Mittelalterliche Architektur, Markttag und ein englischer Landschaftsgarten – ein Wochenende in Bellinzona

Oft auf dem Weg Richtung Süden links liegen gelassen, ist die Hauptstadt des Tessins – Bellinzona – einen eigenen Besuch wert. Immerhin sind die drei Burgen von Bellinzona beeindruckende und gut erhaltene Zeugnisse mittelalterlicher Architektur. Schon seit Jahrhunderten prägen sie das Bild der Stadt, aber seit sie im Jahr 2000 ins Verzeichnis des Weltkulturerbes der Unesco aufgenommen wurden, rücken sie mehr in den Vordergrund der Wahrnehmung. Nur, wenn samstags am Vormittag der grosse Markt in Bellinzona stattfindet, dann stehen Essen und Genuss im Fokus der Besucher. Dieser Samstagsmarkt ist aber auch eine Freude für alle Sinne. Wer genug vom Trubel hat, findet Ruhe in einem englischen Landschaftsgarten in Bellinzona.

Wir besuchen Bellinzona auf dem Rückweg unseres verlängerten Osterwochenendes und übernachten auf dem Campingplatz in Bellinzona. Über unsere Campingerfahrungen im Tessin könnt ihr im Beitrag «Camping im Tessin mit dem Wohnmobil» mehr lesen.

Auf dem Weg zum Markt von Bellinzona.
Auf dem Weg zum Markt von Bellinzona.

Samstags ist Markttag in Bellinzona

Strahlender Sonnenschein begleitet uns auf dem kurzen Weg vom Busbahnhof zum Beginn des grossen Samstagmarktes in Bellinzona. Wir sind gespannt, ob in Zeiten von Corona und Maskenpflicht überhaupt Marktstimmung aufkommt. Dreht sich doch bei diesem Markt vieles um regionale Spezialitäten und Genuss. Ich erinnere mich noch an den letzten Besuch des Samstagsmarktes in Bellinzona. Da haben uns vom Marktbrot, über Wurst- und Käsespezialitäten so viele Sachen angelacht und gerufen «kauf mich», dass wir anschliessend erst einmal einen schönen Ort für ein ausgiebiges Picknick suchen mussten.

Der Samstamsmarkt von Bellinzona platzt wie eh und jeh aus allen Nähten. Die Marktstimmung ist nicht getrübt.
Der Samstamsmarkt von Bellinzona platzt wie eh und jeh aus allen Nähten. Die Marktstimmung ist nicht getrübt.

Deshalb lautet die Devise für diesen Markttag nur zu kaufen, was man nicht mit herumschleppen muss. Es ist so voll, wie wir den Markt von Bellinzona in Erinnerung haben. Hunderte Besucher drängen durch die alten Gassen von Bellinzona und degustieren die Waren an den Ständen, kaufen Spezialitäten, bleiben für einen Schwatz stehen. Parteien machen Werbung. Einzig das Angebot von Kunsthandwerk scheint kleiner geworden zu sein.

Selbst in den engen Gassen stehen die Stände mit den farbenfrohen Dächern. - Markt in Bellinzona
Selbst in den engen Gassen stehen die Stände mit den farbenfrohen Dächern.

Wer etwas Essbares erstanden hat, sucht sich einen Platz am Rand und geniesst es anschliessend. Jörg kauft sich eine Art Panama Hut auf dem Markt. Hat er doch seinen Hut zu Hause vergessen. Kein Wunder schien doch auf der Alpennordseite dieses Jahr die Sonne gefühlt sehr viel seltener. Für die Mädchen entdecken wir ausserdem ein praktisches Haarutensil, welches sich unglaublicher Beliebtheit bei den weiblichen Besuchern des Marktes erfreut.

Von der Seitenlinie beobachten wir mit unserem Eis das Markttreiben. - Markt in Bellinzona
Von der Seitenlinie beobachten wir mit unserem Eis das Markttreiben.

Wir beobachten das bunte Treiben mit einem Eis in der Hand und lassen uns über den Markt von Bellinzona treiben. Unser nächstes Ziel ist ein englischer Landschaftsgarten.

Der Park der Villa dei Cedri – ein englischer Landschaftsgarten im Tessin?

Allein für den Weg von der Innenstadt zur Villa dei Cedri lohnt der kurze Abstecher. Führt er doch vorbei an schönen alten Häusern und markanten Bäumen und gibt interessante Blicke auf die drei Burgen Bellinzonas preis.

Auf dem Weg zum englischen Landschaftsgarten sehen wir diese schöne alte Villa, die durch den Brückenzugang zum modernen Sitz dieser Versicherung nicht komplett eingemauert wurde.
Auf dem Weg zum englischen Landschaftsgarten sehen wir diese schöne alte Villa, die durch den Brückenzugang zum modernen Sitz dieser Versicherung nicht komplett eingemauert wurde.

Die Villa dei Cedri beherbergt ein Kunstmuseum. Die ständige Sammlung konzentriert sich auf die Kunst des Tessins, der Lombardei und der Schweiz ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Wechselausstellungen und spezifische Projekte machen die in den Sammlungen vorhandenen Werke zugänglich.

Die Villa Cedri mit ihrem englischen Landschaftspark
Die Villa Cedri mit ihrem englischen Landschaftspark

Uns geht es bei diesem Besuch jedoch mehr um den Park, den wir uns als Landschaftsgarten etwas grösser vorgestellt hätten. Theoretisch sollte man den Park auch mit einem Audioguide erkunden können, ob man dies aber nur als Kombipaket mit dem Museumseintritt offeriert bekommt oder es ein sprachliches Missverständnis war, wissen wir nicht. Da wir uns gegen einen Museumsbesuch an diesem schönen Frühlingstag entschieden, blieb uns nur die Möglichkeit, den Park auf eigene Faust, ohne die Geschichten seiner Entstehung zu erkunden. 

So ein Schattenplatz auf einer der Bänke unter den Bäumen ist im Sommer sicher ein schöner Ort für eine Pause. - Englischer Landschaftsgarten Villa dei Cedri
So ein Schattenplatz auf einer der Bänke unter den Bäumen ist im Sommer sicher ein schöner Ort für eine Pause.

Verschiedene Fusswege führen durch den unabhängig vom Museum immer geöffneten Park, der vor allem durch uralte Bäume besticht. Hier wachsen Steineichen, Magnolien, Buchen, Eschen, Eichen, Palmen, Zedern (Cedri), Zypressen und Redwoods. Auf der Rückseite der Villa sieht man den Weinberg. Hier wachsen die Merlot Trauben. Ein Obstgarten gehört ebenfalls zum Park. Im Park kann man auch einige Skulpturen entdecken. Einen Spielplatz und Toiletten findet man auch etwas versteckt zwischen Eingang und Villa, wenn man neben der Villa nach hinten geht.

Interessante Zeltkonstruktion im englischen Landschaftspark der Villa dei Cedri
Interessante Zeltkonstruktion im englischen Landschaftspark der Villa dei Cedri
Die Villa dei Cedri durch die jungen Blätter der alten Steineiche gesehen. - Englischer Landschaftspark der Villa Cederi
Die Villa dei Cedri durch die jungen Blätter der alten Steineiche gesehen.

Ein kurzer Abstecher zum Park der Villa dei Cedri lohnt sich auf alle Fälle. Von der Villa kommend erreicht man die mittlere der drei Burgen – Montebello – von der Rückseite her.

Die drei Burgen von Bellinzona

Erstmals nehmen wir uns vor, alle drei Burgen an einem Wochenende zu besuchen und zu entscheiden, welches unsere Lieblingsburg wird. Welche der drei Burgen es geworden ist, berichte ich am Ende des Beitrages.

Wer ebenfalls alle drei Burgen von Bellinzona besuchen will, kann das Sparticket beim Eintritt der ersten Burg kaufen. Es gilt für die ganze Saison. Gegenüber dem Einzelpreis spart man 10 Sfr. Die Burgen kann man gut zu Fuss erreichen. Vor der Burg von Montebello und der Burg Sasso Corbaro gibt es Parkplätze, so dass man auch mit dem Auto hochfahren könnte.

Der kleine Zug «Trenino Artù»: fährt von der Piazza Collegiata zu den Burgen Montebello und Sasso Corbaro.

Geschichtliches

Die Burgen von Bellinzona waren von grosser Bedeutung für die Herzöge von Mailand. Die Namen der Visconti und Sforza begegnen einem immer wieder. Ihre Herrschaft dauerte von der Ernennung zum Herzog 1395 bis 1499. Tatsächlich entstand der lombardische Staat unter den Visconti aber bereits in den 1330er und 40er Jahre. Eine Zeit lang wechselten sich Como und Mailand im Besitz von Bellinzona ab. In die Zeit der Herrschaft der Herzöge von Mailand fällt der Ausbau von Castelgrande, und von Castel Montebello und der Bau der Burg Sasso Corbaro sowie der Neubau der Stadtmauer.

Castelgrande mit der Stadtmauer und Castel Montebello von der Burg Sasso Corbaro aus fotografiert. - Burgen von Bellinzona
Castelgrande mit der Stadtmauer und Castel Montebello von der Burg Sasso Corbaro aus fotografiert.

Schaut man sich die geografische Lage von Bellinzona an, sieht man, welche strategisch wichtige Lage Bellinzona hatte. Kommen doch hier die wichtigsten Alpenpässe zusammen wie der St. Gotthard-, der St. Bernhard-, der Nufenen- und auch der Lukmanierpass. Die Herzöge von Mailand hatten ihre Herrschaft im Laufe der Zeit auch über die bis dahin Como unterstellten Gebiete ausgedehnt.

Blick in Richtung Norden. Links in Richtung San Gotthard oder rechts in Richtung San Bernardino Pass bzw. Tunnel ist hier die Frage. Strategische Bedeutung der Burgen von Bellinzona.
Blick in Richtung Norden. Links in Richtung San Gotthard oder rechts in Richtung San Bernardino Pass bzw. Tunnel ist hier die Frage.
Blick von der Burg Sasso Corbaro, der höchstgelegenen der drei Burgen von Bellinzona in Richtung Süden.
Blick von der Burg Sasso Corbaro, der höchstgelegenen der drei Burgen von Bellinzona in Richtung Süden.

Bellinzona war ein strategischer Ort zur Verteidigung ihrer Territorien gegenüber den Eidgenossen und der Kontrolle des Handels. Durch den Ausbau der Burgen und den Bau der Mauer wurde das Tal des Ticino an der Engstelle blockiert. Später, 1479, wurde die Burg Sasso Corbaro noch errichtet.

Das Herrschaftsgebiet der Herzöge von Mailand änderte sich im Laufe der Jahre immer wieder. Mit den Mailänderkriegen (1494-1559) erreichten die militärischen Auseinandersetzungen ihren Höhepunkt. Im Zuge der kriegerischen Auseinandersetzungen gelangte Bellinzona 1500 in den Besitz der Eidgenossen. Mit dem Ewigen Frieden und der Errichtung der Tessiner Vogteien, gelangten die Tessiner Gebiete endgültig unter eidgenössische Hoheit.

Burg von Montebello

Wir beginnen die Besichtigung der drei Burgen von Bellinzona mit der mittleren Burg, der Burg von Montebello. Diese Burg liegt auf dem gleichnamigen Hügel auf 313 m Höhe über dem Meer und ungefähr 90 m Höhe über dem Stadtgebiet. Bereits vor 1300 liess eine adlige Familie aus Como die Burg von Montebello als Ergänzung zum bereits bestehenden Castelgrande errichten. Die Burg von Montebello wurde in mehreren Etappen von 1462 bis 1490 renoviert und erweitert.

Wir nähern uns der Burg von Montebello von hinten. - Burgen von Bellinzona
Wir nähern uns der Burg von Montebello von hinten.
Aus der Nähe erscheint die Burg von Montebello mächtig. Wir fragen uns, wozu der äussere Gang an der Mauer erbaut wurde. - Burgen von Bellinzona
Aus der Nähe erscheint die Burg von Montebello mächtig. Wir fragen uns, wozu der äussere Gang an der Mauer erbaut wurde.
Der Eingang zur Burg von Montebello. Fast erwartet man herausstürmende Soldaten. Burgen von Bellinzona
Der Eingang zur Burg von Montebello. Fast erwartet man herausstürmende Soldaten.

Heute beherbergt die Burg von Montebello das Archäologische Museum. Mit Exponaten und Videos bringt es die Geschichte von der Steinzeit bis zur Romantik näher. Allerdings ist es sinnvoll, wenn ihr euch vor dem Besuch die Smarttravel App herunterladet. Dann bekommt ihr beim Scannen der QR Codes viele Informationen, die in den Vitrinen vor allem in italienischer Sprache angeschrieben sind. Ohne die App funktioniert es allerdings nicht.

Von den Zinnen der Burg von Montebello hat man eine schöne Sicht auf den äusseren Burgring und Castelgrande. Herunter geht es auf der Innenseite der Befestigungsmauern wieder in die Stadt. Wir entscheiden uns, von der mittleren der drei Burgen von Bellinzona erst einmal wieder nach unten zu laufen und Castelgrande zu besichtigen.

Von den Zinnen der Burg Montebello hat man einen guten Blick auf Castelgrande. Burgen von Bellinzona
Von den Zinnen der Burg Montebello hat man einen guten Blick auf Castelgrande.

Castelgrande

Der Hügel von San Michele wurde wohl schon im Neolithikum besiedelt. Archäologische Untersuchungen deuten darauf hin, dass bereits im 4. Jahrhundert die erste Festung auf dem Hügel gestanden hat. Vom Castrum Magnum wird erstmals im 14. Jahrhundert gesprochen.

Wer Castelgrande besichtigen möchte, kann entweder den bei der Piazza del Sole versteckten Turm mit den beiden Aufzügen suchen oder aber durch die engen Gassen der Stadt den Wegweisern nach oben folgen. Wir laufen gemütlich zur Burg.

Der Innenhof von Castelgrande - Burgen von Bellinzona
Der Innenhof von Castelgrande.

In den Ausstellungsräumen von Castelgrande befand sich zum Zeitpunkt unseres Besuchs eine Fotoausstellung mit alten Tessiner Fotografien. Theoretisch könnte man noch einen Film ansehen, der vom Personal an der Kasse in der entsprechenden Sprache gestartet werden muss, aber darauf verzichten wir.

Stattdessen steigen wir in den beiden Türmen nach oben und laufen auf den Zinnen vom Torre Nera zum Torre Bianca. Der Wind ist hier so stürmisch, dass es mich um ein Haar meinen Hut gekostet hätte. Im letzten Moment wurde ich jedoch seiner noch habhaft.

Der windige Verbindungsweg zum Torre Bianca. Im Torre Bianca kann man bis unters Dach nach oben steigen.
Der windige Verbindungsweg zum Torre Bianca. Im Torre Bianca kann man bis unters Dach nach oben steigen.

Hinweis: Im schwarzen Turm befindet sich ein Escape Room, der ab Ende Juni von mittwochs bis sonntags geöffnet ist. Zwei bis sechs Personen müssen durch das Lösen von Rätseln und Finden von Hinweisen die Karte mit der Fluchtmöglichkeit aus dem schwarzen Turm finden. Die Rahmenhandlung und Szenerie spielt im Mittelalter.

Reservieren muss man das Abenteuer über die Website von blockati. Leider scheint die Seite nur in Italienisch zu funktionieren.

Im nördlichen Hof von Castelgrande befindet sich ein Sinnes- oder Barfussweg. Uns steht jedoch der Sinn danach, uns langsam auf den Rückweg zu begeben. Insofern begeben wir uns in den westlichen Hof, von wo die heute noch stehende Stadtmauer begangen werden kann.

Blick auf Torre Nera und die Stadtmauer
Blick auf Torre Nera und die Stadtmauer

Die Stadtmauer von Bellinzona

Bei der Stadtmauer von Bellinzona handelt es sich um eine mächtige Doppelmauer (Murata), die ursprünglich vom Castelgrande aus Richtung Westen bis zum Ufer des Ticino reichte. Die erste Mauer stammt aus dem Jahre 1422. Diese Mauer wurde jedoch 1478 wieder abgerissen und durch eine neue Mauer ersetzt. 1515 zerstörte dann ein Hochwasser weite Teile der Stadtmauer. Im 19. Jahrhundert wurden ihre Tore geschleift. Das heute noch vorhandene Mauerstück ist imposant. Da wir den Weg auf der Murata bereits kennen, nehmen wir dieses Mal den unterirdischen Gang im Inneren der Stadtmauer.

Im Inneren der Stadtmauer von Bellinzona
Im Inneren der Stadtmauer von Bellinzona

Für einen Tag reicht es uns, die Besichtigung der dritten Burg von Bellinzona verschieben wir auf den nächsten Tag. Gemütlich laufen wir zurück zum Busbahnhof und fahren von dort aus zurück auf den Campingplatz.

Die Burg Sasso Carbaro

Die Burg Sasso Carbaro ist die höchstgelegene der drei Burgen von Bellinzona. Wir fahren mit unserem Wohnmobil hoch und parken etwas unterhalb. Allerdings gibt es weiter oben einen grossen Parkplatz. Sasso Carbaro küren wir nach unserem Besuch einstimmig zu unserer Lieblingsburg, was nicht zuletzt mit der Ausstellung zur Renaissance zusammenhängt. Die Ausstellung ist der zweite Teil einer Trilogie, in welcher die drei «Giganten» der Renaissance (Leonardo, Raffael und Michelangelo) in den Mittelpunkt der Betrachtung gestellt werden. Leonardo haben wir leider verpasst. 2021 steht Rafael als Künstler im Mittelpunkt. Für 2022 ist Michelangelo geplant.

Nach dem Besuch der Burg Sasso Corbrao kann man noch schön auf den Felsen sitzen und philosophieren. - Burgen von Bellinzona
Nach dem Besuch der Burg Sasso Corbrao kann man noch schön auf den Felsen sitzen und philosophieren.

Der Ausstellungsrundgang orientiert sich an den wichtigsten künstlerischen Stationen im kurzen Leben Rafaels, der im Alter von 37 Jahren starb. Dazu gehört seine Lehre bei Pietro Perugino, seine Zeit in Florenz und seine Zeit in Rom, wo er zeitgleich mit Michelangelo für den Vatikan (Papst Julius II.) arbeitete. Durch moderne Technik kommt Bewegung in Fresken und Nachbildungen seiner wichtigsten Werke. Die Ausstellung ist mit viersprachigen Texten versehen und braucht auch keine App.

Von den Ausstellungsräumen kommt man auf die Zinnen und den Turm der Burg, von wo aus man einen wunderbaren Weitblick geniesst.
Von den Ausstellungsräumen kommt man auf die Zinnen und den Turm der Burg, von wo aus man einen wunderbaren Weitblick geniesst.

Die Renaissance – ein Vorbild für die heutige Zeit?

Die Renaissance hatte ihr Zentrum in Florenz und prägte während 200 Jahren den Übergang vom Mittelalter zur Moderne in Kunst und Architektur. Eine neue kulturelle Bewegung entstand. Dies ist insofern interessant, als diese Bewegung entstand, nachdem die Pest ein Drittel der damaligen Bevölkerung Europas dahinraffte. Insoweit lautet die Botschaft dieser Ausstellung auch, es gibt eine Zukunft nach der Pandemie. Wie diese aber aussieht, hängt massgeblich von unserer Einstellung ab. Sind wir bereit für eine soziale, wirtschaftliche und kulturelle Renaissance? Oder lassen wir es zu, dass wir ins Zeitalter des Transhumanismus gehen, wo die Kreativität und das Bewusstsein, die Gefühle eines Menschen mit den Algorithmen von Maschine verbunden oder bestimmt werden? Lassen wir es zu, dass die Angst uns unsere Kultur und unsere Menschlichkeit nimmt? Ist eine Besinnung auf unser kulturelles Erbe vielleicht das Heilmittel, um eine zutiefst gespaltene Gesellschaft zu heilen?

Nach dem Besuch suchen wir uns einen von der Sonne angewärmten Fels. So gemütlich sitzend, den Weitblick geniessend, philosophieren wir noch ein wenig.

Weitere Beiträge zum Tessin findet ihr hier.

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