Öffentliche Verkehrsmittel Lissabon – wie fährt man am günstigsten?
Der öffentliche Verkehr in Lissabon ist so vielfältig wie die Stadt selbst. Zwischen steilen Hügeln, alten Gassen und modernen Vierteln verbinden Metro, Busse, Strassenbahnen, Standseilbahnen und Aufzüge alle Teile der Stadt. Besonders bekannt ist die gelbe Tram 28E, die seit Jahrzehnten durch die Altstadt Lissabons rumpelt und für viele Besucher zum Pflichtprogramm gehört. Doch nur, wer den ÖV in Lissabon versteht, kann günstig und bequem mit der Navegante-Karte fahren und herausfinden, ob die Lisboa Card oder die verschiedenen Varianten der Hop-on-Hop-off-Busse wirklich eine lohnende Alternative sind.
Finde heraus, welche Variante für deinen Lissabon-Besuch die günstigste ist und lass dich inspirieren, Lissabon wieder einen Besuch abzustatten.

Welche Tickets gibt es in Lissabon?
Für den öffentlichen Verkehr in Lissabon gibt es verschiedene Ticketvarianten, die sich nach Verkehrsmitteln und Strecken unterscheiden. Die Tageskarte gilt genau 24 Stunden ab der ersten Nutzung und erlaubt unbegrenztes Fahren mit Metro, Bus, Strassenbahn und Aufzügen. Sie lohnt sich für alle, die an einem Tag viele Strecken zurücklegen möchten.
Achtung: es gibt drei verschiedene 24-Stunden-Tickets (Stand 2025):
- Carris/Metro (2025: 7 €) – gilt für Metro, Busse, Strassenbahnen und Aufzüge.
- Carris/Metro/Transtejo – Cacilhas (2025: 10 €) – zusätzlich gültig für die Fähre über den Tejo nach Cacilhas.
- Carris/Metro/CP (1025: 11 €) – umfasst zusätzlich die Züge der portugiesischen Bahnlinie CP (Comboios de Portugal), z. B. nach Sintra oder Cascais.
Carris betreibt die Busse, Strassenbahnen, Aufzüge und Standseilbahnen in Lissabon. Transtejo ist die Betreibergesellschaft der Fähren über den Tejo. CP steht für die nationale Eisenbahngesellschaft, die Regional- und Vorortzüge anbietet.
Die Tageskarte lohnt sich ab etwa fünf Fahrten pro Tag. Für Gelegenheitsfahrer ist das Zapping-Guthaben oder ein Einzelticket auf der Navegante-Karte (früher Via-Viagem-Karte) meist günstiger.
Die Navegante-Karte
Die Navegante-Karte ist das Herzstück des öffentlichen Verkehrs in Lissabon. Sie funktioniert als wiederaufladbare Chipkarte, die für fast alle Verkehrsmittel gilt: Metro, Busse, Strassenbahnen, Aufzüge und Standseilbahnen. Die Karte ist ab dem Kaufdatum ein Jahr gültig. Danach kann sie nicht mehr aufgeladen werden, Restguthaben darfst du aber noch aufbrauchen.
Die Karte kostet einmalig 0.50 Euro. Auf die Navegante-Karte kannst du unterschiedliche Ticketarten laden, zum Beispiel eine Tageskarte oder ein Zapping-Guthaben. Wichtig ist: pro Karte ist nur eine Ticketart gleichzeitig möglich. Wenn du also an einem Tag ein 24-Stunden-Ticket und am nächsten Tag Zapping nutzen möchtest, brauchst du zwei verschiedene Karten.
Beim Zapping lädst du Guthaben bis maximal 40 Euro auf die Karte und jede Fahrt wird von der Karte automatisch abgezogen. Wir würden dir jedoch empfehlen, mit einem deutlich geringerem Guthaben zu beginnen. Du kannst die Karte ja immer wieder aufladen.
Hinweis: Beim Zapping wird jede Fahrt einzeln abgerechnet. Das System prüft nicht automatisch, ob am Ende des Tages eine Tageskarte günstiger gewesen wäre. Daher lohnt es sich, vorab zu überlegen, wie viele Fahrten du planst.
Nur der Vollständigkeit halber: Du kannst auch Einzeltickets auf die Navegante-Karte laden. Allerdings sind Einzeltickets etwas teurer als das Zapping mit der Navegante-Karte, weshalb wir das nicht empfehlen. In Strassenbahnen und Bussen kannst du auch direkt Tickets beim Fahrer kaufen, diese sind ebenfalls teurer als bei Bezahlung mit der Navegante-Karte Lissabon.
Hinweis: Aufzüge und Standseilbahnen fallen zwar theoretisch unter das Netz von Carris, werden jedoch teilweise zu deutlich höheren Preisen berechnet, vor allem, wenn man direkt am Fahrzeug bezahlt.

Wo kann man die Navegante-Karte kaufen?
Die Navegante-Karte Lissabon kannst du bereits am Flughafen direkt nach der Ankunft kaufen. Auch an den grossen Metro-Stationen und Bahnhöfen findest du Automaten, die mehrsprachig bedienbar sind. Dort kannst du die Karte sowohl kaufen als auch aufladen.
Beim ersten Kauf wählst du am Automaten „without reloadable card / card purchase“. Anschliessend entscheidest du, ob du ein Zapping-Guthaben oder eine Tageskarte laden möchtest.
Willst du die Karte später aufladen, wählst du „with reloadable card / insert card for reload / read“.
Die Automaten akzeptieren Bargeld und Kreditkarten. Wenn du mit mehreren Personen reist, musst du für jede Person eine eigene Karte kaufen, da sie nicht übertragbar ist.
Tipp: Wenn du dir unsicher bist, ob du eine Navegante-Karte oder eine Lisboa Card kaufen möchtest, lohnt sich ein Blick auf dein Programm. Die Lisboa Card enthält viele Museumseintritte und Vergünstigungen, während die Navegante-Karte ausschliesslich für den öffentlichen Verkehr in Lissabon gilt. Für reine Stadterkundungen ohne Museumsbesuche ist sie meist die günstigere Lösung.
Wie benutzt man die Navegante-Karte zur Bezahlung des ÖV in Lissabon?
Die Navegante-Karte Lissabon funktioniert kontaktlos und ist einfach zu bedienen. Jede Person braucht ihre eigene Karte. Du hältst sie beim Einsteigen oder Passieren der Schranke kurz an das gelbe Lesegerät, bis ein Lichtsignal oder ein Piepton die Entwertung bestätigt. Danach wird der entsprechende Fahrpreis automatisch abgebucht oder die Gültigkeit der Tageskarte geprüft.
So funktioniert die Nutzung in den verschiedenen Verkehrsmitteln:
- Bus, Strassenbahn und Standseilbahn: Karte beim Einstieg kurz ans Lesegerät halten.
- Metro und Regionalzüge: Karte beim Betreten und Verlassen der Gates an der Schranke durchziehen.
- Fähren: Karte an der Zugangsschranke zum Warteraum an das Lesegerät halten, um einzuchecken.
Nach dem Einchecken leuchtet ein grünes Signal oder ertönt ein Piepton. Damit wird automatisch die Abbuchung bestätigt. In manchen Verkehrsmitteln zeigt das Display kurz das Restguthaben an.
Bewahre die Karte gut auf, da sie ein Jahr lang gültig bleibt und immer wieder aufgeladen werden kann.
Welche Alternativen gibt es zur Navegante-Karte?
Neben der Navegante-Karte gibt es zwei weitere Möglichkeiten, um den öffentlichen Verkehr in Lissabon zu nutzen: die Lisboa Card und die Hop-on-hop-off-Angebote privater Anbieter. Welche Variante für dich passt, hängt davon ab, wie du die Stadt erkunden möchtest.
Unsere Empfehlung für Übernachtungen: Buchung über Booking.com* – grosse Auswahl und gute Storno-Optionen.
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Lisboa Card
Die Lisboa Card ist mehr als nur ein Ticket für den ÖV in Lissabon. Sie kombiniert freie Fahrt mit Metro, Bus, Strassenbahn, Aufzügen und Standseilbahnen mit kostenlosem oder vergünstigtem Eintritt in viele Museen und Sehenswürdigkeiten. Je nach Variante gilt sie 24, 48 oder 72 Stunden.
Mit der Lisboa Card sind viele Museen und Sehenswürdigkeiten inklusive oder ermässigt. Beispielsweise ist der Eintritt in das Denkmal der Entdeckungen (siehe unsere Lissabon-Tipps) mit enthalten, beim Gulbenkian-Museum gibt es hingegen nur Ermässigungen. Da sich die in der Lisboa Card enthaltenen Museen und Führungen jedes Jahr leicht ändern, lohnt sich vor dem Kauf ein kurzer Blick auf die aktuelle Liste der Partner.
Für reine Stadterkundungen ohne Museumsbesuche ist dagegen meist die Navegante-Karte Lissabon günstiger. Mit ihr zahlst du nur für den tatsächlichen öffentlichen Verkehr und bleibst flexibel.
Hop-on-hop-off mit Bus, Strassenbahn und Boot
Eine weitere Möglichkeit, verschiedene Verkehrsmittel in Lissabon zu kombinieren, sind die Hop-on-hop-off-Angebote. Sie verbinden Bus, Strassenbahn und Boot zu einem Rundum-Paket, das sich besonders für Besucher eignet, die Lissabon bequem und ohne Ticketwechsel entdecken möchten.
Das bekannteste Angebot stammt von Yellow Bus Tours. Das All-in-One-Ticket umfasst Bus, Boot und die historische Hills Tramcar Tour – also die rote Tram, die als Rundfahrt ohne Zwischenstopps mit Audioguide durch die Altstadt führt. Zusätzlich ist der Zugang zu den öffentlichen Carris-Strassenbahnen im Preis enthalten, ebenso gibt es 15 bis 20 Prozent Ermässigung auf Eintritte in diversen Museen. Familien profitieren von speziellen Familientickets (zwei Erwachsene, zwei Kinder).
Mehr Informationen findest du auf der Website von Yellow Bus Tours.

Auch City Sightseeing bietet mit den roten Doppelstock-Bussen mehrere Hop-on-hop-off-Pakete in Lissabon an. Zur Wahl stehen fünf Varianten, vom Basic-Ticket mit drei Buslinien bis zur exklusiven Kombination mit Bootstour, Walking Tours und einem Skip-the-line-Ticket für das Oceanário de Lisboa. Im Gegensatz zu Yellow Bus gibt es bei City Sightseeing keine Familientickets, dafür eine grössere Auswahl an Routen und Zusatzleistungen.
Alle Details und Routen findest du auf der Website von City Sightseeing.
Beide Anbieter decken ähnliche Bereiche der Stadt ab, unterscheiden sich aber in Preis, Routen und Zusatzangeboten. Ein kurzer Vergleich lohnt sich also vor dem Kauf.
Metro Lissabon – schnell unterwegs unter der Stadt
Die Metro Lissabon ist das Rückgrat des öffentlichen Verkehrsnetzes. Mit ihren vier Linien – Rot, Grün, Blau und Gelb – erreichst du schnell die wichtigsten Stadtteile. Die Metro verbindet auch den Flughafen mit dem Zentrum und ist damit ideal für die An- oder Abreise.
Umsteigen zwischen den Linien ist einfach. Die Stationen sind farblich gut ausgeschildert, und innerhalb des Metrosystems bleibt die Fahrt eine einzige Verbindung. Das heisst: Solange du das System nicht verlässt, wird keine neue Abbuchung vorgenommen. Erst wenn du auf Bus, Strassenbahn oder Zug wechselst, beginnt eine neue Fahrt.
In jeder Station findest du mehrsprachige Automaten, an denen du Guthaben laden oder Tickets kaufen kannst. Die Navegante-Karte funktioniert in der Metro genauso wie in allen anderen öffentlichen Verkehrsmitteln. Beim Betreten und Verlassen der Station hältst du sie kurz ans Lesegerät. Ein grünes Licht oder ein Piepton bestätigt die Abbuchung.
Viele Metrostationen sind mit Rolltreppen und Aufzügen ausgestattet, einige – wie Oriente oder Baixa-Chiado – sind auch architektonisch interessant.
Einen aktuellen Netzplan und Routenplaner findest du auf der Website der Metro Lissabon.
Tram 28 E Lissabon – die berühmte Strassenbahn
Hinweis: Ab dem 4. November 2025 verkehrt die Tram 28E nur zwischen Martim Moniz und Largo Camões. Der Streckenabschnitt zwischen Campo Ourique (Prazeres) und Largo Camões wird vorübergehend durch den Minibus 28E bedient.
Die alten Strassenbahnen, die seit den 1930er-Jahren durch Lissabon rumpeln, sind aus dem Stadtbild nicht wegzudenken. Jeder Lissabon Besucher fotografiert sie und versucht mit ihnen zu fahren. Die berühmteste Strassenbahn ist Tram 28 E in Lissabon. Mit ihren gelben Wagen bahnt sie sich einen Weg durch fast alle Viertel.

Wenn du mitten im historischen Lissabon wohnen möchtest, findest du entlang der Route der Tram 28E viele stimmungsvolle Unterkünfte*. Perfekt, um das authentische Stadtgefühl schon vor der Haustür zu erleben.
Tram 28 E Route und Tipps
Die Linie 28 gilt als die schönste Strassenbahnlinie Lissabons. Auf rund 7 Kilometern verbindet sie die Endhaltestellen Campo Ourique (Prazeres) und Martim Moniz. Dazwischen liegen etwa 35 Haltestellen und einige der steilsten Strassen der Stadt. Eine vollständige Fahrt dauert ungefähr 45 Minuten.
Der Fahrplan ist allerdings nur ein Richtwert. Im Schnitt fährt sie alle 10 Minuten. Auf ihrer Fahrt durch die engen Altstadtgassen muss Tram 28 immer wieder wegen Autos oder Fussgängern anhalten. So passiert es gar nicht selten, dass zwei Trams kurz hintereinander kommen und es danach länger dauert.
Aber ganz ehrlich, unterwegs zusteigen, bringt nur die halbe Freude, denn dann sind alle Sitzplätze belegt und du siehst weniger von deinem Stehplatz. Besser ist an der Endhaltestelle zuzusteigen. Vor allem an der Endhaltestelle Martim Moniz bilden sich oft lange Schlangen. Deshalb unser Tipp: Steige in Campo Ourique zu.
Tickets kannst du ganz einfach mit der Navegante-Karte bezahlen. Der Ticketkauf beim Fahrer ist deutlich teurer. Tram 28 E ist auch in der Lisboa Card enthalten.
Hinweis: An den Endstationen müssen alle aussteigen. Es hilft also nichts, kurz vor der Endhaltestelle einzusteigen, um sich einen Sitzplatz ohne Anstehen zu sichern. Die Bahn wird komplett geleert, bevor sie in die Gegenrichtung fährt. Weiterhin solltest du beachten, dass aufgrund der engen Platzverhältnisse kein Platz für Kinderwagen oder grosse Gepäckstücke ist. Immer wieder wird zudem vor Taschendieben gewarnt.
Weitere historische Strassenbahnen in Lissabon
Auch auf anderen Linien in Lissabon sind historische Strassenbahnen unterwegs. Sie bieten oft kürzere Strecken, aber denselben nostalgischen Charme und deutlich weniger Andrang.
Hier eine Liste:
- Tram 12E – fährt von Martim Moniz bis zur Praça Luís de Camões im Bairro Alto und retour. Auf der Strecke liegen beispielsweise der Miradouro de Santa Luzia, und die Sé Kathedrale.
- Tram 18 E – fährt vom Cais Sodré nach Ajuda. Entlang der Strecke erreichst du die LX Factory und den Nationalpalast.
- Tram 24 E – fährt vom Praça Luís de Camões nach Campolide
- Tram 25E – fährt vom Praça Figureira durch Estrela bis nach Campo de Ourique, wo auch Tram 28 E startet.
Unser Tipp: Buche deine Unterkunft in Lissabon frühzeitig. Die schönsten Unterkünfte schnell ausgebucht.

Aufzüge und Standseilbahnen in Lissabon
Hinweis: Nach dem tragischen Unfall der Standseilbahn Elevador da Glória im September 2025 befinden sich derzeit alle Aufzüge und Standseilbahnen im Testbetrieb und sind bis auf Weiteres für die Öffentlichkeit geschlossen.
Die Standseilbahnen und Aufzüge gehören neben den gelben Strassenbahnen zu den bekanntesten Verkehrsmitteln in Lissabon. Sie wurden Ende des 19. Jahrhunderts gebaut, um die steilen Hügel zwischen den Stadtvierteln zu überwinden. Auch heute noch verbinden sie die Unterstadt Baixa mit höher gelegenen Vierteln wie Bairro Alto.
Der bekannteste ist der Elevador de Santa Justa im Herzen der Altstadt. Er verbindet die Baixa mit dem Viertel Chiado. Entworfen wurde er vom Ingenieur Raoul Mesnier de Ponsard, einem Schüler von Gustave Eiffel. Die Fahrt nach oben endet auf einer Aussichtsterrasse mit Blick auf das Carmo-Kloster und die Dächer der Stadt. Der Aufzug gehört zwar zum Carris-Netz, ist aber nicht im regulären Navegante-Tarif enthalten. Auch mit der Lisboa Card erhält man nur eine Preisreduktion.

Der Elevador da Glória verbindet die Praça dos Restauradores mit dem Viertel Bairro Alto. Er zählt zu den beliebtesten Fotomotiven Lissabons, da die Bahn durch eine enge, von Graffiti gesäumte Gasse fährt.

Noch steiler ist der Elevador da Bica, der die Rua de São Paulo mit dem höher gelegenen Largo do Calhariz verbindet.
Etwas weniger bekannt, aber geschichtsträchtig, ist der Elevador do Lavra. Er wurde bereits 1884 eröffnet und gehört zu den ältesten Standseilbahnen Europas.

Super Beitrag! :))
Ich habe mir die Seite heruntergeladen und werde es im Flugzeug nach Lissabon in einigen Stunden als Vorbereitung für unsere Ankunft studieren.
Dankeee!
Hallo Hugo,
dann wünsche ich dir viel Spass beim Erkunden von Lissabon.
Liebe Grüsse
Susan