Wieder zu Hause

Rückkehr vom Austauschjahr in Irland

Heute melde ich mich von Zuhause. Es ist so schön wieder im eigenen Bett zu schlafen und einen Schreibtisch zu haben. In den letzten Wochen bin ich nicht mehr dazu gekommen, zu schreiben. Die Zeit verging einerseits wie im Flug und andererseits schleichend langsam. Deshalb bekommt ihr in diesem Beitrag einen kleinen Rückblick über die letzten Erlebnisse in Irland und die Vorbereitungen für die Rückkehr vom Austauschjahr in Irland. Am Ende des Beitrages werde ich noch eine kleine Bilanz zu meinem Austauschjahr in Irland ziehen.

Unterricht in der Schule

Mitte April war es soweit und auch unser Jahrgang musste beziehungsweise durfte wieder in die Schule gehen. Nach den Monaten im Homeschooling war dies eine echte Umgewöhnung. Zum einen musste ich viel früher aufstehen und morgens wieder mit Schuluniform in die Kälte gehen. Zum anderen kehrte damit auch ein Stück weit die Langeweile wieder ein. Hatten uns die Lehrer im Online-Unterricht noch ziemlich mit Aufgaben eingedeckt, war im Präsenzunterricht nichts mehr los. Wir mussten Insektenhotels bauen, die wir dann anderen Schulen vorbeibringen mussten. Unsere Schule möchte grüner werden.

Bei dem Stichwort umweltfreundlicher werden, würden mir in Irland noch andere Dinge einfallen. So ist mir beispielsweise aufgefallen, dass hier kaum Müll getrennt wird, obwohl die verschiedenen Tonnen vorhanden sind. Da könnte die Schule eigentlich mit gutem Beispiel vorangehen.

Es gab auch ein paar Highlights und die hingen häufig mit Aufgabenstellungen zusammen, die wir in den letzten Monaten im Rahmen der Zusammenarbeit meiner Schule mit dem Trinity College erledigt hatten. Es hagelte Zertifikate.

Dies ist die schönste aller Urkunden, die ich erhalten habe. Sie ist von der Bürgermeisterin Dublins unterschrieben. - Rückkehr Austauschjahr Irland
Dies ist die schönste aller Urkunden, die ich erhalten habe. Sie ist von der Bürgermeisterin Dublins unterschrieben.
Für diese Urkunde habe ich hart gearbeitet. - Rückkehr Austauschjahr Irland
Für diese Urkunde habe ich hart gearbeitet.

Das i-Tüpfelchen war kostenlose Eiscreme für die ganze Schule. Das war eine Art Preis für einen Wettbewerb, an dem ich mit einer Gruppe von vier Mitschülern die Schule vertreten haben. Die Aufgabe lautete zu einem bestimmten vorgegebenen Themenbereich auf den Sozialen Medien aktiv zu sein. Meine Gruppe entschied sich für „Mental health“ und drehte Videos für TikTok und pflegte einen Instagram Account. Vor allem auf TikTok waren wir mit unseren Beiträgen unglaublich erfolgreich. Dies ist wohl auch der Grund, dass unserer Schule ein Eiswagen für einen Nachmittag gesponsert wurde. 

So farbenfroh sehen die Eiswagen in Irland aus. Den vor unserer Schule durften wir leider nicht fotografieren.
So farbenfroh sehen die Eiswagen in Irland aus. Den vor unserer Schule durften wir leider nicht fotografieren.

Freizeitaktivitäten

Mit dem Ende des Lockdowns öffneten auch die Geschäfte wieder. Irland ist ein Shopping Paradies. Und Shopping ist über die vielen Monate, in denen nur die Lebensmittelgeschäfte und Apotheken geöffnet waren, während meines Austauschjahres in Irland definitiv zu kurz gekommen. Das Angebot an Kleidung und Läden und auch das Preisniveau ist in Irland sehr attraktiv. Insofern musste ich vor meiner Rückkehr vom Austauschjahr in Irland noch ein wenig einkaufen gehen.

Natürlich wollte man sich auch wieder mit seinen Freunden treffen, bevor jeder wieder nach Hause fährt. Ich hatte noch die Zielsetzung, wenigsten einmal im Meer in Irland zu baden. Verwirklicht habe ich dieses Vorhaben mit einer Freundin eine Woche vor Abflug. Nach der Schule sind wir bei 10 Grad und Regen zum Meer gelaufen. Natürlich hatten wir den Strand für uns allein. Das Meer fühlte sich noch eine Spur kälter an als die Aussentemperatur. Aber wir haben uns überwunden und waren zwei Mal kurz ganz im Wasser. Schlotternd und sandig haben wir uns nach dem kurzen Bad wieder angezogen und sind die eineinhalb Stunden wieder nach Hause gelaufen.

Yeah, ich habe die Kälte des Meeres gesund überlebt, auch wenn das Bild bei einer anderen Gelegenheit entstanden ist.
Yeah, ich habe die Kälte des Meeres gesund überlebt, auch wenn das Bild bei einer anderen Gelegenheit entstanden ist.

Auch von der Austauschorganisation in Irland gab es noch einige Treffen und Ausflüge wie die Küstenwanderung von Bray nach Greystone und Galway. Die Wochenenden vergingen wie im Flug. Vorbereitungen für die Rückkehr vom Austauschjahr in Irland mussten ja auch getroffen werden.

Uferpromenade in Galway - Wenigstens Galway haben wir vor der Rückkehr vom Austauschjahr in Irland noch gesehen.
Uferpromenade in Galway – Wenigstens Galway haben wir vor der Rückkehr vom Austauschjahr in Irland noch gesehen.
Im Inneren der Galway Kathedrale
Im Inneren der Galway Kathedrale

Packen für die Rückreise

Sicher erinnert ihr euch, wie schwer es mir gefallen ist, meine Tasche für die Reise nach Irland zu packen. Da hatte ich jedoch die Hilfe und Beratung meiner Mutter. Jetzt stand ich allein da.

Ungefähr drei Wochen vor der Abreise habe ich begonnen schon einmal zur Probe zu packen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wieviel Platz ich noch in meinen Taschen habe. Ihr habt richtig gelesen – zurück reise ich mit zwei Taschen. Die zweite Tasche wurde gleich mit dem Rückflug gebucht. Eine zweite Reisetasche habe ich mir online bestellt und darauf geachtet, dass sie extra leicht ist. Trotzdem ist es mit dem Platz und dem Gewicht knapp geworden

Im Laufe der Zeit sammelt sich einiges an. Angefangen bei der Schuluniform, die ich als Erinnerung unbedingt mit nach Hause nehmen wollte. Überdies haben mich ja auch ein paar Geschenkpakete (Weihnachten) erreicht. Zusätzlich hatte ich von meiner irischen Gastfamilie auch einige Geschenke bekommen. Und hier und da sind mir ein paar schöne Sweatshirts u.a. vom Trinity College und meiner Schule über den Weg gelaufen. Und einkaufen war ich natürlich auch noch.

Das Packen war eine langwierige Sache. Von dem einen oder anderen Stück musste ich mich trennen. Am Ende war ich so verzweifelt, dass ich die Sachen nur noch in meine Tasche reingestopft habe. Ich hatte viel Glück, dass keines meiner Mitbringsel kaputt gegangen ist. Und bei all dem Packen stieg die Nervosität.

Bye, bye Irland

Für die Einreise in die Schweiz brauchte ich noch einen negativen PCR Test. Den Testtermin hat die Austauschorganisation vorgebucht für den Samstag. Für meinen Geschmack sehr knapp, da das Testzentrum 24 Stunden für das Ergebnis braucht. Als ich dann auch noch die Nachricht, dass das irische Gesundheitsministerium gehackt wurde, las, stieg die Aufgeregtheit. Nicht nur wegen des Testergebnisses, sondern auch wegen des Zeitfaktors.

Maria, unsere Betreuerin von der Austauschorganisation begleitete uns, da wir ja alle noch minderjährig sind.

Erstaunlicherweise haben es die Iren hinbekommen, den Mund- und Nasenabstrich schmerzfrei zu nehmen. Und das Ergebnis kam schon vor Ablauf der 24 Stunden.

Dieser Baum steht urz vor dem Übergang zu Bull Island.
Dieser Baum steht kurz vor dem Übergang zu Bull Island.

Und dann kam auch schon der Moment, wo es hiess, Abschied von der Gastfamilie zu nehmen. Meine Gastfamilie brachte mich zum Flughafen. Auf dem Weg dorthin holten sie schnell noch einen Kaffee. Und weil die Zeit dann etwas knapp zum verabredeten Treffpunkt wurde, kamen wir bei der Einfahrt zum Flughafen auch noch in eine Polizeikontrolle. Das machte meiner kleinen Gastschwester so viel Angst, dass sie anfing zu weinen. Die Zeit lief, mein Gastvater diskutierte mit der Polizei, meine Gastmutter versuchte meine Gastschwester zu trösten und ich sah wie die Zeit verstrich und wurde immer nervöser. Würden die anderen auf mich warten?

Die Treffpunktzeit war aber glücklicherweise mit einer Sicherheitsmarge berechnet worden, so dass alles kein Problem war. Die Schlange am Check-in war sehr lang, dennoch verlief alles ohne Problem. Maria begleitete mich und den Jungen, der mit mir in die Schweiz flog, noch bis zum Security Check und verabschiedete sich dann. Da wir viel Zeit bis zum Abflug hatten, brachte mir der Schweizer Mitschüler noch Jassen bei.

Der Flug verlief ohne Zwischenfälle im ausgebuchten Flugzeug. In Zürich ging dann alles ganz schnell. Der PCR Test war schon in Irland vor dem Einstieg kontrolliert worden, so mussten wir nur durch die Passkontrolle. Als wir am Gepäck ankamen, drehten unsere Gepäckstücke dort schon ihre Runden. Das Wiedersehen mit meiner Familie kam mir so surreal vor. Hm, irgendwie sind sie alle kleiner geworden!? Auch Freundinnen aus der Schule standen am Flughafen, um mich zu begrüssen. Damit schliesst sich der Kreis und mein Austauschjahr in Irland ist Geschichte.

Bilanz meines Austauschjahres in Irland

Das Meer werde ich vermissen, auch wenn es zu kalt zum Baden war.
Das Meer werde ich vermissen, auch wenn es zu kalt zum Baden war.

Auch wenn, durch die in Irland schon sehr früh getroffenen Massnahmen zur Bekämpfung von Covid mein Austauschjahr in Irland ganz anders verlaufen ist, als geplant, wollte ich die Erfahrung nicht missen. Ich bin über mich hinausgewachsen und habe sehr viel Selbstvertrauen in meine Fähigkeiten, mich anzupassen, neue Freunde zu finden und mich selbst zu managen, gewonnen. Ich kann stolz von mir sagen: Ich habe das beste aus der Zeit gemacht. Vor allem die Herausforderungen im Bridge to College Programm des Trinity Colleges waren spannend. Dass wir fast nichts von Irland gesehen haben, ist sehr schade. Aber meine Familie hat mir versprochen, noch einmal gemeinsam mit mir durch Irland zu reisen, wenn es wieder möglich ist.

Die englische Sprache geht mir im Moment fast noch einfacher von den Lippen als Deutsch. Vor dem Stress am Schweizer Gymnasium graut mir im Moment ein wenig. Waren dagegen doch die schulischen Herausforderungen in Irland fast wie ein Urlaub. Gut, dass ich noch Zeit habe, wieder anzukommen, bevor mich im August dann wieder der Alltag einholt.

Auch kulinarisch hat Irland meinen Horizont erweitert. Ich liebe jetzt scharfe Curries. Wobei ich mich jetzt auf unsere Art zu essen und frisches Brot freue.

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