Saint Malo und Umgebung – zwischen Gezeiten, Stränden und Klippen

Stell dir vor, du besuchst eine Stadt am Meer – doch das Meer hat sich einen halben Kilometer zurückgezogen und hinterlässt einen endlosen Sandstrand. Nur die Holzpfähle zum Brechen der Brandung erinnern daran, dass das Meer in Saint Malo nicht immer fern ist. Die gewaltigen Unterschiede der Gezeiten nutzt das Gezeitenkraftwerk Rance zur Energiegewinnung. Doch die Umgebung von Saint Malo steckt voller Kontraste: hier das mondäne Dinard, dort das mittelalterliche Fischerdorf Saint-Suliac; endlose Sandstrände in Saint-Jacut-de-la-Mer und unweit die rauen Klippen am Cap Frehel und Fort La Latte.

In Saint Malo und seiner Umgebung zeigt die Bretagne ihre zwei Gesichter – das raue, gezeichnet von Wind und Klippen, und das sanfte, mit Stränden und Inseln wie am Golf von Morbihan.

Entdecke mit uns Saint Malo und begleite uns auf zahlreichen Ausflügen. Lass dich von unseren Geheimtipps inspirieren und mache dir selbst ein Bild. Vier Nächte fühlen sich hier wie eine kleine Reise durch die Bretagne an

Der Grand Plage du Sillon in Saint-Malo mit blauem Himmel. Das Wasser hat sich schon weit zurückgezogen. Die Wellenbrecher trocknen in der Sonne.
Grande Plage du Sillon

Saint Malo – Korsarenstadt am Meer

Saint Malo trägt bis heute den Beinamen Korsarenstadt. Hinter den mächtigen Mauern lebten einst Seefahrer, die mit Genehmigung des Königs fremde Schiffe kaperten und so unermessliche Reichtümer in die Bretagne brachten. Die Stadt wuchs im 17. und 18. Jahrhundert zu einem der wichtigsten Häfen Frankreichs heran – stolz, wohlhabend und selbstbewusst. Noch heute prägen die Mauern, die Bastionen und das weite Blickfeld aufs Meer diesen besonderen Charakter. Wer durch die Gassen von Intra Muros schlendert, begegnet Spuren dieser Zeit. Dem erfolgreichsten Piraten mit Lizenz zum Überfall, Robert Surcouf, ist sogar eine Statue am Champs-Vauvert Cavalier gewidmet. Am Hafen liegen heute Segelschiffe, die an diese Zeiten erinnern.

Die Altstadt von Saint Malo (Intra Muros) orange gefärbt von der aufgehenden Sonne.
Auf dem Weg zur Altstadt von Saint-Malo

Einmal früh aufstehen lohnt sich: Wenn die Sonne aufgeht und die Mauern in goldenes Licht taucht, spiegeln sich Masten, Kräne und Schiffe im stillen Wasser des Hafens. Von alten Seglern bis zu modernen Yachten ist alles vertreten. Noch schläft die Stadt, fern vom Trubel des Tages. Für einen Moment gehört dir die Korsarenstadt allein.

Segelschiffe liegen im spiegelglatten Wasser im Hafen von Saint-Malo, während die Sonne aufgeht.
Morgenstimmung
In den Fenstern einer grossen, modernen Yacht spiegelt sich die Altstadt von Saint-Malo.
Spiegelungen

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Intra Muros

Wir nähern uns der Altstadt von Saint Malo – Intra Muros durch den Jardin de la Légion d‘ Honneur. Palmen wachsen geschützt durch die mächtigen Mauern und schaffen eine Atmosphäre, die so gar nicht an Bretagne erinnert.

Saint-Malo Altstadt: Palmen stehen windgeschützt vor den Mauern und verleihen der Altstadt etwas Exotisches.
Palmen im Garten

Mit zahlreichen Gymnasiasten betreten wir die Altstadt durch die Porte Saint-Vincent. Die Stadtmauer von Saint-Malo entstand in zwei grossen Phasen. Die ursprüngliche Befestigung entstand im 12.-17. Jahrhundert. Im 18. Jahrhundert wurden die Mauern verstärkt und die Porte Saint-Vincent eingebaut.

Die Porte Saint-Vincent hat für jede Fahrspur und die Fussgänger ein eigenes Tor. Durch sie betriit man Saint-Malos Altstadt Intra Muros.
Porte Saint-Vincent

Wir folgen den Gymnasiasten bis zum Lycée und landen so in unmittelbarer Nähe zum Aufgang zur Stadtbefestigung und folgen dieser vorbei an den verschiedenen Bastionen und dem Artillerieturm.

Durch die Porte de Dinan betreten wir am entgegengesetzten Ende wieder die Altstadt von Saint-Malo. Die Boulangerie Pâtisserie de la Cathédrale wird von nun an jeden Morgen unser Ziel. Hier versorgen wir uns mit allem, wonach uns der Sinn steht. Das Brot und die Eclairs (als Kinder nannten wir sie Liebesknochen und Liebe ist es auch heute noch) sind unwiderstehlich lecker.

Jeden Morgen nehmen wir einen anderen Weg durch die Altstadt. Ganz früh sind noch die Strassenreiniger dabei, den Dreck der Möwen und Touristen zu beseitigen. Das Licht macht es schwierig, in der Altstadt zu fotografieren, denn in den engen Strassen ist überall noch Schatten.

Glücklicherweise kann man sich heute nicht mehr vorstellen, wie Saint-Malo nach dem Zweiten Weltkrieg aussah, als 80 Prozent der Häuser zerstört waren. Ich lese während unseres Aufenthaltes «Alles Licht, das wir nicht sehen» von Anthony Doerr, welches zur Zeit des Krieges unter anderem in Saint-Malo spielt. Ich kann das Buch sehr empfehlen. Es wurde auch verfilmt.

Am schönsten ist es jedoch, sich einfach treiben zu lassen, durch enge Gassen, vorbei an alten Granithäusern, kleinen Läden und Cafés. Hinter jeder Ecke eröffnet sich ein neuer Blick – sei es auf das Meer, auf eine Bastion oder auf ein besonderes Detail.

So endet jeder Streifzug durch Intra Muros mit der Vorfreude auf das Frühstück in unserem Appartement* mit Blick auf das Meer.

Ausblick von unserem Appartement auf Balkon mit Möwe, den Grande Plage du Sillon und das Meer in Saint-Malo.
Blick vom Esstisch auf Balkon und das Meer

Saint Malo Strand – Grande Plage du Sillon

Ein ausgedehnter Strandspaziergang in Saint-Malo am schönsten und längsten Strand der Bretagne ist ein Muss. Der Strand zieht sich bei Ebbe vom Fort National über drei Kilometer bis nach Paramé. Er ist in mehrere Abschnitte unterteilt, die eigene Namen tragen. Bei Ebbe zieht sich das Meer bis zu einem halben Kilometer zurück, bei Flut verschwindet der Sandstrand dagegen vollständig.

Blick auf Saint-Malo und seine Altstadt über den nassen Strand (Grande Plage du Sillon) an der Wasserlinie des sich zurückziehenden Wassers.
Blick auf Saint-Malo

Der Sonnenaufgang am Grand Plage du Sillon ist magisch. Lange bevor die Sonne über dem Horizont auftaucht, färbt sich der Himmel in kräftigen Rottönen.

Der Himmel glüht rot, während die Häuser oberhalb des Grande Plage du Sillon wie eine schwarze Silhouette in den Himmel ragen. Der nasse Strand reflektiert das Licht.
Sonnenaufgang über dem Grande Plage du Sillon
Endlich steigt die Sonne so hoch, dass sie über die Silhouette der Häuser schaut, während sich das Wasser weiter von Saint-Malo zurückzieht.
Das morgendliche Versprechen eines schönen Tages

Es dauert eine Weile, bis das Fort National, das auf einer Felseninsel thront, vom Strand her zugänglich ist. Vor dem Bau Ende des 17. Jahrhunderts stand dort ein Leuchtturm, der Felsen diente zudem als Hinrichtungsstätte.

Das Fort National in Saint-Malo bei Ebbe
Fort National

Zwischen dem Fort National und der Stadtbefestigung wird in einer Senke, dem Bassin de l’Éventail, das Wasser bei Ebbe gestaut und bildet so ein flaches Meeresbecken. Trotz des kalten Wassers haben die Kinder grosse Freude beim Planschen und Krebsefangen, während die Erwachsenen sich auf den umliegenden Felsen sonnen.

Türkis leuchtet Wasser im Bassin de l’Éventail. Dahinter sieht man den endlosen Sandstrand von Saint-Malo.
Hier ist Baden auch bei Ebbe möglich

Spazierst du vom Fort National in die andere Richtung, entdeckst du unterhalb der Ufermauer schwarze Baumstämme. Es sind Hunderte von Eichenstämmen, die im 18. Jahrhundert in den Sand gerammt wurden, um die Wucht der Wellen zu brechen. Wie bei Eisbergen ragt nur ein kleiner Teil heraus, viele wurden im Laufe der Zeit erneuert.

Während unten am Strand die Strandsegler über den Sand rasen, reihen sich oben auf der Promenade die Villen aneinander. Je weiter du dich vom Fort National entfernst, desto mehr Muscheln findest du am Strand.

Strandsegler liefern sich ein Wettrennen am grossen Strand von Saint-Malo.
Strandsegler

Parc de la Briantais – ein Landschaftspark

Oberhalb der Rance-Mündung erstreckt sich ein 27 Hektar grosser Landschaftspark mit Schloss, der für die Öffentlichkeit frei zugänglich ist. Am Morgen unseres Besuchs sind vor allem Hunde-Spaziergänger unterwegs.

Auf der breiten Hauptachse nähern wir uns der Mitte. Das Schloss wirkt auf den ersten Blick majestätisch, umgeben von freiem Raum und alten Bäumen. Auf den zweiten Blick sieht man jedoch, wie sehr der Zahn der Zeit nagt. Metallverzierungen rosten vor sich hin und die Pracht vergangener Tage verblasst.

Das Chateau de la Briantais oberhalb der Rance ist umgeben von einer grossen Rasenfläche, die von alten Bäumen eingerahmt wird.
Das Schloss

Neben auffälligen Festzelten und einer Bühne gibt es im Park Skulpturen, einen Liebestempel und die überwucherte Ruine eines Manoirs zu entdecken. Gestaltet wurde der Park von den Gebrüdern Bühler, die aus einer deutschen Gärtnerfamilie stammten und in Frankreich zu den bedeutendsten Landschaftsarchitekten des 19. Jahrhunderts zählten.

Der runde, von Säulen getragene Liebestempel erinnert an einen Pavillon. - Parc de la Briantais, Saint-Malo
Der Liebestempel
Die Ruine des Manoires im Parc de la Briantais wird von der Natur zurückerobert. Fast könnte man meinen, im Dschungel zu sein.
Dschungelfeeling im Parc de la Briantais

Vom Park aus geniesst man herrliche Blicke auf den Solidor-Turm in Saint-Malo, das Gezeitenkraftwerk der Rance und auf Dinard. Der markante Turm aus dem 14. Jahrhundert beherbergt heute ein Museum – für dessen Besuch unsere Zeit nicht gereicht hat. Stattdessen starten wir vom Parc de la Briantais flussabwärts nach Saint-Suliac, bevor wir das Gezeitenkraftwerk und Dinard besuchen.

Blick vom Parc de la Briantais auf den Solidor Turm von Saint-Malo.
Blick auf den Solidor-Turm

Highlights an der Rance-Mündung bei Saint Malo

Saint-Sulliac – mittelalterlicher Fischerort

Saint-Sulliac gehört zu den schönsten Dörfern Frankreichs (Les plus Beaux Villages) und weckt mit dieser Auszeichnung unsere Neugier. Das alte Fischerdorf geht auf die Klostergründung eines walisischen Mönches im 7. Jahrhundert zurück.

Bei unserer Ankunft umkreisen wir das hübsche Dorf zunächst auf der Suche nach einem Parkplatz. Dabei ist es eigentlich ganz einfach, wenn man nicht wie gebannt auf die alten Steinhäuschen mit den in kräftigen Farben gehaltenen Fensterladen und Blumen starrt, denn eigentlich weist ein Schild den grossen Parkplatz am Rande des Dorfes aus.

Saint-Sulliac - ein typisches Steinhaus mit blauen Fensterläden und Hoftor ist urig von Efeu bewachsen.
Blauer Himmel, blaue Fensterläden – Saint-Sulliac

Welch ein Kontrast zum nur zehn Kilometer entfernten Saint-Malo. Statt geschäftigem Treiben herrscht hier beschauliche Ruhe.

Es ist fast Mittag als wir durch das Dorf pilgern. Die Häuser werfen starke Schatten in den Gassen. Nicht ideal zum Fotografieren. Dennoch sind wir sehr dankbar für den Schatten, denn wer rechnet schon Ende April in der Bretagne mit Temperaturen von 26 Grad.

So bummeln wir durch den Ort vorbei an der Kirche zum Hafen. Da gerade Flut ist, sehen wir vom schönen Sandstrand, den Saint-Sulliac haben soll, nichts. Ein Hinweisschild zeigt das Gemälde eines Impressionisten. Darauf ist der Strand zu sehen, bevor die Uferpromenade gestaltet wurde.

Blick von der Bootsrampe auf die Rance-Mündung und die Uferpromenade von Saint-Sulliac.
Saint-Sulliac und die Rance

Wir schlagen Bögen durch winzige Gassen. Es ist schön hier, aber zu heiss. So verzichten wir nach unserer Runde durch Saint-Sulliac darauf, noch den Hügel mit dem Oratoire de Grainfollet zu erklimmen und die Aussicht über die Rance zu geniessen. Auch den Dent de Gargantua Menhir (Zahn des Riesen) der unweit vom Ort zu finden ist, besuchen wir nicht.

Eine Teerose rankt an der Steinmauer eines Häuschens entlang. Ein blaue Clematis blüht unscheinbar in ihrem Schatten - Saint Sulliac.
Alles blüht
Der grün bewaldete Hügel mit dem Oratoire de Grainfollet erhebt sich über der Rance. Ein Weg von Saint-Sulliac führt hinauf.
Das Oratoire de Grainfollet

Stattdessen fahren wir zurück entlang der Rance und schauen uns das Informationszentrum zum Gezeitenkraftwerk an.

Das Gezeitenkraftwerk Rance

An der Mündung der Rance bei Saint-Malo wurde 1966 das erste grosse Gezeitenkraftwerk der Welt in Betrieb genommen. Mit einer Länge von 750 Metern verbindet die Staumauer das linke Ufer in Saint-Malo mit dem rechten in Dinard. Im Inneren arbeiten 24 Turbinen, die mit der Kraft der Gezeiten Strom erzeugen.

Blick über den Staudamm und die Schleusen am Gezeitenkraftwerk der Rance zwischen Saint-Malo und Dinard.
Der befahrbare Staudamm des Gezeitenkraftwerks an der Rance

Parkplätze für den kostenlosen Besuch des Informationszentrums findest du auf beiden Seiten auf der Dinard-Seite. Kommst du aus Dinard musst du den Staudamm durch einen Tunnel überqueren, um zum Informationszentrum zu kommen.

Das Besucherzentrum des Gezeitenkraftwerks informiert nicht nur über die Stromgewinnung, sondern auch über die Flora und Fauna im Bereich des Mündungsgebietes der Rance. Eine Führung ist nicht notwendig, da man auch nur im Besucherzentrum herumgeführt wird. Die Vitrinen enthalten aber alle wichtigen Informationen.

Eine Turbine im Gezeitenkraftwerk der Rance gibt eine Vorstellung von der Grösse .
Ausgestellte Turbine

Durch den Bau des Staudamms hat sich das Ökosystem der Rance-Mündung spürbar verändert. Früher stieg der Tidenhub hier auf bis zu 14 Meter, einer der höchsten der Welt. Heute sind es im Durchschnitt noch etwa 8 Meter, bei Springflut immerhin bis zu 11 oder 12 Meter. Die Gezeiten haben sich zeitlich verschoben. Neben der Verlandung der Rance Mündung hat sich auch der Salzgehalt des Wassers verändert.

Blick vom Staudamm des Gezeitenkraftwerks auf die Rance-Mündung mit den Absperrungen.
Blick auf die Rance-Mündung

Es gibt zwar Schleusen für den Schiffsverkehr, aber an Fische und Seehunde hat man beim Bau nicht gedacht.

Dinard – Badeort an der Smaragdküste

Scherzhaft wird Dinard als das „Brighton der Bretagne“ bezeichnet. Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts war es der Lieblingsbadeort der englischen Aristokratie. Zahlreiche Jugendstil-Villen prägen bis heute das Stadtbild und brachten Dinard 2003 das Label Stadt der Kunst und Geschichte (Ville d’Art et d’Histoire) ein. Der alte Zöllnerpfad führt entlang der Küste vorbei an den schönsten Villen aus dieser Zeit.

Blick bei Ebbe über den Plage de l'Écluse in Dinard, umgeben von zahlreichen Hotels
Plage de l’Écluse
Jugendstil Villen stehen auf den Felsen rechts und links der Bucht am Plage de l'Écluse in Dinard.
Villen in Dinard

Dinard liegt gegenüber von Saint-Malo an der Smaragdküste (Côte d’Émeraude), die sich über rund vierzig Kilometer zwischen Cancale und dem Cap Fréhel erstreckt. Ihren Namen verdankt sie dem smaragdfarbenen Meer.

Blick von Dinard auf die gegenüberliegende Altstadt von Saint-Malo.
Blick vom Zöllnerpfad in Dinard auf Saint-Malo

Spuren des Malerwegs finden sich auch in Dinard. Er zieht sich über alle Gemeinden der Smaragdküste und erinnert an Werke von Malern, die sich von dieser Landschaft inspirieren liessen. Eine Karte bekommst du in der Touristen Information.

Wir parken an der Promenade des Alliés und laufen um die Pointe de Moulinet und geniessen die Ausblicke.

Meerbecken und Meer in Dinard. Der Rand des Meerbeckens ist weiss vom Salz des verdunsteten Meerwassers und bildet einen starken Kontrast zur Smaragdfarbe des Meeres in Dinard.
Meerbecken und Meer

Tipp: Du kannst von Saint-Malo mit der Fähre in 10 Minuten nach Dinard übersetzen und bekommst so herrliche Ausblicke auf die Rance-Mündung, Saint-Malo und Dinard. Mehr Informationen über Preise und Fahrpläne auf der Website.

Vom Leuchtturm am Cap Fréhel zum Fort la Latte

Ein Kap mit zwei Leuchttürmen, einem alten Nebelhorn, 70 Meter hohen Klippen, brütenden Seevögeln und viel Wind: Willkommen am Cap Fréhel. Für uns ist das Kap Ausgangspunkt für die Wanderung zum Fort la Latte auf dem berühmten Küstenpfad GR 34.

Vom Parkplatz aus sehen wir zuerst den modernen Leuchtturm und den Tour Vauban. Der viereckige Phare de Cap Fréhel wurde 1950 erbaut. Mit seinen 32 Metern Höhe und den Klippen erreicht er eine Reichweite von 50 Kilometern. Der Tour Vauban entstand 1701/1702 als Wohnturm und Leuchtturm. Geplant vom Festungsbaumeister des Sonnenkönigs, steht er heute unter Denkmalschutz.

Ganz vorn am Wasser entdecken wir einen kleinen Turm mit weisser Tür. Er war die Nebelhornstation, die Schiffe vor der gefährlichen Küste warnte.

Auf dem Zöllnerpfad zum Fort la Latte

Das Ziel unserer Wanderung, das Fort la Latte ist bereits auf einer Landzunge zu entdecken. Bei den Felsen der La fauconnière verharren wir zuerst eine Weile und beobachten die Vögel, die hier ihrem Brutgeschäft nachgehen.

Wie Säulen ragen an Cap Fréhel die Klippen in die Höhe und bieten Seevögeln Nistplätze.
Die Klippen am Cap Fréhel

Anschliessend folgen wir dem Zöllnerpfad weiter. Die Strecke beträgt rund 4,5 Kilometer und zieht sich über Buchten und Vorsprünge bis zur Spitze. Unterwegs wechseln die Perspektiven ständig. Die steilen Felsen, das offene Meer und die wechselnde Vegetation machen den Weg abwechslungsreich. Wer gern fotografiert, braucht deutlich länger als die reine Gehzeit. Auf dem Weg zur Landzunge, an deren Spitze das Fort la Latte thront, schläft der Wind ein und wir kommen ordentlich ins Schwizen. Wenigstens hat das Fort la Latte auch am 1. Mai geöffnet.

Gelb blüht der Ginster an der Küste zwischen Cap Fréhel und Fort la Latte und erinnert uns an Schottland, obwohl wir in der Bretagne sind.
Gelber Stechginster wie in Schottland
Meeresbucht und Landspitze, an deren Ende Fort la Latte liegt.
Ausblick auf das Ziel der Wanderung – Fort la Latte
Endlich liegt das Fort la Latte vor uns im Sonnenlicht. Ein Wimpel flattert auf dem Turm im Wind.
Fort la Latte

Der Kern der Anlage geht auf das Mittelalter zurück. Unter Ludwig XIV. wurde die Burg zur Festung ausgebaut. Hinter den Mauern liegen ein kleiner Gemüsegarten, mehrere Gebäude, eine Kapelle, eine Quelle und der Tour de l’Echauguette. Im Inneren gibt es Ausstellungen, und vom höchsten Punkt geniesst man eine grossartige Aussicht. Kein Wunder, dass die gut erhaltene Burg mehrfach als Filmkulisse diente.

Blick vom Turm im Fort la Latte auf die felsige Landzunge im Meer und die Gebäude.
Ausblick vom Turm
Uralte Lavendelbüsche rahmen kunstvoll Wege in der Mitte der Häuser im Fort la Latte ein. Wanderung Cap Fréhel - Fort la Latte
Im Fort la Latte
Der Gemüsegarten in der äusseren Umrandung des Fort la Latte schmiegt sich an Mauern und Klippen.
Fort la Latte

Nach dem Besuch der Burg laufen wir zum Parkplatz am Fort la Latte und finden eine Mitfahrgelegenheit zurück zum Parkplatz am Cap Fréhel. So haben wir noch aussreichend Zeit, um Saint-Jacut-de-la-Mer bei Ebbe zu erleben.

Weitere Ausflüge rund um Saint Malo

Saint-Jacut-de-la-Mer

Das ehemalige Fischerdorf Saint-Jacut-de-la-Mer liegt auf halben Weg zwischen Cap Fréhel und Saint-Malo auf einer Landzunge und ist für seine Badestrände bekannt, Da die Temperaturen mit 26 Grad hoch sind, ist der Parkplatz an der Spitze der Insel schon voll als wir von unserer Wanderung zum Fort la Latte ankommen.

Bei Ebbe zieht sich das Meer hier weit zurück und legt eine Sandfläche, Felsen und Austernbänke frei. Nach dem steilen Abstieg über eine Treppe und etwas Felskletterei betritt man die Sandbänke auf denen sich das Wasser weiter und weiter zurückzieht.

Blick von oben auf die Sandbänke und Felsen bei Ebbe von Saint-Jacut-de-la-Mer.
Ebbe in Saint-Jacut-de-la-Mer.
Bei Ebbe werden in Saint-Jacut-de-la-Mer (Bretagne) die grossen Austernbänke sichtbar. Hier fahren Amphibienfahrzeuge zwischen den Austernbänken herum.
Austernbänke

Bei den Felsen bleiben kleine Rockpools zurück, aber wir sind zu spät, die Franzosen haben sie schon auf essbare Schätze untersucht. Nach und nach wird der Weg zur Île des Ebihens frei. Irgendwann sind wir genug gelaufen. Wir suchen uns einen Felsen als Rückenlehne, kramen aus unseren Rucksäcken ein paar Plastiktüten und setzen uns in die Sonne und spielen Strandtag und lesen in unseren Büchern.

Ein Felshaufen mit Mast in Saint-Jacut-de-la-Mer steht jetzt bei Ebbe auf nackt auf der Sandbank.
Ein Felsen mit Untiefensignal

Viel später, auf dem Rückweg haben wir wirklich das Gefühl, wir wären irgendwo in der Karibik und nicht in der Bretagne. Im Sommer ist Saint-Jacut-de-la-Mer ein beliebtes Reiseziel bei Familien, wegen der flach ins Meer verlaufenden Sandstrände.

Wie eine Insel erscheint Saint-Jacut-de-la-Mer von der Ferne aus. Rundherum von Sand und Wasser umgeben.
Bretagne oder Karibik?

Dol-de-Bretagne

Schon von weitem ragt der Turm der Kathedrale Saint-Samson über die Ebene. Sie stammt aus dem 13. Jahrhundert und erzählt mit ihren romanischen und gotischen Elementen von einer bewegten Vergangenheit. Wir waren zweimal abends in Dol-de-Bretagne, um dort zu essen und anschliessend den Sonnenuntergang vom Mont Dol zu bewundern. Da war die Kathedrale und das Cathédraloscope bereits geschlossen. Beim ersten Besuch haben wir zu lange verweilt. Die Sonne war schon hinter dem Horizont verschwunden als wir endlich oben auf dem Mont Dol waren.

Durch Dol-de-Bretagne führt ein Rundgang mit Schildern, die über die Geschichte der Kirche und der Stadt erzählen. Das alte Viertel liegt rund um die Kathedrale. Abends macht es besonders Spass, wenn der grosse Parkplatz unterhalb der Kirche leer ist und man in Ruhe bummeln kann.

Blick in die Hauptgeschäftsstrasse von Dol-de Bretagne. Die teilweise sehr alten Häuser werden von der untergehenden Sonne beschienen.
Geschäftsstrasse Dol-de-Bretagne
Auf dem Bild sieht man Häuser, die noch aus dem Mittelalter strammen - Dol-de-Bretagne.
Alte Häuser

Sonnenuntergang auf dem Mont Dol

Der Mont Dol ist ein 525 Millionen Jahre alter Granithügel von rund 65 Metern Höhe in der Nähe von Dol-de-Bretagne. Er ist der einzige Hügel weit und breit und ist deshalb schon von weitem zu sehen. Man kann mit dem Auto fast nach oben fahren. Die Crêperie oben auf dem Hügel erfreut sich grosser Beliebtheit.

Die kleine Kapelle auf dem Mont Dol im Abendlicht.
Kapelle auf dem Mont Dol

Um den Mont Dol ranken sich verschiedene Legenden.

Einst soll der Riese Gargantua durch die Bucht gewandert sein, als ihn sein Schuh drückte. Er zog ihn aus und drei Kieselsteine fielen heraus: Mont Dol, Tombelaine und Mont-Saint-Michel. Den Mont-Saint-Michel sieht man von der Aussichtsplattform des 10 Meter hohen Turms Notre-Dame-de-l’Espérance bei klarem Wetter gut. Tipps zum Mont-Saint-Michel, zur Gezeitenwelle und zum Inselerlebnis findest du in einem eigenen Beitrag.

Ausblick auf den Mont-Saint-Michel vom Turm Notre-Dame-de-l'Espérance auf dem Mont Dol zum Sonnenuntergang.
Am Horizont erhebt sich der Mont-Saint-Michel

Der Turm steht neben der gleichnamigen Kapelle. Ganz in der Nähe der Kapelle steht ein Stein, der noch Spuren des Kampfes zwischen dem Heiligen Michael und dem Teufel tragen soll. Auch Spuren der Teufelsklaue soll man erkennen. Ein Schild weist darauf hin.

Kapelle und Turm Notre-Dame-de-l'Espérance auf dem Mont Dol zur blauen Stunde.
Blaue Stunde auf dem Mont Dol

Der Teufel soll vom Mont Dol auch den Heiligen Samson beobachtet habe, wie er die Kathedrale von Dol-de Bretagne errichtete. Das machte ihn so wütend, dass er einen Fels nahm und ihn auf die Kathedrale schleuderte. Er verfehlte jedoch die Kathedrale und traf nur die Spitze des Nordturms. Der Fels flog weiter auf das Feld Dolent und gab dem Menhir den Namen.

Der Sonnenuntergang auf Mont Dol ist märchenhaft. Das Rot der untergehenden Sonne setzt alles besonders in Szene.

Sonnenuntergang vom Mont Dol gesehen. Die Sonne ist kurz davor ins Meer zu tauchen.
Sonnenuntergang
Die Windmühle auf dem Mont Dol wird von den zarten Orange- und Lilatönen des Sonnenuntergangs zu Beginn der blauen Stunde besonders in Szene gesetzt.
Windmühle auf dem Mont Dol

Auch auf dem Rückweg nach Saint-Malo halte wir immer wieder für ein Silhouetten-Bild an.

Die Kirche mit Laternen und Bäumen vom Ort am Mont Dol als Silhouette.
Auf dem Heimweg

Mont-Saint-Michel

Nur etwa eine Stunde von Saint-Malo entfernt liegt der Mont-Saint-Michel in der Bucht. Der berühmte Klosterberg liegt an der Grenze zwischen Bretagne und Normandie knapp in der Normandie. Wir fahren jedoch nicht auf dem schnellsten Weg, sondern entlang der Bucht. Zwar haben wir keine Zeit Cancale zu besuchen, aber einen kleinen Eindruck bekommen wir so doch.

An Tagen mit hohem Gezeitenkoeffizienten wird der Klosterberg zur Insel. Dies ist der Grund für unseren zweiten Besuch beim Mont-Saint-Michel. Und ich kann heute schon sagen, aller guten Dinge sind drei. Da es uns wieder nicht gelungen ist kurzfristig Eintrittstickets für die Abtei zu bekommen, werden wir uns wohl oder übel noch ein drittes Mal in die Menschenmassen einreihen. Mehr Tipps zum Mont-Saint-Michel, zur Gezeitenwelle und zum Inselerlebnis findest du im ergänzten Beitrag.

Praktische Tipps für deine Reise nach Saint Malo

Unsere vier Nächte in Saint-Malo waren perfekt, um die Stadt und die Umgebung zu erkunden. Wer mehr Zeit hat, kann problemlos zwei Tage dranhängen – es gibt genug zu sehen.

Die Bretagne ist wetterlaunisch. Ende April hatten wir untypische 26 Grad und fast Sommerfeeling. Glück gehabt. So richtig planen kann man das Wetter nicht. Meiden würde ich Frankreich jedoch im Juli und August, wenn die Franzosen Sommerferien haben. Dann ist überall Hochsaison mit ausgebuchten Übernachtungen, teuren Preisen und Menschenmassen. Die Nebensaison im Frühling oder Herbst finden wir für Frankreich Reisen angenehmer.

Achte bei der Wahl von Unterkünften in Saint-Malo darauf, dass sie einen Parkplatz bieten, wenn du mit dem Auto anreist. Die Parkplätze entlang der Strassen in Saint-Malo sind gefühlt zu jeder Tageszeit voll besetzt.

Unsere Empfehlung für Übernachtungen: Buchung über Booking.com* – grosse Auswahl und gute Storno-Optionen.
Der Link wird technisch über ein Partner-Tool bereitgestellt. Bei Buchung über unsere Links* erhalten wir eine kleine Provision – ein Dank für unsere Arbeit.

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2 Comments

  1. Frankreich als Reiseziel haben wir tatsächlich noch nicht erlebt – auch wenn mich Mont Saint Michel durchaus reizen würde. Schöner Bericht, besonders das Foto mit der Windmühle auf dem Mont Dol gefällt mir sehr gut.

    1. Hallo Cornelia,
      freut mich, wenn dich der Beitrag zu Saint-Malo und Umgebung anspricht, vielleicht schaffst du es ja eines Tages nach Frankreich zu reisen. Ich wünsche es dir.
      Liebe Grüsse
      Susan

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