem Gemüsemarkt in La Roche-Bernard.
Artischocken

Bevor wir auf schmalen Gässchen zum Hafen hinunterspazieren, verstauen wir noch alle Einkäufe. Entlang der Hafenpromenade laden Bistros zum gemütlichen Verweilen ein. Wir bestaunen die zahlreichen Boote, die im spiegelglatten Wasser der Vilaine liegen. Biegt man bei den markanten Felsen um die Ecke, sieht man hoch oben die Autobrücke über den tief eingeschnittenen Flussverlauf – eine moderne Konstruktion, die das Tal weit überspannt. Der Anblick erinnert uns daran, nicht zu lange zu verweilen. Dennoch lässt uns die Vilaine nicht los.

Die Pont Suspendu de la Roche-Bernard überspannt das Tal, welches die Vilaine geschaffen hat. Im Fluss ankern Hunderte Segelboote.
Pont Suspendu de la Roche-Bernard

Barrage d‘ Arzal – der Staudamm der Vilaine

Die Vilaine ist ein rund 225 km langer Fluss, der in der Mayenne entspringt und durch Rennes und Redon fliesst, bevor sie südlich von La Roche-Bernard und dem Golf von Morbihan in den Atlantik mündet.

Historisch gesehen war die Vilaine ein launischer Fluss. Durch die Verbindung mit dem Atlantik unterlag sie starken Gezeiten – und das bis weit ins Landesinnere. Besonders gefürchtet war die mascaret, eine Gezeitenwelle, die mit grosser Kraft flussaufwärts rollte – ähnlich wie am Mont-Saint-Michel, nur sehr viel ausgeprägter.

Deshalb wurde 1970 der Staudamm von Arzal gebaut, ein kombiniertes Stauwerk mit Schleuse zur Regulierung des Wasserstandes. Er schützt das Tal, verhindert die Ausbreitung von Salzwasser im Oberlauf und erleichtert den Bootsverkehr. So wurde aus der launischen Vilaine eine regulierte Wasserstrasse.

Die Barrage d'Arzal ist mit ihren blau-gelben Betonflächen ein mächtiges Bauwerk im Fluss.
Barrage d’Arzal

Mit dem Bau der Barrage d’Arzal veränderte sich die Vegetation entlang der Ufer. Die einstigen Salzwiesen, auf denen das Vieh von La Roche-Bernard weidete, verschwanden. Dafür entstanden zahlreiche Ankerplätze für Schiffe. Überhaupt führt unsere Fahrt entlang der Vilaine bei mir zur Vermutung, dass jeder Bretone mindestens ein Segelschiff besitzen muss. Im Wasser, auf den Trockendocks – überall sieht man Boote.

Wer über den Staudamm fährt, sollte auf dem Parkplatz kurz anhalten und sich das imposante Bauwerk anschauen. Wir fahren noch weiter zum Pointe Moistoir an der Mündung der Vilaine und folgen dem abwechslungsreichen Circuit de l’Estuaire, bis es Zeit wird, nach Vannes zurückzukehren und den Schlüssel für unser Appartement zu übernehmen.

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Auf dem Circuit de l’Estuaire im Mündungsgebiet der Vilaine. Der Wanderweg führt durch Wiesen, vorbei an windzerzausten Bäumen und Sümpfen.
Auf dem Wanderweg im Mündungsgebiet der Vilaine

Halbinsel Rhuys – Natur und Geschichte

Dort, wo sich bei Port Navalo das Wasser des Atlantiks mit Wucht in den Golf von Morbihan drängt, beginnt die Halbinsel Rhuys – ein schmaler Landstreifen, der das Binnenmeer im Süden schützt. Zwischen stillen Buchten und offener Küste wechseln sich Felsen, Salzfelder und Strände ab. Wer genauer hinsieht, entdeckt Grabhügel aus der Jungsteinzeit, eine alte Gezeitenmühle, kleine mittelalterliche Städtchen. Und mitten in dieser abwechslungsreichen Landschaft liegt das Château de Suscinio – einst Jagdschloss und Sommerresidenz der bretonischen Herzöge.

Château de Suscinio – Jagdschloss der Herzöge der Bretagne

An der Grenze zwischen Meer, Sumpf und Land liegt das Château de Suscinio, die einstige Jagdresidenz der Herzöge der Bretagne. Seine Ursprünge reichen ins 13. Jahrhundert zurück – eine Zeit, in der die Halbinsel Rhuys noch von dichten Wäldern bedeckt war. Diese fielen später dem Schiffbau und der landwirtschaftlichen Nutzung zum Opfer.

Das Château de Suscinio in der Gemeinde Sarzeau mit seinen mächtigen Türmen spiegelt sich im Wasser der Sümpfe.
Das Schloss

Immer wieder erweitert und umgebaut, erlebte das Château de Suscinio eine wechselhafte Geschichte. Erobert und später offiziell von Anne de Bretagne an den König von Frankreich und 2. Ehemann verschenkt, diente es später als Geschenk für die Geliebten der französischen Könige. Das Jagdschloss mit Festungscharakter verfiel mehr und mehr. Während der Französischen Revolution wurde es verkauft und diente fortan als Steinbruch.

Davon ist heute glücklicherweise auf den ersten Blick nicht mehr viel zu sehen, 1840 erhielt das Schloss die Einstufung als nationales Kulturerbe. Damit war es schon mal vor fremden Zugriff geschützt. 1965 erwarb dann das Departement Morbihan und begann das Schloss zu rekonstruieren. Offiziell gehört das Schloss heute zur Gemeinde Sarzeau, deren Zentrum nur wenige Kilometer entfernt liegt.

Du betrittst das Schloss durch das mächtige Torhaus aus dem 14. Jahrhundert und tauchst ein in die spätmittelalterliche Wohnwelt der bretonischen Herzöge. Über vier Stockwerke hinweg entfaltet sich die einstige Pracht, inklusive einer Schlosskapelle. Schlossmodelle und uralte Bodenmosaike entführen dich in die Geschichte von Château de Suscinio.

Frontansicht mit Tor des Château de Suscinio in der Bretagne, Frankreich, mit mächtigen runden Wehrtürmen, Zinnenkranz und spitz zulaufenden Schieferdächern unter blauem Himmel.
Eingang ins Schloss

Der Tour Neuve und die Räumlichkeiten des Westflügels laden heute zu einer multimedialen Inszenierung bretonischer Legenden ein.

Hinter dem Schloss wartet ein Jagdlager mit Zelten darauf, entdeckt zu werden. In den Ferien finden hier Veranstaltungen statt. Wer will, kann im Burggraben Boot fahren. Wir jedoch erkunden lieber die Umgebung des Schlosses.

Seitenansicht des Château de Suscinio (Sarzeau) in der Bretagne, mit runden Wehrtürmen, hohen Mauern und einer Steinbrücke über den Wassergraben, umgeben von grüner Wiese unter blauem Himmel.
Rückwärtige Ansicht des Schlosses

Die Umgebung von Schloss Suscinio erkunden

Vom Parkplatz führt eine kleine Strasse zum Schloss. Ein verführerischer Duft nach Butter und Zucker liegt in der Luft – in der Biscuiterie werden frische Kekse gebacken. Die Eintrittskarten für das Château de Suscinio gibt es gleich nebenan. Viele Besucher kommen jedoch nur hierher, um in der wunderschönen Natur zu spazieren oder Vögel zu beobachten.

Durch die Gärten der Häuser, die an der kleinen Strasse zu Chateau de Suscinio liegen, sieht man einen mächtigen Wehrturm des Schlosses aufragen.
Auf dem Weg zum Schloss

Wir können jedoch nicht widerstehen und beginnen unsere Erkundung mit einer Kutschfahrt durch die Domaine de Suscinio. Die Pferde warten am Teich beim Schloss. Vorbei an alten Fischteichen und kleinen Weilern mit schmucken Häuschen, in denen Kunsthandwerk oder Stärkendes angeboten wird, führt der Weg durch Felder und Wald bis zur Ferme Fromagère de Suscinio. Aus der Milch der hier lebenden Kühe wird Käse hergestellt. Ein paar Schweine geniessen ganz in der Nähe das Leben auf der Weide – sie profitieren von der Molke, die beim Käsen übrig bleibt.

Die Pferdekutsche fährt zu ihrem Halteplatz neben dem Schloss Suscinio (Sarzeau, Bretagne).
Pferdekutsche für Rundfahrten über die Domaine de Suscinio
Auf einem Feldweg der Domaine de Suscinio traben die Pferde wissend, dass das Schloss nicht mehr weit entfernt ist.
Fahrt mit der Pferdekutsche

Zurück beim Schloss nehmen wir einen Wanderweg, der über Stege durch unterschiedliche Feuchtgebiete führt. In den dichten Hecken zwitschert es überall, doch die Vögel bleiben meist unsichtbar. Im schattigen Waldbereich ist es zu dunkel zum Fotografieren, doch wer sich Zeit nimmt, entdeckt auf dem Weg durch die offenen Sümpfe die kleinen Sänger. Wir folgen dem Pfad weiter in Richtung Meer, vorbei an langen Sandstränden und beobachten Vögel auf einem schmalen Weg zwischen Dünen und Teichen.

Für die Landschaft rund um das Château de Suscinio würden wir jederzeit wiederkommen. Der Zugang zur Domaine ist frei – nur der Eintritt ins Schloss ist kostenpflichtig.

Der Strand unweit von Château Suscinio am Golf von Morbihan.
Noch ist es etwas zu kalt zum Schwimmen

Port Navalo – ein geologischer Spaziergang

An der Spitze der Halbinsel Rhuys liegt Arzon, ein beliebtes Ferienziel mit mehreren Ortsteilen. Der wohl bekannteste ist Port Navalo, ein ehemaliges Fischerdorf, das sich den Charme vergangener Zeiten bewahrt hat. Noch heute ist hier zu sehen, wie sich der Atlantik seinen Weg bahnt, denn durch die nur 900 Meter breite Öffnung zwischen Port Navalo und Kerpenhir strömt das Meer mit gewaltiger Kraft in den Golf von Morbihan. Die Gezeitenströmung zählt zu den stärksten Europas. So richtig dramatisch sieht man die Gezeitenströmung in Port Blanc, wenn die Fähren zur Île aux Moines den Gezeitenstrom queren.

Küstenweg in Port Navalo entlang des Golf von Morbihan, mit üppiger Vegetation und windzerzausten Bäumen.
Auf dem Küstenweg

Die Küste rund um Arzon bietet mit dem modernen Port du Crouesty einen der grössten Jachthäfen der Region, während Port Navalo den traditionellen Gegenpol bildet. Von hier fahren Fähren zu verschiedenen Inseln im Golf du Morbihan – etwa zur Île aux Moines oder nach Locmariaquer auf der gegenüberliegenden Seite. Die Île d’Arz erreicht man häufiger von Vannes aus.

Blick auf die zahlreichen Segelsciffe und den Leuchtturm von Port du Crouesty am Golf von Morbihan in der Gemeinde Arzon.
Blick auf Port du Crouesty

Auch geologisch ist Port Navalo interessant. Wer an der Küste spaziert, trifft auf Felsformationen mit faszinierenden Strukturen. Diese Migmatite sind mehr als 400 Millionen Jahre alt. Sie entstanden unter grossem Druck und Hitze tief in der Erdkruste. Ihre marmorierten Muster, bestehend aus hellem Quarz (Leukosom) und dunklem Glimmer (Melanosom), sind wie ein geologisches Fenster zu den Wurzeln einer alten Gebirgskette.

Migmatite im Golf von Morbihan bei Port Navalo (Arzon).
Migmatite

Heute zieht Arzon vor allem Urlauber an. Die Mischung aus Stränden, Küstenwanderwegen, gutem Essen und authentischen Orten macht den Reiz aus. Port Navalo ist dabei charmant geblieben – mit kleinen Gassen, steinernen Häusern und spektakulären Ausblicken auf die Meerenge am Golf von Morbihan.

Der Cairn de Petit Mont liegt auch an der Bucht von Arzon.

Cairn de Petit Mont – 6.000 Jahre Geschichte

Ein grosses Besucherzentrum für den Cairn de Petit Mont befindet sich derzeit im Bau und erschwert die Parkplatzsuche ein wenig. Bei unserem Besuch wirkte die Anlage jedoch fast fertiggestellt. Der Weg zum Grabhügel führt durch dichtes Buschland.

Als der Cairn für bedeutende Vertreter der damaligen Gesellschaft errichtet wurde, war der Golf von Morbihan noch eine sumpfige Landschaft, durchzogen von mehreren Flussläufen. Die Ebene wurde von mehreren Erhebungen überragt, auf denen bevorzugt Megalithbauten entstanden.

Cairn de Petit Mont bei Arzon in der Bretagne, terrassenförmiges jungsteinzeitliches Steingrab mit Dolmen-Eingängen, teils von Betonkonstruktionen aus dem Zweiten Weltkrieg überbaut, auf grasbewachsener Anhöhe.
Der Cairn

Ausgrabungen in den 1970er- und 1980er-Jahren zeigen, dass der Cairn de Petit Mont in mehreren Etappen zwischen 4.600 und 2.700 vor Christus erbaut wurde. Doch das war nicht die einzige Bautätigkeit. 1943 liess die deutsche Besatzung trotz Protesten einen Bunker innerhalb des Grabhügels errichten und zerstörte dabei mehrere Grabkammern. Heute betritt man die Anlage über eine Rampe, die direkt in den Bunker führt.

Nahaufnahme Rampe in den Bunkereingang des Cairn de Petit Mont am Golf von Morbihan
Eingang in den Bunker

Rund um den Grabhügel kann man spazieren und die Aussicht auf den Golf von Morbihan geniessen.

Weitere Sehenswürdigkeiten

Eine weitere Sehenswürdigkeit auf der Halbinsel Rhuys ist die Gezeitenmühle von Pen Castel. Eine schmale Strasse führt über den Damm durch den das Wasser vom Golf von Morbihan in den Etang de Pen Castel fliesst. Genau hier, am Ende des Damms, steht die Mühle – ein typisches Beispiel für die Gezeitenmühlen am Golf von Morbihan.

Historische Gezeitenmühle Pen Castel in der Bretagne mit Bruchsteinmauern, roten Türen und Blick aufs Wasser.
Die Gezeitenmühle

Bereits im 13. Jahrhundert wurde Pen Castel urkundlich erwähnt. Anders als manche Mühlen, die bei ein- und ausströmendem Wasser mahlen konnten, funktionierte Pen Castel nur in eine Richtung. Der Müller musste mit den sich ständig verändernden Gezeiten (auch nachts) arbeiten.

Heute dient das restaurierte Gebäude als Ort für Kunstausstellungen. Dort, wo einst die Mühlräder angetrieben wurden, sieht man heute das ein- und ausströmende Wasser. Ein Zwischenstopp der sich lohnt.

Unweit von Pen Castel ist der kleine Ort Kerners einen Spaziergang wert. Du kannst bei der Kapelle St. Nicholas, dem Herzstück des Ortes beginnen. Vorbei geht es an traditionellen Steinhäuschen mit farbigen Fensterläden zum kleinen Hafen. Das letzte Stück führt dich entlang der Strasse wieder nach oben zur Kirche.

Unsere Erkundung der Halbinsel Rhuys endet mit einem kurzen Fotostopp in Port Brillac. Von da aus geht es zurück nach Vannes.

Inseln im Golf von Morbihan

Der Legende nach soll es im Golf von Morbihan für jeden Tag im Jahr eine Insel geben. Auch wenn das masslos übertrieben ist, zählt man offiziell 42 Inseln. Manche nennen die Region deshalb auch den Schärengarten Frankreichs. Drei dieser Inseln haben wir besucht: die beiden grössten, die Île aux Moines und die Île d’Arz, sowie die kleine Gezeiteninsel Île Berder. Drei Inseln, drei ganz unterschiedliche Eindrücke. Lass dich überraschen.

Île aux Moines – die bekannteste Insel des Golfs

Fähren setzen in kurzen Abständen ab Port Blanc zur Île aux Moines über. Bereits auf unserer Bretagne-Reise im Vorjahr standen wir in Port Blanc bei herrlichem Wetter und haben zugesehen, wie die Boote den starken Gezeitenstrom durchqueren. Damals entstand unser Wunsch, eines Tages mehr Zeit am Golf von Morbihan zu verbringen. Doch es ging weiter nach Carnac, von wo aus wir die Gegend zwischen Auray und Quiberon besuchten.

Ein Motorboot quert den Gezeitenstrom im Golf von Morbihan zwischen Port Blanc und der Ile aux Moines.
Der Gezeitenstrom zwischen Port Blanc und der Île aux Moines

Jetzt, wo wir selbst auf die Île aux Moines übersetzen, ist das Wetter regnerisch. Trotzdem bleibt die Insel für uns aus zweierlei Gründen unvergesslich. Zum einen lernen wir auf unserer Wanderung, wie Franzosen Schwertmuscheln suchen. Die erfahrenen Erwachsenen halten Ausschau nach zwei kleinen Punkten im Sand. Auf diese Stelle gibt man Salz und Meerwasser und wartet. Die erhöhte Salzkonzentration bringt die Muschel dazu, aus dem Sand zu schnellen, wo sie mit Freudengeschrei von den Kindern eingesammelt wird.

Eine Schwertmuschel schiesst aus dem Sandboden, nachdem man die Salzkonzentration geändert hat. Île aux Moines, Golf von Morbihan
Jetzt muss man die Muschel nur noch ganz herausziehen

Zum anderen begleitet uns auf unserer Wanderung über die Insel die ganze Zeit der Ruf der Fasane, der wie eine rostige Hupe klingt. Nicht einmal auf der Isle of Arran in Schottland haben wir so viele männliche Fasane gesehen.

Ein Fasan mit Henne grast auf einer Wiese in der Nähe von Büschen auf der Île aux Moines, Bretagne.
Fasan

Die kreuzförmige Mönchsinsel, die ihren Namen den Mönchen der Abtei Redon verdankt, ist rund sieben Kilometer lang und dreieinhalb Kilometer breit. Ein halber Tag reicht nicht, um sie zu Fuss vollständig zu erkunden. Dennoch ist die landschaftliche Vielfalt eindrücklich. Zu den Sehenswürdigkeiten der Île aux Moines gehören Strände und Buchten ebenso wie Wälder, Gärten, Megalithen und kleine Dörfer. Alles zusammen macht die Insel zu einem Ort, an dem man gern länger verweilt.

Ein kleiner Dolmen auf der Ile aux Moines, Bretagne, umgeben von Büschen.
Dolmen
Die Fontaine de Kerno mit grünem Wasser in einem gefassten Wasserbecken, sieht nicht so aus, als würde sie noch sprudeln. Ile aux Moines, Golf de Morbihan

Direkt am Hafen könnte man auch Fahrräder mieten. Uns war jedoch der letzte Ausflug mit Mietfahrrädern in Irland während unserer Hausbootferien noch so schmerzhaft in Erinnerung, dass wir lieber zu Fuss unterwegs waren.

Île d’Arz –Trauminsel im Golf

Noch liegt der Dunst über dem Golf von Morbihan, als wir uns am frühen Morgen mit der Fähre von Vannes auf den Weg zur Île d’Arz machen. Nach einer Stunde und zwanzig Minuten, inklusive einem Zwischenhalt auf der Halbinsel Séné, erreichen wir den Hafen. Auch hier warten Fahrradvermieter auf Kundschaft. Wie schon auf der Île aux Moines verzichten wir darauf und wandern einmal um die Insel.

Auf dem Weg mit der Fähre zur Ile d'Arz im Golf von Morbihan begegnet uns diese kleine Kirche auf einer schmalen Landzunge mit Kiefern.
Auf dem Weg zur Île d’Arz

Im April sind es noch nicht viele Gäste, sodass sich die ankommenden Besucher schnell verteilen. Im Sommer dagegen kann es recht voll werden. Wir wandern gegen den Uhrzeigersinn um die Insel.

Unser erstes Highlight ist die Gezeitenmühle aus dem 16. Jahrhundert an der Pointe du Berno. Am Morgen ist sie ein perfekter Fotospot, ergänzt durch alte Schiffswracks am Wasser.

Die Gezeitenmühle an der Pointe du Berno auf der Ile d'Arz mit Wasserrad. Tagesausflug Ile d'Arz, Golf von Morbihan
Gezeitenmühle
Ein Damm, an dessen Mitte die Gezeitenmühle am Étang du Moulin steht, ist die Grenze zum Golf von Morbihan und Zugang zur Pointe du Berno.
Der Damm mit Gezeitenmühle ist Zugang zur Pointe du Berno

In den Salzwiesen beobachten wir zahlreiche Vögel. Am Plage de Brouhel, der von hohen Kiefern gesäumt ist, wagen die ersten Damen Aquafit im Meer, während Segelboote in der Bucht ankern. Es ist friedlich hier. Doch bald treibt uns der kleine Hunger weiter. Am Ende des Strandes stossen wir im Wald auf drei verfallene Dolmen. Der Weg bis zur Crêperie des Îles ist kurzweilig. Noch bevor wir dort ankommen, hören wir den Ruf eines Fasans und entdecken ihn in einem gepflegten Vorgarten. Die Auswahl an Crêpes-Spezialitäten ist gross und macht die Entscheidung schwer. Wir können diese Crêperie nur empfehlen.

Feiner Sandstrand und Schatten von hohen Kiefern machen den Plage de Brouhel auf der Ile d'Arz im Golf von Morbihan zu einem besonderen Ausflugsziel.
Strand von Brouhel

Inzwischen ist es warm geworden und das Meer hat sich weit zurückgezogen. Während wir die Insel weiter umrunden, denken wir darüber nach, wie das Leben hier früher gewesen sein muss, wenn fast alle Männer zur See fuhren. Die Île d’Arz hat zahlreiche Kapitäne hervorgebracht und trägt deshalb den Beinamen Insel der Kapitäne.

Das Meer hat sich weit vom Plage de Rudevent (Île d'Arz, Bretagne) zurückgezogen. Den feinen Sandstrand erkennt man im Hintergrund, während der Vordergrund sehr steinig ist.
Wo ist das Meer?

Am Ende unserer Inselumrundung sind wir 18 km gewandert, auch wenn wir nicht jede Ausbuchtung der Île d’Arz mitgenommen haben.

Île aux Moines oder Île d’Arz – Entscheidungshilfe

Reicht deine Zeit am Golf von Morbihan nicht aus, um sowohl die Île aux Moines als auch die Île d’Arz zu besuchen, hilft dir vielleicht dieser Vergleich, um die richtige Wahl zu treffen.

Fähren und Anreise:

Zur Île aux Moines fahren die Fähren in kurzen Abständen ab Port Blanc. Die Überfahrt dauert nur wenige Minuten. Du erreichst Port Blanc mit dem Auto oder in 36 Minuten per Bus Nr. 23 ab Place de la Libération von Vannes aus. Fährst du zur Mönchsinsel querst du den Gezeitenstrom. Die Kraft der Gezeiten wird spürbar, wenn das Schiff bei voller Fahrt abrupt abgebremst wird.

Fähre zur Île aux Moines im Gezeitenstrom des Golf von Morbihan, Bretagne.
Fähre zur Île aux Moines

Die Fähren für Tagesausflüge zur Île d’Arz starten am Gare Maritime de Vannes (Fahrplan). Am Hafen gibt es zahlreiche kostenpflichtige und etwas weiter entfernt auch kostenlose Parkplätze. Alternativ bringt dich Bus Nr. 3 in etwa 18 Minuten von der Haltestelle République dorthin. Die Überfahrt dauert rund eine Stunde und zwanzig Minuten und führt vorbei an der Halbinsel Séné.

Während die Fähre zur Île d'Arz auf der Halbinsel Séné Passagiere aufnimmt, haben wir Zeit, die Umgebung von schmucken Häuschen und Booten im Wasser zu betrachten.
Ausblick vis-a-vis vom Hafen auf der Halbinsel Séné.

Topographie, Infrastruktur und Aussicht

Beide Inseln sind fast gleich gross. Die Île aux Moines ist touristisch stärker erschlossen, mit zahlreichen Unterkünften, Restaurants und einer abwechslungsreichen Landschaft. Sie ist hügelig und stärker bewaldet. Die Île d’Arz dagegen ist flach und bietet weite Blicke über den Golf. Sie gilt als naturbelassener und zieht vor allem Wanderer an. Strände gibt es auf beiden Inseln – auf der Mönchsinsel in grösserer Zahl.

Die Île aux Moines bei Regenwetter und Ebbe bei unserer Ankunft sieht auf den ersten Blick nicht einladend aus. Golf von Morbihan, Bretagne
Ankunft im Regen

Fazit

Die Entscheidung, welche der beiden Inseln du besuchen willst, können wir dir nicht abnehmen. Unser Favorit ist die Île d’Arz, vielleicht auch, weil das Wetter an diesem Tag einfach perfekt war.

Blick von der Ile d'Arz auf den Golf von Morbihan. Baumstümpfe wurden rot-weiss-gestreift angemalt und bilden einen starken Kontrast zu blauem Meer und Himmel.
Blick auf den Golf von Morbihan

Île Berder – zu Fuss auf die Gezeiteninsel bei Larmor-Baden

Erst am Abreisetag, auf dem Weg nach Saint-Malo, schaffen wir es, der Gezeiteninsel Berder einen Besuch abzustatten. Dabei merken wir schnell, dass sich Gezeiten nicht immer ganz exakt berechnen lassen. Fast 15 Minuten lang müssen wir warten, bis der Wasserstand so weit gesunken ist, dass wir die schmale Furt passieren können. Die Strömung in der Passage ist heftig, der Boden glitschig. Es ist Springflut, weshalb wir es nicht schaffen, die ganze Insel zu umrunden. Am Abend wollen wir noch Zeugen der Springflut am Mont-Saint-Michel werden.

Noch fliesst das Wasser über den schmalen Weg, der die Île Berder mit Larmor-Baden verbindet. Golf von Morbihan, Bretagne
Weg zur Gezeiteninsel Île Berder

Die Île Berder liegt bei Larmor-Baden vis-a-vis der Île de la Jument, der die berüchtigte Strömung ihren Namen verdankt. La Jument heisst so viel wie «die Stute». Wie passend für eine Strömung, die mit bis zu 9 Knoten (ungefähr 16.7 kmh) wild und unbändig fliesst. Also studiere die Gezeitentafel am Übergang zur Insel genau und plane etwas Sicherheitszeit ein, damit du nicht auf der Berderinsel fest sitzt.

Die Île Berder ist eine naturnahe Insel, die nur umrundet werden kann. Wirtschaftsgebäude, Wiesen, alte Bäume, ein kleiner Schiffsfriedhof und einige Gebäude sind Spuren ihrer einstigen Besitzer. Arthur Dillon kaufte die Île Berder 1879 und liess sie zu einem Sommerrefugium ausbauen.

Schiffswracks leuchten in der Sonne am Strand der Ile Berder im Golf von Morbihan.
Schiffswracks

Hinweis: Von Lamor-Baden hast du die Möglichkeit in die Jungsteinzeit zu reisen und zur Île de Gavrinis überzusetzen und dir die Megalithstätte – den Cairn von Gavrinis anzusehen. Der Cairn muss noch beeindruckender sein, als der in Locmariaquer. Fähren zur Île de Gavrinis gibt es auch von Port Navalo und von Locmariaquer.

Vannes – charmantes Tor zum Golf von Morbihan

Die Ursprünge von Vannes reichen bis in die Antike zurück. Als römisches Darioritum war die Stadt einst Verwaltungssitz der Redonen und gilt als eine der ältesten Siedlungen der Bretagne. Später wurde Vannes zum Bischofssitz und entwickelte sich im Mittelalter zu einer befestigten Handelsstadt mit engen Gassen und steinernen Fachwerkhäusern.

Vannes ist eine jener Städte, die auf den ersten Blick bezaubern. Zwischen Stadtmauer, Kopfsteinpflaster, kunstvoll bepflanzten Gärten und dem Wasser lässt sich wunderbar flanieren. Kein Wunder also, dass Vannes als Tor zum Golf von Morbihan gilt.

Blick auf die Altstadt von Vannes in der Bretagne mit mittelalterlicher Stadtmauer, blühenden Gärten und dem markanten Turm der Kathedrale im Abendlicht.
Blick auf die Altstadt

Wie in Blois, wo uns Stachelschwein und Salamander auf Schritt und Tritt begegneten, gibt es auch in Vannes ein Wappentier mit Geschichte. Der Hermelin, Symbol für Reinheit und moralische Integrität, wurde unter den Herzögen Johann III. und Johann IV. zum Zeichen des bretonischen Herzogtums. Einer Legende nach verfolgte ein bretonischer Herzog während der Jagd ein Hermelin in seinem weissen Winterfell. Um sein Fell nicht im Morast zu beschmutzen, blieb das Tier stehen – und ergab sich seinem Schicksal. Beeindruckt vom Mut und der Reinheit des Hermelins, schenkte der Herzog ihm das Leben und erhob das Tier zum Sinnbild seiner Herrschaft. Seither begleitet der Wahlspruch „Malo mori quam foedari“ – Lieber sterben als befleckt werden – das Herzogtum.

Spaziergang durch die Altstadt von Vannes

Unsere Spaziergänge durch Vannes beginnen stets am Parc de la Garenne, durch den wir von unserem Appartement* hinunter zur Stadt steigen. Der Blick auf das mittelalterliche Städtchen, der sich bietet, ist jedes Mal wieder atemberaubend. Die Stadtbefestigung und die im zugeschütteten Burggraben angelegten Barockgärten bilden einen faszinierenden Kontrast.

Blick vom Parc de la Garenne auf die Altstadt von Vannes mit Stadtmauer und Wehrtürmen.
Blick auf Vannes

Nicht nur das Château de l’Hermine trägt das Wappentier im Namen. Der Hermelin begegnet uns in Vannes an den unterschiedlichsten Stellen: auf Hausdächern, in schmiedeeisernen Auslegern, am Boden und selbst in den Blumenbeeten der Barockgärten. Dabei fällt auf, dass der Hermelin in Vannes meist mit einem flügelartigen Element auf dem Rücken dargestellt wird. Diese symbolisieren stilisiert den kostbaren Hermelinumhangein bitterer Widerspruch.

Château de l'Hermine mit Parkanlage in Vannes, Bretagne.
Château de l’Hermine

Ein Markenzeichen der Altstadt von Vannes sind die zahlreichen mittelalterlichen Fachwerkhäuser mit typischen Auskragungen, bei denen jedes obere Stockwerk ein wenig weiter vorspringt als das darunterliegende. Diese Bauweise war eine clevere Antwort auf Platzmangel innerhalb der alten Stadtmauern. Ausserdem konnten Steuern gespart werden.

Betrachte beim Spaziergang nicht nur die faszinierenden Geschäftsauslagen, sondern schau dir die Häuser etwas genauer an. Du wirst Heilige und andere Figuren wie Vannes et sa Femme finden. Früher waren sie wohl mal ein Firmenschild, auch wenn heute keiner mehr weiss, wofür. Heute sind sie Maskottchen von Vannes.

Detail am Fachwerkhaus in Vannes, Bretagne, mit den Figuren ‚Vannes et sa femme‘ – zwei bunt bemalte Köpfe, die sich aus der Fassade lehnen, über einem Hängeschild
Vannes et sa Femme

Am besten, du besorgst dir in der Tourist-Information am Hafen einen Stadtplan, auf dem die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Vannes aufgeführt sind.

Leerer Platz in Vannes, Bretagne, umgeben von historischen und modernen Gebäuden in sanftem Abendlicht, mit grossen Pflanzkübeln im Vordergrund.
Abend in der Altstadt von Vannes

Der Hafen von Vannes

Stehst du am Place Gambetta oder sitzt in einer der zahlreichen Bars, blickst du auf ein ruhiges Wasserbecken. Segelboote liegen hier eng aneinander vor Anker, und Spaziergänger flanieren entspannt am Ufer entlang. Das Wasser wirkt spiegelglatt. Immer wieder beobachten wir, wie Segler auf eigenwilligen Transporthilfen ihre Einkäufe über die Promenade zu den Booten balancieren.

Place Gambetta am Hafen von Vannes, Bretagne, mit Booten im Wasser, historischen Häuserfassaden und Baumreihe unter teils bewölktem Himmel.
Place Gambetta, Vannes

Wir fragen uns, während wir dem Wasserlauf folgen: Wo kommt das Wasser eigentlich her? Was bei den Römern einst ein natürlicher Hafen war, ist heute das Ergebnis einer ausgeklügelten Regulierung. Gespeist wird der Hafen von der La Marle, einem kleinen Flüsschen, das teilweise unterirdisch durch die Altstadt fliesst. Im Étang au Duc wird die Marle gestaut, um auch bei Ebbe einen gleichbleibenden Wasserstand im Hafenbecken zu gewährleisten. Die Schleusen liegen unauffällig direkt südlich des Place Gambetta, unterhalb der kleinen Brücke, die in Richtung Jardin des Remparts führt.

Auf halber Strecke entlang des Hafenbeckens liegt auf der rechten Seite das moderne Gebäude von Vannes Tourisme. Es lohnt sich, hier einen Zwischenstopp einzulegen und sich mit Stadtplänen und Informationen zu den Bootsfahrten durch den Golf von Morbihan zu versorgen. Auch wir fragen uns verwundert auf unserem Spaziergang, wo denn nun eigentlich die Fähren zu den Inseln ablegen.

Blick auf die Promenade und das schmale Hafenbecken in Vannes, wo zahlreiche Segelschiffe vertäut liegen.
Hafenbecken

Der Gare Maritime liegt zu Fuss 2 km vom Place Gambetta entfernt. Uns ist es von unserer Wohnung in Vannes zu weit zu laufen, weshalb wir mit dem Auto fahren, als wir die Île d’Arz besuchen. Es stehen zahlreiche Parkplätze zur Verfügung. Man erreicht den Fährhafen aber auch mit dem Bus.

Am Gare Maritime von Vannes mündet die La Marle in den Golf von Morbihan. Hier morgendlicher Blick auf die Fähren und das Wasser.
Blick vom Gare Maritime

Zwischen Land und Wasser

Es fällt uns schwer, Abschied vom Golf von Morbihan zu nehmen. Diese Region zwischen Land und Wasser hat uns fasziniert in ihrer Vielfalt. Wie so oft, hat die Zeit nicht gereicht, um alles zu besuchen, was wir uns vorgenommen hatten. Dafür haben wir uns viel Zeit für die Halbinsel Rhuys und die Umgebung von Château de Suscinio genommen. Die Zeit hat auch gereicht, um einen guten Eindruck der Île aux Moines, der Île d’Arz und der Gezeiteninsel Île Berder zu bekommen.

Der Übergang zur Gezeiteninsel Île Berder ist Symbol für diese Region zwischen Land und Wasser - Golf von Morbihan.
Übergang zur Île Berder

Während wir Vannes vor allem morgens auf dem Weg zum Bäcker oder abends, wenn es langsam ruhiger wurde, durchstreift haben, könnte man den Themenwegen durch die Stadt folgen. Für die Kunstausstellungen in der alten Markthalle (La Cohue) hat die Zeit ebenso wenig gereicht wie für den Sonnenuntergang an der Pointe d’Arradon oder den Besuch des Cairn von Gavrinis.

Wir müssen wiederkommen. Damit bestätigt sich einmal mehr unsere Erfahrung: Je mehr wir gesehen haben, desto länger wird die Liste der Orte, die wir noch entdecken möchten.

Vielleicht liegt im ständigen Wechsel zwischen Land und Wasser genau das, was diese Landschaft am Golf von Morbihan so berührend macht: Sie bleibt immer in Bewegung – genau wie wir. Unser nächstes Ziel ist Saint-Malo. Golf von Morbihan – wir kommen eines Tages wieder.

Ein Segelboot liegt auf dem Sandstrand, denn im flachen Golf von Morbihan zieht sich das Wasser bei Ebbe weit zurück. Sinnbild für diese Region zwischen Land und Wasser.
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8 Comments

  1. Hallo zusammen

    Ich kann mich Gabi nur anschließen. Genau das ist der Grund, warum ich immer noch so gerne Reiseblogs lese: Die Inspiration. Auch ich kenne weder die Bretagne noch den Golf von Morbihan. Aber eure lebendigen Beschreibungen machen Lust, die Region mit allen Sinnen zu entdecken.

    Liebe Grüße
    Carola

    1. Liebe Carola
      wie schön, das zu lesen – genau das ist es, was wir mit unseren Beiträgen erreichen möchten: Lust auf Entdeckungen zu machen. Der Golf von Morbihan ist wirklich eine Region für alle Sinne, mit vielen stillen Momenten zwischen Meer, Wind und Geschichte. Vielleicht zieht es dich ja eines Tages dorthin.
      Liebe Grüsse
      Susan

  2. Liebe «4 Urlauber»,

    es ist immer wieder schön, von Gegenden zu lesen und sich inspirieren zu lassen, die man so ganz und gar nicht kennt. Und tatsächlich ist die Bretagne ein komplett weißer Fleck auf unserer Landkarte – der Golf von Morbihan sowieso, noch nie davon gehört. Freunde, die schon zigmal in der Bretagne waren, schwärmen so viel, und auch Euer Artikel hat große Lust gemacht, irgendwann mal hinzufahren, sowohl kulinarisch, kulturhistorisch als auch landschaftlich. Dankeschön, merken wir uns vor.

    Liebe Grüße von den «Hierdadorts» Gabi und Michael

    1. Liebe Gabi, lieber Michael,
      das freut mich sehr! Die Bretagne hat so viele Gesichter – und der Golf von Morbihan zeigt eines der stilleren, aber umso faszinierenderen. Zwischen Gezeiten, kleinen Häfen und alten Legenden findet man dort eine ganz eigene Stimmung. Vielleicht führt euch eure Reiselust ja eines Tages dorthin.
      Liebe Grüsse
      Susan von den 4 Urlaubern

  3. Das klingt nach einer wunderbar abwechslungsreichen und besonderen Region. Der Golf von Morbihan scheint mit seiner Mischung aus Land und Wasser wirklich seinen ganz eigenen Charme zu haben. Schön, dass ihr euch Zeit genommen habt, die Halbinsel Rhuys und die Inseln zu erkunden – oft sind es ja gerade diese kleinen Ecken, die besonders in Erinnerung bleiben. Danke fürs Teilen eurer Eindrücke!

    1. Hallo Lisa,
      Ja, das fand ich auch – diese Mischung aus Meer, kleinen Inseln und dem grünen Hinterland ist einfach besonders. Wir haben dort viele Ecken entdeckt, die man leicht übersehen könnte, und genau das macht den Charme aus. Freut mich, dass dich der Beitrag angesprochen hat!
      Liebe Grüsse
      Susan

  4. Hallo,

    sehr interessanter Beitrag zu einer wunderbaren Region. Vor einer längeren Weile, in den 70ern war ich mal zum Schüleraustausch in Frankreich. Die Familie hatte ein Ferienhaus in Saint Gildas de Rhuys, wo ich dann drei wunderbare Wochen mit Strandurlaub verbracht habe. Leider haben wir nicht so viele Ausflüge gemacht. Es gibt ja einiges zu sehen!

    Herzliche Grüße
    Renate

    1. Hallo Renate,
      das ist ja schon eine Weile her, seit du am Golf von Morbihan warst. An Orte zurückzukehren, die sich tief ins Gedächtnis eingegraben haben, ist immer so eine Sache – meist findet man sie verändert vor. Aber den Golf von Morbihan kann ich dir trotzdem sehr empfehlen. Die Gegend hat sich sicher gewandelt, bleibt aber auf ihre Weise besonders.
      Liebe Grüsse
      Susan

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