Tiere auf den Galápagos Inseln

Einmal im Leben auf die Galápagos Inseln reisen und die zutrauliche Tierwelt aus der Nähe beobachten, dies ist der Lebenstraum vieler Menschen. Wir haben uns diesen Lebenstraum als Familie auf einer Reise mit einem Katamaran erfüllt. Beim Sichten der Bilder zu Hause haben wir uns dann oft gefragt, was war das doch gleich für ein Vogel? Deshalb stelle ich dir nachfolgend die Tiere vor, denen du auf deiner Reise zu den Galapagos Inseln mit etwas Glück begegnen wirst. Damit die Suche einfacher wird, habe ich nach Vögeln, Reptilien, Raubtieren und Krabben auf den Galápagos Inseln unterschieden. Fakten zu Besonderheiten der Tiere und Bilder ergänzen die Übersicht.

Allen Tieren der Galápagos Inseln gemeinsam ist, dass sie keine Angst vor den Menschen zeigen. Wenn du mehr Informationen zu den einzelnen Inseln suchst, solltest du den Beitrag Inseln des Galápagos Archipels lesen. Den Reisebericht zu unserer Reise mit dem Katamaran durch die Inselwelt von Galápagos habe ich dir hier verlinkt.

Tiere auf den Galápagos Inseln – Vögel

Flugunfähiger Kormoran (Phalacrocorax harrisi)

Der endemisch auf Galápagos vorkommende flugunfähige Kormoran, auch Galápagos Kormoran genannt, ist der einzige weltweit, der seine Flugfähigkeit eingebüsst hat. Auf Galápagos kann man ihn auf der Insel Ferdinandina und auf der Insel Isabela sichten. Er bewohnt die Felsenküsten und taucht ufernah nach Futter.

Der trocknende flugunfähige Kormoran sitzt auf einem Felsvorsprung mit gespreizten Federn - Vögel Galápagos
Ein trocknender flugunfähiger Kormoran
Der flugunfähige Kormoran hat schöne türkisblaue Augen. Neben dem Vogel wartet eine auf allen Galápagos Inseln vorkommende rote Klippenkrabbe
Farbkontraste – Flugunfähiger Kormoran und Klippenkrabbe

Gabelschwanzmöwe (Creagrus furcatus)

Die Gabelschwanzmöwe ist die einzige nachtaktive Möwe der Welt. Dank ihrer fantastischen Nachtsicht erkennt sie Tintenfische und kleine Fische, die nachts an der Wasseroberfläche schwimmen. Für die nächtliche Jagd entfernt sie sich bis zu 32 Kilometern vom Land. Fast alle dieser Vögel nisten auf den Galápagos Inseln. In Anpassung an ihre Nachtaktivität hat sie besonders grosse und lichtempfindliche Augen, die mit einem schicken roten Ring umrandet sind. Tagsüber ist sie an Land zu beobachten.

Einer der elegantesten Vögel auf den Galápagos Inseln ist die Gabelschwanzmöwe mit ihrem schwarzen Kopf, der roten Augenumrandung und roten Füssen, einer weissen Brust und grauem Rückengefieder.
Gabelschwanzmöwe am Strand
Die Gabelschwanzmöwen sind nicht nur die elegantesten Vögel auf den Galápagos Inseln, sondern auch die Vögel mit der besten Nachtsicht. Diese Möwe steht auf einem Stein.
Zeig her deinen Schnabel – Gabelschwanzmöwe auf einem Stein

Lavamöwe (Leucophaeus fuliginosus)

Die schwarzgraue Lavamöwe ist eine seltene Möwe, die auf Galápagos endemisch vorkommt. Auf den Galápagos Inseln gibt es etwa 400 Brutpaare dieser Tiere. Die Lavamöwe ist ein Allesfresser. Lavamöwen nisten einzeln. Sie bevorzugt sandige und kiesige Strände in der Nähe von Nahrungsquellen wie Seevogelkolonien oder Häfen.

Die Lavamöve ist von Kopf bis Fuss grau und hat einen weissen Ring um die Augen - Vögel auf Galápagos
Lavamöwe

Noddi (Anous stolidus)

Die Noddiseeschwalbe fliegt in Küstennähe oft in Trupps dicht über der Wasseroberfläche und sucht dort nach kleinen Fischen und anderen kleinen Meerestieren. Oft jagen die Noddiseeschwalben mit anderen Seevögeln zusammen. Häufig sind sie bei stosstauchenden Pelikanen anzutreffen. Sie suchen im durch den Aufprall des schweren Pelikans aufwärtsgeströmten Wassers nach Beute. Manchmal warten sie auch direkt auf dem Kopf des Pelikans sitzend, auf den Beifang, der mit dem Wasser aus dem Kescherschnabel herausfließt. Schnelle Manöver auf engstem Raum, senkrechtes Aufwärts-, Abwärtsfliegen, ja sogar Rückwärtsfliegen, sind für die Noddis möglich.

Hier balanciert eine Noddiseeschwalbe auf dem Kopf eines Pelikans. Diese Galápagos Vögel sind wirklich dreist.
Noddiseeschwalbe auf dem Kopf eines Pelikans, dreister geht es kaum

Noddis jagen ausserdem oft mit Raubfischen zusammen, wobei das dem Fisch nicht immer passt wie im Bild dem Thunfisch. Dieser versucht durch Scheinangriffe die Noddiseeschwalben aus seinem Jagdrevier zu vertreiben. Beobachten kann man diese Vögel vor allem in den küstennahen Bereichen der Galápagos Inseln.

Ein Thunfisch versucht mit Scheinangriffen die drei Noddiseeschwalben zu verjagen - Vögel Galápagos Inseln
Der Thunfisch schnellt immer wieder aus dem Wasser

Bei der Balz spielt der helle Stirnfleck eine grosse Rolle. Mögliche Partner werden durch Kopfnicken aufmerksam gemacht. Daher kommt auch der Name, denn im Englischen heisst «to nod» mit dem Kopf nicken.

Ein Noddi mit einem weissem Fleck auf dem Kopf sitzt auf einem Felsen - Vögel auf Galápagos
Noddi mit weissem Fleck auf dem Kopf

Lavareiher (Butorides sundevalli)

Der Lavareiher gehört ebenfalls zu den auf den Galápagos Inseln endemisch vorkommenden Vögel. Er gehört zu den kleinsten Reiherarten und ernährt sich von kleinen Fischen, Weichtieren und Krabben. Meist steht er gut getarnt auf einem Lavafelsen in gebückter Haltung und ist gerade beim Fischfang. Kommt ein Beutetier in seine Reichweite, schnellt er blitzschnell vor und fängt es. Lavareiher sind ausserhalb der Paarungszeit Einzelgänger mit ausgeprägtem Revierverhalten.

Ein auf einem Lavafelsen sitzender Lavareiher erfolgreich bei der Jagd. Bei diesen Vögeln auf den Galápagos Inseln muss man genau schauen, um sie zu sehen.
Lavareiher auf der Jagd

Krabbenreiher (Nyctanassa violacea)

Der Krabbenreiher ist auf dem ganzen amerikanischen Kontinent vorkommend. In den kälteren Gebieten lebt er als Zugvogel, in den warmen Gebieten bleibt er ganzjährig im Gebiet. Ihre bevorzugte Nahrung sind Krebstiere und Amphibien. Während der Paarungszeit verfärben sich die Stirn und Wangen gelb und auf dem Hinterkopf wachsen lange, weiße Zierfedern.

Die Krabbenreiher hocken geduckt im Schatten eines Felsens - Vögel auf Galápagos
Krabbenreiher – ein Paar im Schatten eines Felsens

Galápagos Pinguin (Spheniscus mendiculus)

Diese Pinguinart gehört auch zu den Tieren, die auf Galápagos endemisch sind. Darüber hinaus sind es die einzigen Pinguine, die am Äquator leben. Die meisten dieser Pinguine leben auf den Inseln Isabella und Ferdinandina. Sie sind keine ausdauernden Taucher. Sie können maximal bis zu 15 Metern Tiefe tauchen und 90 Sekunden unter Wasser bleiben.

Im Gegensatz zu ihren arktischen Verwandten haben sie nicht nur im Wasser, sondern auch an Land viele Feinde. Die Sumpfohreulen und der Galápagosbussard machen gelegentlich Jagd auf Pinguine. Auch die von Menschen eingeschleppten Hunde, Katzen und Ratten können für die Tiere und ihre Brutkolonien eine Gefahr darstellen. Im Wasser zählen verschiedene Arten von Haien, der Galápagos Seelöwe sowie der Galápagos Seebär zu ihren Fressfeinden. Küken und Eier sind zusätzlich durch einheimische Schlangen und die rote Klippenkrabbe gefährdet.

Der Galápagos Pinguin gehört zu den Brillenpinguinen, Tiere auf den Galápagos Inseln
Der Galápagos Pinguin gehört zu den Brillenpinguinen
Die Pinguine sind eher von kleiner Statur. Diese Tiere haben wir nicht so oft auf Galápagos gesehen.
Ein Pinguin allein

Sumpfohreule (Asio flammeus)

Sumpfohreulen sind ebenfalls endemische Tiere auf den Galápagos Inseln. Ihre Nahrung besteht aus Kleinvögeln und Jungvögeln. Sie fressen aber auch Ratten und Mäuse. Normalerweise sind Sumpfohreulen tagaktiv. In Gebieten, die sie sich mit dem Galápagosbussard teilen, ändern diese Vögel jedoch ihr Jagdverhalten und werden eher nachtaktiv und verstecken sich tagsüber. Sumpfohreulen leben auf allen Inseln verteilt. Mit ihrem Federkleid sind sie schwer im Gelände zu entdecken.

Die Sumpfohreule sitzt auf einem Felsen und öffnet genau ein Auge, mit dem sie uns kurz anschaut - Galápagos Inseln - Vögel
Eine Sumpfohreule am Boden im Schatten eines Felsens

Galápagosbussard (Buteo galapagoensi)

Auch der Galápagosbussard ist ein Vogel, der nur auf den Galápagos Inseln vorkommt. Sein wichtigstes Beutetier ist die Lavaechse. Er frisst aber auch Vögel, Ratten und Aas. Normalerweise jagt er in Familienverbänden. Er brütet ganzjährig. Seine Nester sind mit einem Durchmesser von 80 – 100 cm gross. Zu finden ist er vor allem in unbewohnten Ecken der Galápagos Inseln. Die Menschen machen Jagd auf ihn, weil er auch Hühner schlägt. Neben dem Menschen droht ihm die grösste Gefahr von verwilderten Katzen. Während die Männchen ihrer Partnerin treu sind, paaren sich die Weibchen mit drei bis sieben verschiedenen Männchen. Sie legen drei Eier. Das Brüten und Aufziehen der Jungen erfolgt gemeinsam.

Dieser Galápagosbussard sitzt am Rand eines alten Tanks - Galápagos Inseln - Vögel
Galápagosbussard
Mit gespreizten Federn segelt der  Galápagosbussard davon, Vögel auf Galápagos
Segelnder Galápagosbussard

Blaufusstölpel (Sula nebouxii)

Der Blaufusstölpel ist wegen seiner unglaublich blauen Füsse bekannt. Sein Balztanz ist eine beeindruckende Abfolge von Tanzschritten und dem Überreichen kleiner Geschenke. Die blauen Füsse sind für einen männlichen Tölpel sehr wichtig. Er zeigt sie allen Damen und streckt sie auch bei der Landung gut sichtbar vor. Je blauer die Füsse, umso begehrter ist er in der Damenwelt. Dies ist verständlich, wenn man weiss, wie die blauen Füsse zustande kommen.

Ihre blaue Fussfärbung verdanken die Tiere einerseits der Einlagerung von Carotinoiden, die täglich über das Futter aufgenommen werden müssen und andererseits einer besonderen Anordnung von Collagen-Fasern in den Schwimmhäuten. Dies führt zu Lichtwellenüberlagerungen, bei der nur das blaue Licht optimal reflektiert wird. Schon nach zwei Tagen fehlender Aufnahme von Carotinoiden verringert sich die Blaufärbung der Füsse merklich. Wer will schon einen schlecht ernährten Partner zur Aufzucht seiner Jungen?

Dieser Blaufusstölpel hält ein weisses Ei zwischen den beiden Füssen. Blaufusstölpel gehören zu den Tiere auf Galápagos, die uns mit ihren Tänzen am meisten verzaubert haben.
Ein Blaufusstölpel bewacht sein Ei
Blaufusstölpel beim Balztanz. Der eine Vogel spreizt die Flügel und reckt den Kopf senkrecht in die Höhe, während der andere Vogel von einem Fuss auf den anderen tritt. Tiere auf Galápagos
Blaufusstölpel beim Balztanz

Rotfusstölpel (Sula sula)

Die Rotfusstölpel verdanken ihren Namen den karmesinroten Füssen. Es gibt sie mit zwei verschiedenen Federkleidern. Normalerweise haben sie ein weisses Gefieder. Durch eine genetische Mutation findet man aber auch Exemplare mit bräunlichem Gefieder. Die Lebenszeit dieser Tiere ist aber geringer.

Der Rotfusstölpel brütet als einzige Art der Tölpel auf Bäumen oder Büschen. Dafür hat er spezielle Zehen an den Füssen, mit denen er trotz Schwimmhäuten in der Lage ist, Zweige zu umklammern. Seine bevorzugte Nahrung besteht aus fliegenden Fischen und Kalmaren. Er ist ein geschickter und ausdauernder Flieger. Schneller Flug wechselt sich mit langen Gleitphasen ab, bei denen sie häufig knapp über der Wasseroberfläche fliegen.

Fregattvögel traktieren die Rotfusstölpel mit Schnabelhieben auf Rücken und Kopf, damit sie ihre Jagdbeute wieder ausspucken.

Ein braun gefiederter Rotfusstölpel sitzt im Baum. Seine Schnabel- und Augenpartie sind türkis mit einem roten Strich. Tiere auf den Galápagos Inseln
Braun gefiederter Rotfusstölpel im Baum sitzend
Ein Rotfusstölpel mit weissem Gefieder schläft im Baum, Tiere auf Galápagos
Rotfusstölpel mit weissem Gefieder im Baum

Nazcatölpel (Sula granti)

Nazcatölpel wurden lange Zeit zu den Maskentölpeln gezählt. Sie sind aber deutlich kleiner und gelten heute als eigene Art. Im Gegensatz zu ihren berühmteren Artgenossen haben sie keine besonderen oder besonders gefärbten Füsse. Sie ernähren sich bevorzugt von fliegenden Fischen, Kalmaren und anderen Weichtieren.

Ihre Nester bauen Nazcatölpel am Boden. Im Abstand von neun Tagen werden zwei Eier gelegt. Man vermutet, dass dies eine Art Versicherung ist, falls mit dem ersten Jungtier etwas passiert, denn nur ein Jungtier wird grossgezogen. Normalerweise befördert das ältere und stärkere Jungtier das jünger aus dem Nest, wodurch dieses nicht mehr gefüttert wird. Es wird so zur leichten Beute oder verhungert.

Im Schatten eines Baums sitzt ein  Nazcatölpel mit seinem Jungem. Er hat weisses Gefieder, einen hellen Schnabel und ein schwarzes Gesicht. Beim Jungtier ist auch der Schnabel schwarz - Tiere auf den Galápagos Inseln
Im Schatten ein Nazcatölpel mit Jungem
Dieser Nazcatölpel beschattet sein Ei, Vögel auf Galápagos
Nazcatölpel mit Ei

Fregattvögel (Fregata magnificens)

Als Piraten der Lüfte sind die Fregattvögel bekannt. Sie greifen andere Vögel an, um ihnen ihre Beute abzujagen. Für Seevögel haben sie nämlich ein Problem, ihr Gefieder ist nicht wasserabweisend. Deshalb können sie nur Fische, die sich an der Wasseroberfläche befinden, fangen. Wahrscheinlich haben sie sich deshalb auch auf Diebstahl spezialisiert. An Land erbeuten sie junge Schildkröten sowie Eier und Küken.

Auf den Galápagos Inseln kommen der grosse Fregattvogel und der prächtige Fregattvogel vor. Die Unterschiede sind klein. Der grosse Fregattvogel schimmert am Nackengefieder grün, der prächtige Fregattvogel dagegen violett.

Während der Balz bläst das Fregattvogel Männchen seinen roten Kehlsack zu einem Ballon auf, um die Weibchen zu beeindrucken. Dazu schlägt er mit den Flügeln, klappert mit dem Schnabel und wirft den Kopf nach hinten, sobald sein Auge eine Dame erblickt. Im Flug erkennt man sie gut an ihrem charakteristischen Aussehen. Sie brüten auf Büschen und ziehen jeweils ein Jungtier gross.

Fregattvögel können während des Fluges schlafen. Sie sind ausdauernde Flieger und können bis zu 3.000 km am Stück zurücklegen.

Fregattvogelpaar - er unverkennbar mit seinem roten Kehlsack, während sie einen weissen Hals und einen roten Ring um die Augen hat, Tiere auf den Galápagos Inseln
Fregattvogelpaar
Beim Balzen ein Fregattvogel Männchen mit aufgeblasenem Kehlsack, Vögel auf Galápagos
Beim Balzen ein Fregattvogel Männchen
Ein Fregattvogel Weibchen im Flug mit beeindruckender Flügelspannweite, Vögel auf Galápagos
Ein Fregattvogel Weibchen im Flug

Braunpelikan (Pelecanus occidentalis)

Der Braunpelikan ist ein eleganter Flieger. Er kann 24 Stunden am Stück fliegen und erreicht dabei eine Geschwindigkeit von bis zu 56 km/h. An Land wirkt er dagegen eher unbeholfen und watschelt. Er hat eine beeindruckende Flügelspannweite von bis zu 2,50 m. Das Gefieder ändert sich farblich in der Paarungszeit.

Seine Jagd auf Beute ist aussergewöhnlich. Er erbeutet seine Beute im Sturzflug. Aus einer Höhe von 10 bis 20 m stürzt er sich wie ein Pfeil geformt ins Meer. Luftsäcke unter den Augen dämpfen den Aufprall. Dennoch taucht der Pelikan bis zu einem Meter tief ins Wasser. Diese Form der Jagd müssen die Jungvögel erst erlernen. Er ernährt sich von einer Menge Fisch, denn 10 Prozent seines Körpergewichts muss er täglich fressen.

Seine Nester baut er auf Bäumen, Sträuchern und Mangroven. Die Weibchen legen meistens 2 Eier, die von beiden Partnern bebrütet werden. Auch die Aufzucht erfolgt durch beide Elternteile.

Sturzflug eines Braunpelikans, die Flügel werden erst kurz vor Erreichen der Wasserfläche komplett angelegt, Tiere auf den Galápagos Inseln
Sturzflug eines Braunpelikans
Im Hafen von Santa Cruz balanciert dieser Pelikan vor uns auf dem Geländer, Tiere auf Galápagos
Braunpelikan auf dem Geländer

Galápagostaube (Zenaida galapagoensis)

Die Galápagostaube ist auch ein Tier, welches auf den Galápagos Inseln endemisch ist. Sie brütet auf dem Boden oder in Felshöhlen. Meist hält sie sich auf dem Boden auf, auch wenn sie fliegen kann. Die hübsche Taube hat ein braunes Gefieder und einen schicken blauen Ring um die Augen. Für den Opuntia Kaktus übernimmt sie die Rolle des Bestäubers. Wegen des Mangels an Bienen sind die Opuntia Kaktusstacheln im Laufe der Zeit weicher geworden, sodass die Galápagostaube die Pflanzen bestäuben, ihre Früchte fressen und die Samen verteilen kann.

Die Galápagostaube, mit ihrem braunen Gefieder und dem hellblauen Augenring und rosa Füssen, ist ein hübsches Tier auf den Galápagos Inseln, aber immer eilig unterwegs
Immer in Bewegung – die Galápagostaube

Galápagos Spottdrossel (Nesomimus parvulus)

Auf den Galápagos Inseln kommen vier Arten von Spottdrosseln vor: die Hood Spottdrossel, San-Cristobal Spottdrossel, Galápagos Spottdrossel und Charles Spottdrossel. Auch wenn die meisten Menschen die Finken für die Evolutionstheorie von Darwin verantwortlich machen, so waren es doch eigentlich die Spottdrosseln, die in seinem Buch «Die Entstehung der Arten» erscheinen. Die Finken kamen erst viel später. Die Spottdrosseln wanderten vom Festland ein und passten sich dem Leben auf der Insel an.

Ihre Ernährungsweise änderte sich im Laufe der Zeit, so fressen sie auf Galápagos häufig Aas. Gelegentlich erbeuten sie auch noch lebende Nestlinge. Sie sammeln vom Rücken der Meeresleguane Zecken ab und trinken sogar das Blut verwundeter Tiere. Auch die Brutbiologie zeigt deutliche Abweichungen. Sie leben in Gruppen, die ein gemeinsames Revier verteidigen. Bei drei der vier Arten wird das dominante Paar von den anderen Gruppenmitgliedern in den Brutbemühungen unterstützt. Bei diesen sogenannten Bruthelfern handelt es sich überwiegend, jedoch keineswegs ausschliesslich um Nachkommen früherer Bruten.

Die Galápagos Spottdrossel ist ein endemischer Vogel auf den Galápagos Inseln und ist leicht zu erkennen. Neugierig kommt sie immer wieder zu den Besuchern der Inseln gehüpft. Ihre Nester baut sie in Kakteen und Bäumen.

Die Spottdrossel mit ihrem hellen, gepunktetem Bauchgefieder ist leicht zu erkennen - Vögel auf Galápagos
Neugierig beobachtet die Spottdrossel uns
Diese Spottdrossel sucht im Sand nach Nahrung, Tiere auf den Galápagos
Spottdrossel im Sand

Darwinfinken

Die Darwinfinken sind eine Gruppe von 14 Singvögeln, die mit Ausnahme der Kokosfinken nur auf den Galápagos Inseln vorkommen. Sie stammen von Artgenossen ab, die einst vom Festland kamen und haben sich im Laufe der Zeit auf den verschiedenen Inseln zu eigenständigen Arten entwickelt.

Die Bezeichnung Darwinfinken wurde durch den Ornithologen David Lack eingeführt, der sich intensiv mit den Finken auseinandersetzte. Wobei die Bezeichnung Finken irreführend ist, da die Darwinfinken nicht zur Familie der Finken (Fringillidae), sondern zu den Tangaren (Thraupidae) gehören.

Die vom Festland auf die Galápagos Inseln ausgewanderten Tiere waren vermutlich körnerfressende Vögel. Da sie auf den einzelnen Inseln unterschiedliche ökologische Nische besetzten, passten sie sich den vorhandenen Nahrungsquellen an und entwickelten einen für die Nahrung zweckmässigen Schnabel. Die Form des Schnabels ist ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zwischen den Arten. Um Samen zu knacken, ist ein breiter, kräftiger Schnabel hilfreich. Wer sich dagegen von Kaktusfrüchten oder Pollen ernährt, benötigt einen eher spitzen Schnabel.

Darwin Finken können sich innerhalb von zwei Generationen an Veränderungen im Nahrungsanbot anpassen, was nicht zuletzt an der Schnabelform abgelesen werden kann.

Darwinfink mit breitem, aber spitzem Schnabel -  Vögel auf Galápagos
Unverkennbar am Schnabel – ein Darwinfink
Dieser Darwinfink sitzt in einem Baum und zeigt uns auch seinen markanten Schnabel, Vögel auf Galápagos
Darwinfink

Sonstige Vögel auf den Galápagos Inseln

Der Galápagos Flycatcher mit seinen aufgestellten Kopffedern ist ein kleines und sehr schnelles Vögelchen, Tiere auf den Galápagos Inseln
Auf einem Lavafelsen sitzend ein Galápagos Flycatcher
Der Goldwaldsänger kurz vor dem Absprung auf einen anderen Ast - Tiere auf Galápagos
Goldwaldsänger auf Galápagos
Drei Braunmantel Oyster Catcher Vögel mit ihren langen roten Schnäbeln ruhen sich auf einem Felsen auf Galápagos aus
Braunmantel Oyster Catcher

Tiere auf den Galápagos Insel – Reptilien

Bei den Reptilien gibt es Arten, deren Alter deutlich älter als das Alter der ältesten Galápagos Inseln geschätzt wird. Dazu gehören die Riesenschildkröten und die Land- sowie die Meerechsen. Man schätzt, dass die Echsen 10 Millionen Jahre alt sind. Die ältesten der heutigen Inseln sind maximal drei Millionen Jahre alt. Die Forscher erklären sich das so, dass durch die vulkanischen Aktivitäten Inseln im Laufe der Zeit gesunken sind, während neue Inseln entstanden, die dann auch fortlaufend besiedelt wurden. Vor allem die verschiedenen Echsen sind allgegenwärtige Tiere auf den Galápagos Inseln.

Galapagos Riesenschildkröten (Chelonoidis nigra)

Das spanische Wort Galápagos, nach dem das Archipel benannt wurde, wird mit «Wulstsattel» übersetzt und beschreibt den besonderen Panzer der Tiere. Insgesamt lebten auf den Galápagos Inseln 15 verschiedene Arten der Riesenschildkröten. Fünf Arten gelten heute als ausgestorben. Die bekannteste Galápagos Riesenschildkröte war «Lonesome George», der letzte seiner Art. Alle Kreuzungsversuche mit ähnlichen Arten scheiterten. Heute ist er in der Darwin Forschungsstation auf Santa Cruz präpariert zu bewundern. Im Jahr 2015 wurden allerdings einige Exemplare einer seit 150 Jahren als ausgestorben geltenden Art wiederentdeckt.

Die Riesenschildkröten übernehmen eine wichtige Rolle im Ökosystem. Die Tiere werden deshalb auch als «Gärtner» der Galápagos Inseln bezeichnet, da sie auf den Inseln über grosse Entfernungen Samen verbreiten. Daher hängt von ihren Wanderungen das Überleben vieler Baum- und Pflanzenarten ab.

Diese Riesenschildkröte im Gras mit ausgestrecktem Hals faucht uns an als wir ihren Weg kreuzen - Tiere Galápagos
Galápagos Riesenschildkröte im Gras

Galápagos Landleguan bzw. Drusenkopf (Conolophus subcristatus)

Landleguane sind grosse, schwere Echsen. Diese vorsintflutlich anmutenden kleinen Drachen fressen mit Vorliebe Opuntien, eine stachlige Kaktusart. Grosse Stacheln entfernen sie, indem sie mit den Vorderfüssen das Kaktusstück auf dem harten Boden herumrollen. Die Kaktusfrüchte verschlucken sie in wenigen Bissen. Mit den Opuntien können die Leguane in Trockenzeiten problemlos ihren Wasserbedarf decken.

Manche dieser Landleguane müssen bis zu 10 km wandern, um geeignete Böden für die Eiablage zu finden. Die Opuntien wachsen oft auf harten Lavaböden, wo die Leguane keine Mulden oder Höhlen graben können. Sie können die Eier so auf ihrer Insel vorhanden auch in Sand oder unter Laub legen. Ein Gelege besteht aus bis zu 25 Eiern. Die Jungtiere schlüpfen nach drei bis vier Monaten.

Diese Galápagos Landleguane mit ihrem gelblichen Kopf und dem braunen Rücken und den Stacheln im Nacken erinnern wirklich an kleine Drachen. Tiere auf Galápagos
Beim Fressen – Galápagos Landleguan
Fressen oder Sonnenbaden scheinen die liebsten Beschäftigungen der Galápagos Landleguane zu sein - Tiere Galápagos
Vorsintflutlich anmutender Galápagos Landleguan

Meerechsen (Amblyrhynchus cristatus)

Morgens sieht man die schwarzen Reptilien auf den Felsen an der Küste in der Sonne liegen. Sie wärmen sich auf, denn sie sind wechselwarme Tiere, deren Körpertemperatur von der Umgebungstemperatur abhängt. Die Meeresleguane sind die einzigen Eidechsen der Welt, die sich aus dem Ozean ernährt. Sie fressen Algen und Tang. Mit ihrer Nahrung nehmen sie auch viel Salz auf. Um das wieder loszuwerden, stossen sie Salzkristalle durch eine Drüse in der Nase aus. Dazu niesen die Meerechsen die konzentrierten Salzkristalle in Form von einem weissen Puder in die Luft. Daher haben auch manche Tiere einen weisslichen Kopf.

Die Grösse der Meeresleguane variiert von Insel zu Insel. Genauso die Farbveränderung zur Paarungszeit, die ab Dezember/Januar beginnt. Man vermutet als Ursache für die unterschiedlichen Farben, unterschiedliche Mineralienzusammensetzung der Nahrung. Weibchen scheint aber eher die Grösse als die Farbe des Partners zu beeindrucken. Sie legen etwa fünf Wochen nach der Paarung jeweils ein bis sechs Eier in Sandhöhlen. Die Jungen sind ab dem Zeitpunkt des Schlüpfens selbständig.

Zur Nahrungsaufnahme können die Leguane bis zu 45 Minuten tauchen. Je älter die Tiere sind, umso länger und umso tiefer können sie tauchen. Jüngere Tiere suchen ihre Nahrung bei Ebbe. Grössere Tiere verlieren ihre Körperwärme nicht so schnell, weil ihre Körperoberfläche im Verhältnis zum Körpervolumen klein ist. Die ungewöhnliche Lebensweise der Meeresleguane wird durch dicht gebaute, also schwere Knochen unterstützt. Da der Auftrieb im Wasser dann geringer ist, können sie besser tauchen.

Diese Meerechse ist auf dem Weg zum Wasser. Die Gesichter sehen immer aus, als würden sie lachen. Bei den Meerechsen ist der ganze Körper einschliesslich Schwanz mit Dornen geschmückt. Tiere Galápagos Inseln
Auf dem Weg zum Wasser – Meerechse
Diese Meerechse liegt zum Sonnenbaden auf einem schwarzen Felsen und hat alle Vier von sich gestreckt - Tiere Galápagos Inseln
Schwarze Meerechse auf schwarzem Fels
Unter Wasser sind die Meerechse erstaunlich gute Taucher. Tiere auf Galápagos
Meerechse beim Tauchgang

Galápagos Lavaechsen (Tropidurus Microlophus)

Lavaechsen sieht man überall in der Sonne sitzen. Ihre Feinde sind Vögel wie der Galápagosbusshard oder die Sumpfohreule und Schlangen. Sobald ein «Feind» wahrgenommen wird, verschwinden sie blitzschnell. Auf Galápagos gibt verschiedene Arten dieser Lavaechsen, einige sind endemisch. Die Grösse und die Körperzeichnung der Lavaechsen variiert sehr stark und ist abhängig von ihrem Lebensraum. So sind Lavaechsen, die auf Vulkangestein leben deutlich dunkler als Lavaechsen, die auf sandigem Gelände leben.

Diese kleine Lavaechse sitzt auf einem Kaktus und beobachtet die Umgebung genau - Tiere auf Galápagos
Kaktus mit Wächter – Lavaechse
Diese Lavaechse sitzt auf einem kleinen weissen Wegpfosten. Unglaublich, wie schnell sie verschwinden kann.
Wie ein Wächter sitzt die Lavaechse auf dem Pfosten

Tiere auf den Galápagos Inseln – Raubtiere

Galápagosseelöwe (Zalophus wollebaeki)

Die Seelöwen sind allgegenwärtige Tiere auf den Galápagos Inseln. Sie kommen sogar an Bord und ruhen sich ein wenig auf dem Schiff aus, wenn es ankert. Sie liegen im Schatten von Bushaltestellen, auf den Stegen im Hafen und natürlich überall auf den Inseln am Strand. Die an Land so träge wirkenden Tiere sind im Wasser unglaublich wendig und elegant und auch neugierig. Beim schnorcheln kommt schon mal der eine oder andere jüngere Seelöwe vorbei und schaut sich die Touristen aus der Nähe an, bevor er blitzschnell wieder verschwindet. Seelöwen gehören zur Familie der Ohrenrobben. Sie können in Wassertiefen von bis zu 200 m tauchen und nutzen dabei ausschliesslich die Vorderflossen.

Nach der Geburt der Jungen verschwindet die Seelöwenmutter erst einmal im Wasser, um sich zu stärken. Die unglaublich niedlich aussehenden Jungen warten am Ufer auf die Rückkehr der Mutter. Die Mutter erkennt ihr Junges nur am Geruch. Deshalb darfst du dich unter keinen Umständen dazu hinreissen lassen, ein solch süsses Seelöwenbaby anzufassen. Mit einem fremden Geruch wird das Baby von der Mutter nicht mehr gefüttert und muss verhungern.

Dieser junger Galápagosseelöwe sitzt auf den Treppen vom Bootssteg und hat keine Lust, Platz zu machen
Junger Galápagosseelöwe
Das wenige Stunden altes Baby eines Galápagosseelöwen ist unglaublich niedlich. Hier erholt es sich ein wenig von der Aufregung.
Wenige Stunden altes Baby eines Galápagosseelöwen
Beim Schnorcheln staunt man nicht schlecht, wenn plötzlich ein neugieriger Seelöwe vorbeischaut.
Begegnung unter Wasser mit einem Seelöwen

Galápagos Seebär (Arctocephalus galapagoensis)

Die endemischen Galápagos Seebären leben an den westlichen Felsküsten der Galápagos Inseln, welche sie nur verlassen, um zu jagen. Ihr ganzes Leben bleiben sie in der Nähe der Inseln. Die Seebären ernähren sich vorwiegend von Fisch und Weichtieren. Jagen gehen sie nachts.

Erwachsene Seebären verteidigen in der Paarungszeit ein Stück Küste, auf dem möglichst viele Weibchen wohnen, mit aller Kraft gegen andere Männchen. Dies ist energie- und zeitaufwendig. Deshalb verlieren die Männchen in dieser Zeit viel Gewicht. In El Niño Jahren, wenn die Wassertemperatur des Meeres ansteigt und deshalb nur wenige Nährstoffe im Wasser sind, es also auch weniger Fische gibt, kann dieser Gewichtsverlust für die Seebären Männchen tödlich enden. Wir treffen diese knuffigen Tiere der Galápagos Inseln im Ruhemodus an. Ihr Treiben im Wasser erinnert an eine Ballettaufführung. Diese Tiere gehören mit zu unseren absoluten Favoriten auf den Galápagos Inseln.

Dieser Seebär hält seine Nase auf der Insel Santiago in die Sonne und schläft.
Schlafender Seebär auf der Insel Santiago
Seebären Ballett auf der Insel Santiago - 7 Tiere treiben in den lustigsten Haltungen im Wasser. Ein Seebär hält sich die Augen zu, ein anderer hält mit einer Flosse die Schwanzflosse fest, wieder andere Seebären treiben mit dem Gesicht unter Wasser, aber die Flossen in die Luft gestreckt.
Seebären Ballett auf der Insel Santiago

Tiere auf den Galápagos Inseln – Krabben

Rote Klippenkrabbe (Grapsus grapsus)

Die rote Klippenkrabbe oder auch Felskrabbe, wie sie manchmal genannt wird, sieht man überall auf den Galápagos. Sie hat die Fähigkeit, sich so fest an die Felsklippen zu klammern, dass Wellen sie nicht wegreissen können. Insofern ist ihr bevorzugter Lebensraum auch in der Brandung. Interessant ist auch die Fähigkeit, Gliedmassen zu regenerieren, wenn sie verloren gehen.

Sie ernährt sich hauptsächlich von Algen. Dabei benagt sie die Felsen, um den dünnen Algenbewuchs oder Meeresorganismen abzugrasen. Gelegentlich verspeist sie aber auch Aas.

Zwei rote Klippenkrabben haben sich unter einen Felsspalt geklemmt. Die Unterseite ist hellblau.
Rote Klippenkrabben

Geisterkrabbe (Ocypode gaudichaudii)

Geisterkrabben sind mit 3,4 Meter pro Sekunde die schnellsten Läufer aller Krebstiere. Das macht es schwierig, sie zu fotografieren. Ihre Augen ermöglichen es ihnen, 360ᵒ zu sehen, um potenzielle Raubtiere und Beutetiere zu erkennen. Ihre Sicht ist so präzise, dass sie Insekten aus der Luft holen können. Sie fressen organische Stoffe wie Algen und tierische Abfälle aus dem Sand sowie tote Fische, Insekten und Meeresorganismen.

Diese Geisterkrabbe rennt wie ein kopfloses Huhn über den Strand, aber es gelingt mir ein Bild aufzunehmen.
Geisterkrabben verdanken ihren Namen ihrer Geschwindigkeit
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