Städtetrip Prag – unsere Highlights für ein Wochenende
Prag ist mehr als die Summe seiner Sehenswürdigkeiten und Geschichte. Die mittelalterlichen Gassen, die malerischen Plätze, gemütlichen Cafés und Biergärten verleihen der goldenen Stadt an der Moldau eine besondere Atmosphäre. Auf diesem Städtetrip durch Prag entdecken wir bekannte Highlights wie die Karlsbrücke, den Hradschin und den Altstädter Ring, lassen uns aber genauso gern durch versteckte Gassen treiben. Obwohl mein letzter Besuch Jahrzehnte zurückliegt, fühlt sich Prag sofort wieder vertraut an. Bunt, quirlig und voller Charme.

Statt eine Liste der wichtigsten Sehenswürdigkeiten abzuhaken, nehmen wir dich mit auf unsere Route für ein verlängertes Wochenende in Prag. Gemeinsam mit der Familie erkunden wir die Stadt zu Fuss, stehen früh für menschenleere Fotomotive auf, entdecken ruhige Ecken abseits der grossen Touristenströme und erleben unterwegs auch die kleinen Geschichten, die einen Städtetrip unvergesslich machen. Am Ende findest du weitere Ideen, wenn du Prag bei einem nächsten Besuch unter einem bestimmten Thema entdecken möchtest.
Praktische Tipps für Prag
Anreise
Prag erreichst du bequem mit Auto, Bahn oder Flugzeug. Der Václav-Havel-Flughafen liegt rund 17 Kilometer westlich der Altstadt. Von dort verkehren regelmässig Busse und Trolleybusse mit Anschluss an die Metro, sodass du das Zentrum auch ohne Mietwagen gut erreichst. Bei einem kurzen Städtetrip würden wir allerdings ein Taxi oder Uber bevorzugen. So gelangst du ohne Umsteigen direkt zu deiner Unterkunft und kannst deine Zeit lieber in der Stadt als mit Gepäck in öffentlichen Verkehrsmitteln verbringen.
Prag ist bequem mit dem Auto über die Autobahn zu erreichen. Eine Herausforderung ist allerdings das Parken, wenn du möglichst zentral wohnen möchtest. In der Innenstadt sind die meisten Parkplätze den Anwohnern vorbehalten. Bereits bei der Schlüsselübergabe wurden wir darauf hingewiesen, dass Fahrzeuge mit ausländischen Kennzeichen besonders häufig kontrolliert werden. Uns blieb deshalb nichts anderes übrig, als nach dem Ausladen ins Parkhaus zu fahren und dort die teuren Tagestarife zu bezahlen.
Der Prager Hauptbahnhof (Praha hlavní nádraží) liegt rund zwei Kilometer von der Altstadt entfernt. Ob du mit dem Taxi, der Metro oder zu Fuss zu deiner Unterkunft gelangst, bleibt dir überlassen. Spare dir die Kräfte lieber für die Erkundung der Stadt. Auf einem Städtetrip durch Prag kommen schnell viele Kilometer zu Fuss zusammen.
Übernachtung
Mein Tipp für Prag lautet: Suche dir eine Unterkunft so zentral wie möglich. Ob Ferienwohnung oder Hotel ist Geschmackssache, aber aus der Haustür zu fallen und mitten im Geschehen zu sein, hat etwas. Die Prager Altstadt ist zwar voller Touristen, aber sehr relaxed. Und in Prag fängt der frühe Vogel die besseren Bilder, etwa von der Karlsbrücke, ein. So kannst du vor dem Frühstück schon mal ein paar Fotos machen, danach gemütlich frühstücken und anschliessend auf Besichtigungstour gehen. In den schönen Altstadthäusern musst du allerdings damit rechnen, dass du den Verkehr hörst. Uns war die zentrale Lage diesen kleinen Nachteil jederzeit wert.
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Unser Rundgang durch Prag
Komm mit auf unseren Rundgang durch Prag. Wir starten am späten Nachmittag an der Karlsbrücke und lassen uns durch die Altstadt treiben. Am nächsten Morgen klingelt der Wecker früh, denn einige der schönsten Motive gehören den Frühaufstehern.
Über die Karlsbrücke zum Hradschin
Nur wenige Gehminuten von unserem Apartment entfernt beginnt unser Rundgang an der Karlsbrücke.

Vor lauter Menschen sehen wir die Karlsbrücke nicht. Menschenmassen sind unterwegs. Einmal auf der Brücke werden wir vorwärts geschoben. An den Rändern gelingt es, hier und da anzuhalten und das pulsierende Leben auf dem Fluss zu beobachten.


Für musikalische Untermalung ist gesorgt, denn Bands bemühen sich trotz der vielen Menschen um die Aufmerksamkeit der Touristen. Am gegenüberliegenden Ende der Brücke strömen die Menschen in Richtung Hradschin unaufhaltsam nach oben. Der Aufstieg ist bei warmen Wetter anstregend, lohnt sich aber, denn mit jedem Schritt wird die Aussicht beeindruckender. Künstler zeichnen mit Wasserfarben Ansichten der Stadt. Noch unterhalb des Ziels bietet uns die Aussicht auf einen Garten eine willkommene Verschnaufpause.

Oben angekommen stehen wir auf dem Hradschin, dem historischen Burgviertel von Prag, und geniessen die Aussicht auf die Stadt und das Kloster Strahov. Das Kloster wurde im Jahr 1143 gegründet und ist eines der ältesten Klöster des Landes. Heute beherbergt es eine Bibliothek und eine Brauerei.
Vor dem Ehrenhof stehen steif zwei Wachsoldaten. Uns begeistern mehr die steinernen Giganten, die das Tor bewachen.

Lange Schlangen von Touristen stehen auch noch am späten Nachmittag an der Security und warten auf Eintritt in die Burg. Wir hatten sowieso nicht vor, bei dem schönen Wetter an diesem Wochenende in Prag die Innenräume des alten Königspalastes oder den Veitsdom zu besuchen. Deshalb bummeln wir erst einmal weiter in Richtung Loretanska Strasse. Viele schöne Palais sind rechts und links der Strassen zu bewundern. Am Černin Palais springt uns ein schöner Garten ins Auge.

Am Ende der Strasse werfen wir noch einen Blick auf die Kirche der Muttergottes von Loreto und die Kirche P. Maria Andělská, bevor wir uns wieder auf den Rückweg machen. Inzwischen sollte die Schlange an der Security kürzer sein, sodass wir nun das Gelände der Prager Burg betreten können.


Prager Burg
Jetzt, nach 17.00 Uhr, ist tatsächlich nicht mehr so viel bei der Security los, weil man nicht mehr ins Innere der Gebäude kommt. Dafür ist es im Burghof deutlich leerer und man zahlt keinen Eintritt mehr.
Während wir über den Innenhof laufen, fällt mir der Schulunterricht und damit der Prager Fenstersturz wieder ein. Es gab mehrere in Prag, aber dies war wohl der erste. Als die protestantischen Adligen die beiden katholischen Statthalter samt Sekretär aus dem Fenster des Königspalastes warfen, stürzten die drei rund 15 bis 20 Meter in die Tiefe und überlebten fast unverletzt!
Die Engel, die den Sturz abfederten, waren ganz unromantisch die Unrathaufen, die sich über die Jahrhunderte angesammelt hatten. Der überlebende Sekretär wurde vom König anschliessend in den Adelsstand erhoben und hiess fortan «von Hohenfall». Humor hatten sie damals.

Der St. Veitsdom und der Begriff Veitstanz haben übrigens denselben Namensgeber: den heiligen Veit. Im Mittelalter wurden vor seiner Statue an seinem Gedenktag wilde Tänze aufgeführt. Sie sollten vor Krämpfen schützen.


Anschliessend bummeln wir durch die immer noch total überfüllte Goldene Gasse, die alte Schlossstiege hinunter. Und während wir uns die winzigen Häuschen ansehen, fällt mir die Geschichte wieder ein, dass es für sämtliche Bewohner eine Toilette an der Burgmauer gab.
Den Namen verdankt die goldene Gasse den Goldschmieden und nicht den Alchemisten, die Kaiser Rudolf II so zahlreich neben Magiern und Astrologen um sich scharrte.
Unser Weg führt uns über die Manesuv Brücke zurück auf die andere Seite der Stadt, wo wir uns ein Restaurant zum Abendessen suchen.

Wenn du in Prag ein Bier bestellst, musst du unbedingt den Schaum testen. Der Schaum eines ordentlich gezapften Pilsner Urquells ist so fest, dass ein Zahnstocher mindestens zehn Sekunden darin stehen bleibt, ohne umzufallen oder zu sinken. Unserer hielt sogar rund zwanzig Sekunden durch, bevor er langsam zur Seite kippte.
Prag gehört den Frühaufstehern
Für ein paar Fotos ohne Menschenmassen stehen wir am nächsten Morgen früh auf. Allerdings gehört uns die Karlsbrücke auch um 6.00 Uhr morgens nicht allein. Neben jungen Männern, die noch gar nicht im Bett waren, und jeder Menge anderer Fotografen sind auch schon viele asiatische Brautpaare in Hochzeitskleid und Anzug unterwegs und lassen sich ablichten.

Am anderen Ende der Karlsbrücke laufen wir jetzt nicht zum Hradschin, sondern zur John Lennon Gedächtnismauer auf der Kampa Halbinsel. Der kleine Teufelsbach trennt die Kampainsel von der Kleinseite. Von der Karlsbrücke führt eine Treppe auf die Halbinsel, die wir aber erst entdecken, als wir unten davorstehen. Wir schlängeln uns durch die Häuser und kommen beim Wasserrad über den Fluss.

Auch vor der Gedächtnismauer, wo sich Fans anlässlich des Todestages des Beatles trafen, um gegen die Ächtung westlicher Rockmusik zu protestieren, stehen drei Hochzeitspaare. Es ist auch hier gar nicht so einfach, ein Stück Mauer ohne Personen zu ergattern. Lustig finde ich es schon, dass ausgerechnet bei dem Teil, wo die Liedzeile «All you need is love …» zu sehen ist, kein Brautpaar steht.

Als Nächstes erregen die Skulpturen vor dem Kampa Museum unsere Aufmerksamkeit. Der Strichcode statt eines Gesichts und die kriechende Haltung wirken verstörend. David Černý versteht die Miminka als Sinnbild für die Gefahren einer zunehmend von Technologie geprägten Welt und den Verlust menschlicher Individualität.

Morgens auf den Laurenziberg zum Kloster Strahov
Da der Morgen sehr schön ist und wir erst gegen 9.00 Uhr mit Brötchen in der Ferienwohnung erwartet werden, steigen wir noch zum Laurenziberg hoch. Der Seilbahnbetrieb startet erst 7.00 Uhr, da haben wir schon mehr als die Hälfte des Weges nach oben geschafft.
Beim Aufstieg zum Petrín, wie der Laurenziberg im tschechichen heisst, erschrecken wir zwei Hasen. Zahlreiche Wege kreuz und quer führen hoch. Wir laufen der Nase nach und folgen dabei ausgetretenen Pfaden durch die Obstgärten. Oben steht der 63,5 m hohe Aussichtsturm Petrín. Uns erinnert er an den Eiffelturm. Er wurde 1861 anlässlich einer Industrieausstellung eröffnet und ist laut Wikipedia tatsächlich ein verkleinerter Nachbau des Eiffelturms.

Hier oben auf dem Berg herrscht noch himmlische Einsamkeit, denn Petrín-Turm und Spiegellabyrinth öffnen erst um 10.00 Uhr ihre Türen. Deshalb sind wir von ein paar Joggern abgesehen allein hier und geniessen die Ruhe auf unserem Wochenende in Prag, bevor wir uns nach dem Frühstück wieder ins Getümmel stürzen.

Durch Wiesen laufen wir weiter zum Kloster Stahov. Auch da sind wir fast allein.

Bevor wir durch einen kleinen Durchgang unseren Abstieg durch Reben und Wiesen beginnen, erhaschen wir noch ein paar schöne Blicke auf das Kloster. Um diese Uhrzeit ist es noch geschlossen. Zum ersten Mal denke ich leider, ansonsten würden wir sicher den berühmten Bibliothekssälen einen Besuch abstatten.


Auf unserem Weg nach unten können wir immer wieder schöne Blicke auf die Burganlage auf dem Hradschin werfen.

Unser Weg führt uns am Palais Lobkowitz, dem Sitz der deutschen Botschaft, und am Palais Schönborn, dem Sitz der amerikanischen Botschaft, vorbei. Auf dem Gelände der deutschen Botschaft steht heute der Bronzeabguss der Skulptur Quo Vadis des Künstlers David Černý – ein Trabi auf vier Beinen. Die Skulptur erinnert an die DDR-Bürger, die 1989 in die Botschaft geflüchtet waren und von dort aus in den Westen ausreisen durften. Leider konnten wir keinen Blick auf den Trabi werfen. Dafür begegnet uns wenig später ein geparkter Trabant.

Statt über die Karlsbrücke zurückzulaufen, biegen wir am Fuss der Brücke nach links ab und folgen den verschlungenen Gassen vorbei an einem kleinen, ummauerten Park bis zur Mánesův-Brücke.
Das Brötchendebakel
Unser morgendlicher Rundgang neigt sich dem Ende entgegen. So langsam sind wir etwas besorgt, denn nirgendwo zieht der Duft von frischen Brötchen durch die morgendlichen Strassen von Prag. In der Nähe der Wohnung fragen wir uns dann durch. Selbst eine Panadaria stellt sich als Café heraus, wo es nur belegte Brote, Kuchen und Croissants gibt. Eine Bäckerei gibt es hier weit und breit keine. Schlussendlich kaufen wir die Brötchen in einem kleinen Supermarkt. Zu Hause entpuppen sich dann die Körnerstangen auch noch als Brötchen, die üppig mit Kümmel, statt vermeintlichem Leinsamen bestreut sind. Kümmel geht gar nicht.

Rund um den Altstädter Ring
Nach dem Frühstück zieht es die ganze Familie zum Altstädter Ring. Um das Schauspiel an der berühmten Rathausuhr sehen zu können, muss man in gerader Linie davor und ziemlich weit hinten stehen. Wenn man, wie wir, erst kurz vor der vollen Stunde erscheint, steht man sehr weit seitlich vorn. Von da sieht man aber die Figuren nicht. Sie sind von einem Taubennetz geschützt und laufen nur noch innen an den Fenstern vorbei.

Die Menschen verteilen sich wieder und unsere Aufmerksamkeit wird von Seifenblasen magisch angezogen. Ein Seifenblasenkünstler überzieht Leute, die etwas in die Kasse werfen mit grossen und kleinen Seifenblasen, die dann lustig in den Himmel steigen, bevor sie zerplatzen und so manchem Fotomotiv das gewisse Extra verleihen.


Auch, wenn wir kindliche Freude an den Seifenblasen haben, lassen wir uns weiter treiben. Die Atmosphäre ist an diesem Sonntagvormittag entspannt und so bewundern wir die Angebote der Glaskünstler, die sowohl futuristische Lampen als auch interessanten Schmuck verkaufen. In einer scheinbar alten Apotheke gibt es Seifen zu kaufen. In einem Matroschka-Laden entdecken wir fast jeden berühmten Künstler oder Politiker als Matroschka-Figur. Das Angebot reicht von Souvenirs über Spezialitäten bis zu Designer Läden.

Was hier in der Innenstadt fehlt, sind Sitzgelegenheiten zum Ausruhen. Da es jenseits der Touristenattraktionen überall sehr schöne Parkbänke gibt, vermuten wir Absicht dahinter. Wahrscheinlich sollen ruhebedürftige Menschen sich ins nächste Café setzen. Wir wandern weiter zum Gemeindehaus im Jugendstil. Allerdings wird die Ansicht dieses wunderschönen Gebäudes von einer Unmenge an Verbotsschildern verunstaltet. Am Platz der Republik findet ein kleiner Markt statt. Dort endlich können wir uns bei einem Springbrunnen auf die Stufen setzen und kurz ausruhen.

Die Erholung der Füsse in der prallen Sonne ist nur ein halbes Vergnügen. Deshalb wandern wir an diesem Wochenende in Prag bald weiter zum jüdischen Viertel.
Josefov – das jüdische Viertel
Im jüdischen Viertel, auch Josefstadt genannt, sind unglaublich viele Menschen mit Führungen in allen Sprachen unterwegs. Der alte jüdische Friedhof ist wegen Feierlichkeiten über Pfingsten geschlossen. Er war jedoch sicher nicht der älteste jüdische Friedhof, den es in Prag gegeben hat, denn die Juden lebten ab dem 10. Jahrhundert in der Stadt.
Die Josefstadt wurde früher immer wieder von den Hochwassern der Moldau heimgesucht. Deshalb wurde bei der Sanierung das Strassenniveau angehoben. Und so liegt die Strasse vor der Altneusynagoge heute zwei Meter oberhalb des Eingangs.

Bis ins 18. Jahrhundert hiess die Synagoge nur Neusynagoge, denn die erste Synagoge war die Alte Schule aus dem 12. Jahrhundert. Diese wurde jedoch 1860 abgerissen. An ihrer Stelle wurde die Spanische Synagoge gebaut.
Eine wichtige Prager Legende rankt sich um die Altneusynagoge und den Rabbi Löw, der im 16. Jahrhundert eine Talmudschule in Prag eröffnete. Er soll den Prager Golem erschaffen und beseelt haben, um die Juden vor Überfällen zu schützen. Der Golem geriet jedoch ausser Kontrolle und verursachte Chaos und Zerstörung. Rabbi Löw soll sein Geschöpf deaktiviert und auf dem Dachboden der Altneusynagoge versteckt haben.



Abendspaziergang zum Tanzenden Haus
Nach einer wohltuenden Pause im Appartement werfen wir uns erneut ins Gedrängel. Wir folgen immer der Moldau und geniessen die Aussicht auf die gegenüberliegende Seite. Doch, was ist das im Wasser? Zwei Tiere erregen unsere Aufmerksamkeit. Biber konnten wir recht schnell ausschliessen, für eine Wasserratte sind sie viel zu gross. Erst der Blick in die Datenkrake bestätigt unsere Vermutung. Wir beobachten hier zwei fett gefressene Nutrias, die die Touristen oben an der Strasse anbetteln. Was man so alles an einem Wochenende in Prag entdecken kann.

Das Wasser bleibt interessant. Als nächstes sehen wir die langen Schlangen an den verschiedenen Tretbootvermietern. Auch bei den Kugeln, mit denen man auf dem Wasser laufen kann, wartet Kundschaft. Mein Ding wäre es nicht, eingeschlossen in einer Luftblase auf dem Wasser zu kugeln oder wie ein Hamster im Rad zu laufen.

Inzwischen sehen wir schon das Tanzende Haus in der Ferne. Für ein Foto ohne Fahrleitungen, Personen und Fahrzeuge muss ich mich fast überfahren lassen. Die beiden Hausteile schmiegen sich wie Fred Astaire und Ginger Rogers aneinander, weswegen das Haus auch Ginger & Fred genannt wird.

Wir folgen nun dem Weg zum Karlsplatz. Der Weg führt uns an den Einschusslöchern der St. Kyrill und Method Kirche vorbei. Die Einschusslöcher stammen von den Nazis, die die Attentäter des Reichsprotektors Heydrich 1942 bis zu dieser Kirche verfolgt hatten. In der Kirche erinnert eine Ausstellung an die Ereignisse jener Zeit. Wir bummeln weiter und geniessen ein weiteres Abendessen.
Die Astronomische Uhr streikt
Neuer Tag, neuer Brötchenkauf, der sich für einen Umweg anbietet. So gehen wir schnell noch einmal an der Rathausuhr vorbei. Ausser den scheinbar obligatorischen asiatischen Hochzeitspaaren und ihrer Crew ist nicht viel los, sodass wir die perfekte Position haben. Der Zeiger rückt auf die Acht und es passiert rein gar nichts. Die Türen öffnen sich nicht, das Skelett zieht nicht an der Glocke und auch der Hahn kräht nicht. Wir hatten schon gehört, dass die Astronomische Uhr Störungen haben kann, konnten es aber nicht glauben. Wenigstens ein Bild von den Häusern am Altstädter Ring konnte ich noch machen.

Prag ist mehr als eine Reise wert
«Die Schweizer haben die Uhren, die Prager die Zeit.»
Unser Wochenende in Prag endet schon wieder. Nach dem Frühstück heisst es Abschied nehmen von Prag. Aber schön war es. Wir kommen bestimmt wieder, denn längst haben wir nicht alles entdeckt. Schon jetzt haben wir einige Ideen, worauf wir uns beim nächsten Städtetrip nach Prag konzentrieren würden.
So würde es uns reizen, mal den Skulpturen von David Cerný durch Prag zu folgen. Neben Miminka und dem Trabi auf vier Füssen (Quo Vadis, Original steht in Leipzig) gibt es unzählige Skulpturen mehr, die in der ganzen Stadt verstreut zu finden sind (u.a. Horse, Metalmorphosis, Man Hanging Out, In Utero, Piss, Brown Nosers, Fast Tuned Skull).

Ebenso wäre es sicher lohnenswert, den Spuren des literarischen Prags zu folgen. Berühmte deutschsprachige Autoren wie Franz Kafka, Rainer Maria Rilke, Franz Werfel oder Egon Erwin Kisch haben die Stadt geprägt. Wenn dich Literatur auf Reisen fasziniert, könnten dich auch unsere Beiträge über Dublin oder Edinburgh interessieren.
Natürlich würde es auch Spass machen, einmal durch die Antiquariate und Buchhandlungen zu stöbern, denn in Prag findet man viele alte deutschsprachige Bücher. Die Krönung wäre ein Besuch des Bücherturms in der Municipal Library of Prague sowie der Bibliothek des Klosters Strahov. Wenn du wie wir gerne aussergewöhnliche Bibliotheken besuchst, lohnt sich auch ein Blick in die Deichman Bibliothek in Oslo. Sie gehört zu unseren absoluten Lieblingsorten der Stadt.
Autoren und Kaffeehäuser gehören irgendwie auch zusammen, sodass auch das leibliche Wohl nicht zu kurz käme. Und falls du dich eher für Trickfilme und Marionetten begeisterst, auch da bietet Prag einiges. An Ideen mangelt es uns jedenfalls nicht, wir kommen wieder nach Prag.

wunderschöne Fotos und ein sehr guter Bericht von und über Prag, gefällt mir sehr gut
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