Lissabon Städtetrip: unsere besten Tipps für Tag und Nacht
Lissabon, die Stadt des Lichts, ist wie geschaffen für einen Städtetrip voller Kontraste. Zwischen historischen Gassen und moderner Architektur, zwischen Aussichtspunkten und Atlantikblicken entfaltet sich eine Atmosphäre, die sofort fesselt. Wer einen Lissabon Städtetrip plant, fragt sich schnell: Wie viele Tage sollte ich für die Sehenswürdigkeiten in Lissabon einplanen, brauche ich einen Mietwagen und wo übernachtet man am besten? In diesem Beitrag findest du Antworten auf diese Fragen und Inspiration, um Lissabons Sehenswürdigkeiten entspannt zu entdecken, bei Tag und bei Nacht.
Ein Städtetrip nach Lissabon, in die pulsierende Metropole am Tejo, ist ein Spiel aus Licht, Farben und Bewegung. An sonnigen Tagen leuchtet die Stadt in zarten Pastelltönen, während sie bei Nacht im Schein der Lichter zu einem funkelnden Diamanten wird. Lass dich von unseren Lissabon Highlights bald zu einem Städtetrip inspirieren und mache dir selbst ein Bild.

Lissabon Städtetrip planen
Bevor du dich in das bunte Leben Lissabons stürzt, lohnt sich ein Blick auf die wichtigsten Fragen zur Planung. Eine Städtereise soll Freude machen, nicht stressen. Deshalb findest du hier Antworten, die dir helfen, deinen Aufenthalt in Lissabon entspannt zu gestalten, von der idealen Reisedauer über den Umgang mit dem Verkehr bis hin zur Wahl der Unterkunft.
Wie viele Tage in Lissabon?
Für einen Lissabon Städtetrip sind vier Tage ideal, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu entdecken und das besondere Lebensgefühl der Stadt zu geniessen. Wer mehr Zeit hat, kann zusätzlich Ausflüge in die Umgebung unternehmen und erlebt die portugiesische Hauptstadt entspannter.
Je länger du bleibst, desto nachhaltiger wird dein Aufenthalt. Die meisten Besucher erreichen Lissabon mit dem Flugzeug. Ein Kurzurlaub vermittelt zwar einen ersten Eindruck, doch um Atmosphäre, Menschen und Viertel wirklich zu erleben, lohnt sich mehr Zeit.
Schliesslich warten in der näheren Umgebung von Lissabon auch beeindruckende Ausflugsziele darauf, entdeckt zu werden: Sintra, Mafra oder das Feriendomizil der portugiesischen Könige Cascais, um nur einige zu nennen. Ausserdem gibt es hervorragende Museen in Lissabon: das Museum für Kunst, Architektur und Technik (MAAT), das Centro de Arte Moderna Gulbenkian (CAM) oder das 3D Fun Art Museum. Ich könnte die Liste der Museen, die noch auf meiner Bucket List für die nächste Lissabon Städtereise stehen, endlos fortsetzen.
Dagegen ist das Oceanarium im Parque das Nações ein Highlight, welches wir bei beiden Lissabon Städtereisen besucht haben.
Tipp: Bedenke bei der Planung deines Städtetrips nach Lissabon, dass das Gehirn nur eine begrenzte Anzahl von Eindrücken verarbeiten kann. Mehr als ein Museum pro Tag ist kaum möglich. Und auch die Füsse brauchen irgendwann eine Pause, denn das Herumlaufen in der Stadt ist anstrengender, als man denkt.
Braucht man einen Mietwagen in Lissabon?
Für einen Lissabon Städtetrip brauchst du keinen Mietwagen. Die Stadt verfügt über ein gut ausgebautes Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln, das dich zuverlässig zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten bringt. Auch beliebte Ausflugsziele wie Sintra oder Cascais sind bequem mit dem Zug erreichbar. Wenn du dich auf die Stadt konzentrieren willst, bist du ohne Auto deutlich entspannter unterwegs.
Tipp: Wenn du wissen möchtest, mit welchem Verkehrsmittel du in Lissabon am günstigsten unterwegs bist, lies meinen Beitrag zu den Öffentlichen Verkehrsmitteln. Dort erkläre ich alle Ticketoptionen und die Alternativen zum ÖV.
Anders sieht es aus, wenn du Lissabon im Rahmen eines Roadtrips durch Portugal besuchst. Dann lohnt sich ein Mietwagen, um auch Orte ausserhalb der Stadt zu entdecken, etwa das Cabo da Roca, den westlichsten Punkt Europas oder das abgeschiedene Cabo Espichel. Auch für eine Weiterreise an die Algarve ist ein Mietwagen die bequemste Lösung, Auf dem Blog findest du dazu einen Geheimtipp, wie du auf kleinen Strassen zur Algarve fährst.
Wichtig ist, dass du bei der Wahl deiner Unterkunft auf Parkmöglichkeiten achtest. In der Innenstadt von Lissabon sind Parkplätze rar. Hotels und Ferienwohnungen, die etwas ausserhalb liegen, bieten jedoch häufig Stellplätze an.
Unsere Empfehlung für Übernachtungen: Buchung über Booking.com* – grosse Auswahl und gute Storno-Optionen.
Der Link wird technisch über ein Partner-Tool bereitgestellt. Bei Buchung über unsere Links* erhalten wir eine kleine Provision – ein Dank für unsere Arbeit.
Beachte: De Brückenmaut wird in Lissabon immer nur stadteinwärts erhoben. Preise und Rabatte kannst du beim Betreiber Lusoponte einsehen.

Wo übernachten in Lissabon?
Die Wahl des richtigen Viertels für deine Unterkunft hängt stark davon ab, wie du deinen Lissabon Städtetrip gestalten möchtest. Wer zum ersten Mal in der Stadt ist und viele Sehenswürdigkeiten zu Fuss erkunden will, fühlt sich rund um Baixa-Chiado besonders wohl. Hier schlägt das Herz der Stadt, und die meisten Unterkünfte liegen in Gehdistanz zu Metro und Restaurants. Von den Stationen Baixa-Chiado oder Rossio erreichst du alle wichtigen Sehenswürdigkeiten schnell und bequem.
In Lissabon findest du Unterkünfte für jedes Budget – von günstigen Hostels über Ferienwohnungen mit Küchenzeile bis hin zu stilvollen Boutiquehotels oder modernen Häusern mit Rooftop-Bar.
Sehr beliebt ist der Stadtteil Misericórdia, der die Viertel Chiado, Bairro Alto und Teile von Cais do Sodré umfasst. Hier liegen viele charmante Hotels und Apartments in historischen Gebäuden. Tagsüber laden Cafés, Galerien und kleine Läden zum Bummeln ein, abends wird es in den Strassen lebendig.
Ruhiger und etwas eleganter geht es im Stadtteil Estrela oder entlang der Avenida da Liberdade zu, wo sich viele klassische Hotels befinden.
Uns fasziniert der Parque das Nações, Lissabons modernes Viertel am Tejo. Die Architektur ist mutig und zukunftsorientiert mit weiten Wegen, Parkanlagen und dem allgegenwärtigen Wasser. Mit dem modernen Bahnhof Oriente ist das Viertel zudem gut angeschlossen. Beim nächsten Lissabon Städtetrip schwanke ich noch zwischen dem Myriad by Sana Hotel* mit seiner traumhaften Aussicht und moderner Architektur und dem aussergewöhnlichen Hotel Homeboat Company*, wo man auf Hausbooten mit Sonnenterrasse und Fahrrad direkt im Hafen übernachtet. Alternativ könnte ich mir auch das Melia Lisboa Oriente Hotel* oder das Tivoli Oriente Hotel* mit seiner Bar auf der Dachterrasse vorstellen.


Tipp: In Lissabon ist die Nachfrage nach Unterkünften ganzjährig hoch. Es lohnt sich, frühzeitig zu buchen und die Lage genau zu prüfen. Besonders im historischen Zentrum sind Parkplätze rar und nicht jedes Haus ist schallisoliert.
Wie entdeckt man Lissabons Sehenswürdigkeiten am besten?
Lissabon ist eine Stadt, die auf sieben Hügeln gebaut ist. Mit ihren historischen Vierteln, den Aussichtspunkten, Sehenswürdigkeiten und Museen bietet Lissabon mehr, als in eine Städtereise passt. Deshalb der Hinweis vorweg: Lass dich auf die Stadt ein. Versuche nicht, von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit zu eilen, sondern spüre die besondere Atmosphäre der Stadt. Jedes Stadtviertel ist ein wenig anders.
Für grössere Distanzen innerhalb der Stadt lohnt sich die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel. Das Netz aus Tram, Metro, Bus und Fähren ist zuverlässig und günstig. Alles zu Tickets und Sparoptionen findest du im Beitrag zu den Öffentlichen Verkehrsmitteln in Lissabon.

Aus dem Stadtbild von Lissabon nicht wegzudenken, ist die gelbe historische Tram. Bei Touristen besonders beliebt ist die Linie 28 E. Sie verkehrt durch nahezu alle Altstadtviertel Lissabons. Für die 7km lange Fahrt braucht sie etwas 55 Minuten. An den Endhaltestellen müssen alle aussteigen. Steigst du zwischendrin zu, wirst du mit hoher Wahrscheinlichkeit stehen müssen. Besser ist es du steigst an der Endhaltestelle Campo Ourique etwas ausserhalb des Stadtzentrums ein. An der Endhaltestelle in Alfama musst du mit langen Wartezeiten rechnen. Eine gute Alternative ist Linie 12 E. Sie fährt teilweise exakt die gleiche Strecke.
Eine weitere Möglichkeit Lissabon im eigenen Tempo zu entdecken, sind Tuk Tuks. Sie bieten unterschiedliche Strecken und viele Erklärungen zu Sehenswürdigkeiten an. Auch die Hop-on-Hop-off-Busse ermöglichen es dir, innerhalb kurzer Zeit einen Überblick über die wichtigsten Lissaboner Sehenswürdigkeiten zu erhalten.
Unser Tipp: Nutze unbedingt die Fähre zwischen Cacilhas und Cais do Sodré. Die Tickets kannst du mit der Navigante-Karte bezahlen, und du erlebst so Lissabon vom Wasser aus, ein ganz eigener Blick auf die Stadt und die Brücke des 25. April.

Lissabon erleben – Highlights bei Tag und bei Nacht
Nach all den praktischen Fragen zur Planung eines Lissabon Städtetrips geht es jetzt um das, was die Stadt so besonders macht. Lissabon ist mehr als eine Ansammlung von Sehenswürdigkeiten. Es ist das Licht, wenn das Wetter mitspielt, die blau-weissen Azulejos an den Häusern, das Rattern der alten Trams, die Kontraste zwischen Geschichte und Moderne. Wer sich Zeit nimmt, erlebt die Stadt mit allen Sinnen bei Tag und bei Nacht.
Lissabon bei Tag – die schönsten Orte
Deine Lissabon Städtereise ist eine Reise durch die unterschiedlichen Viertel der Stadt. Jedes erzählt seine eigene Geschichte von Erdbeben, Wiederaufbau, Neuerfindung anlässlich einer Weltausstellung. Hier ein kurzer Überblick.
Im eleganten Chiado schlägt das Herz des alten Lissabon. Hier reihen sich Buchhandlungen, Boutiquen und Cafés aneinander. Im legendären Café A Brasileira sass schon der Schriftsteller Fernando Pessoa, während draussen Musiker spielen und Passanten vorbeiziehen.
Gleich oberhalb liegt das Bairro Alto, tagsüber still, doch abends voller Leben. Kleine Bars und Restaurants füllen die engen Gassen, von den Aussichtspunkten reicht der Blick weit über die Dächer der Stadt.
Die Baixa, im Schachbrettmuster neu aufgebaut, beeindruckt mit ihren hellen Plätzen und dem kunstvollen Aufzug Elevador Santa Justa. Ganz anders zeigt sich das alte Alfama. Viele Häuser tragen hier noch ihre Kacheln, und zwischen den Gassen klingt manchmal leise Fado-Musik.
Im Viertel Estrela laden die weisse Basilika und der Jardim da Estrela zu einer Pause im Grünen ein. Ganz am Fluss liegt Belém, wo die reich verzierte manuelinische Architektur von Portugals Entdeckerzeit erzählt.

Und schliesslich das moderne Gesicht der Stadt: der Parque das Nações mit futuristischer Architektur, Kunst im öffentlichen Raum und Blick auf die endlose Vasco-da-Gama-Brücke.
Jedes Viertel zeigt eine andere Facette, strahlt eine andere Atmosphäre aus, doch zusammen machen sie den Reiz von Lissabon aus.

Belém – Geschichte und Entdeckungen am Tejo
Belém ist einer der geschichtsträchtigsten Orte Lissabons. Von hier brachen einst die grossen Seefahrer auf, um neue Welten zu entdecken. Bis heute erinnert das Viertel an Portugals Epoche der Entdeckungen, in der Glaube, Macht und Mut und der Wille, neue Handelsrouten zu entdecken, untrennbar miteinander verbunden waren.
Torre de Belém – Wahrzeichen am Ufer des Tejo
Der Torre de Belém zählt zu den bekanntesten Bauwerken Portugals im manuelinischen Stil und gehört heute zum UNESCO-Weltkulturerbe. Errichtet wurde er Anfang des 16. Jahrhunderts während der Regierungszeit von König Manuel I. Der Turm sollte gemeinsam mit seinem Zwillingsbau auf der gegenüberliegenden Seite die Einfahrt in den Tejo sichern. Ursprünglich stand er auf einer kleinen Insel, heute jedoch fast an Land. Später diente er als Zollstation und Gefängnis.

Der Turm ist ausser montags ganzjährig für Besucher geöffnet. Vom Dach bietet sich ein weiter Blick über den Tejo und die Brücke des 25. April. Bei unserem Besuch war er leider geschlossen.
Das Gelände um den Torre de Belém wurde anlässlich der «Ausstellung der Portugiesischen Welt» 1940 durch den Garten Jardim da Torre de Belém aufgewertet. Als Symbol für die Entdeckung neuer Welten wurden Palmen gepflanzt.
Ein Wasserflugzeug erinnert an die Piloten Gago Coutinho und Sacadura Cabral, die 1922 die erste Atlantiküberquerung mit Navigationssystemen, aber nicht nonstop, von Belém nach Rio de Janeiro wagten. Im Garten laden Bänke und Wasserbecken zum Verweilen ein. Ein Gedenkstein ehrt zudem die in Übersee gefallenen Soldaten.
Denkmal der Entdeckungen
Nur wenige Schritte weiter steht das Padrão dos Descobrimentos, das Denkmal der Entdeckungen. Es wurde zum 500. Todestag des Infante Dom Henrique de Avis, besser bekannt als Heinrich der Seefahrer eingeweiht. Obwohl er selbst nie zur See gefahren ist, hat er doch viele der portugiesischen Entdeckungsreisen in Auftrag gegeben und finanziert. Deshalb steht er an der Spitze des Bugs und führt mit einem Schiff in der Hand, den Blick in die Ferne gerichtet, weitere wichtige Persönlichkeiten an.

Im Gefolge von Heinrich dem Seefahrer befinden sich unter anderem Vasco da Gama (Entdecker des Seewegs nach Indien), Ferdinand Magellan, der Dichter Luís de Camões, der Astronom Pedro Nunes, der Kartograf Jehuda Cresques, Bartolomeu Dias (Entdecker des Kaps der Guten Hoffnung) sowie König Manuel I. und Königin Philippa von Lancaster.
Auf 52 m Höhe befindet sich eine Aussichtsplattform, von der man auch einen guten Blick auf die Windrose vor dem Denkmal hat. Im Inneren thematisiert eine Fotoausstellung Portugals koloniale Vergangenheit bei unserem Besuch.

Hieronymuskloster und Kirche Santa Maria de Belém
Nur wenige Schritte vom Denkmal der Entdeckungen entfernt erhebt sich das Mosteiro dos Jerónimos, ein Meisterwerk des manuelinischen Stils und gemeinsam mit dem Torre de Belém Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Die Bauweise verbindet späte Gotik mit Elementen der Renaissance und erzählt vom Selbstbewusstsein Portugals im Zeitalter der Entdeckungen.
Die Grundsteinlegung erfolgte 1502 unter König Manuel I., der einen Teil der Einnahmen aus dem Gewürzhandel für den Bau verwendete. Die Mönche des Hieronymusordens sollten für die Seelen der Seefahrer beten, die von Belém aus in die Welt hinausfuhren. Besonders eindrucksvoll ist das reich verzierte Südportal der Kirche Santa Maria de Belém, dessen filigrane Steinmetzarbeiten zu den schönsten Beispielen des manuelinischen Stils zählen. Wegen eines Staatsempfangs ist die Kirche leider für Besucher gesperrt, sodass wir uns mit der Aussenansicht zufrieden geben müssen.
Im Westflügel des Klosters befinden sich heute das Marinemuseum und das Archäologische Museum, die Einblicke in die Geschichte des Landes geben.

Botanischer Garten und Pastéis de Belém
Nach so viel Geschichte darf auch der Genuss nicht fehlen. Nur wenige Schritte vom Hieronymuskloster entfernt liegt die traditionsreiche Fábrica dos Pasteís de Belém in der Rua de Belém 84–92. Hier werden seit 1887 nach einem geheimen Rezept des Hieronymusklosters die originalen Pasteís de Belém gebacken.
Tipp: Schau dir auch die Häuser der Nachbarschaft der Fábrica an. Viele sind mit den typischen Azulejos gefliest.
Die kleinen Puddingtörtchen aus Blätterteig, Milch, Eiern, Zucker, Zitrone und Zimt schmecken am besten frisch aus dem Ofen. Wer nicht an den langen Schlangen des Strassenverkaufs anstehen möchte, geht ins Café. Dort bekommt man die Köstlichkeiten auf blau-weissem Geschirr serviert.

Alle anderen Puddingtörtchen, die du in Lissabon findest, heissen Pasteís de Nata. Sie sind ähnlich, doch das Rezept kann variieren. Der Unterschied liegt nicht nur im Namen, sondern auch im Geschmack.
Willst du dich lieber in einem Park entspannen, hast du zwei Möglichkeiten. Gleich gegenüber befindet sich der kleine Park Jardim Afonso de Albuquerque. Dort blühen gerade die Jacaranda-Bäume und erinnern uns an Australien. Und um die Ecke liegt der Botanische Garten, eine Oase, deren exotische Pflanzen ebenfalls an die Seefahrernation Portugal erinnern.
Kunst und Museen in Belém – von Geschichte zu Gegenwart
Neben den historischen Bauwerken zeigen zwei Museen, dass Belém auch in der Gegenwart eine wichtige Rolle spielt. Beim Hieronymuskloster befindet sich das Centro de Arte Moderna Gulbenkian (CAM), das moderne portugiesische Kunst in wechselnden Ausstellungen präsentiert. Das MAAT, Museum für Kunst, Architektur und Technologie, liegt etwas weiter unterhalb am Tejo. Seine weisse, geschwungene Fassade ist ebenso eindrücklich wie die Aussicht vom begehbaren Dach. Unser Geheimtipp als nächtlicher Fotospot.
Tipp: Zwischen dem Hieronymuskloster und dem Centro Cultural Belém steht eine Installation des Street Art Künstlers Bordalo II., «Big Racoon». Nur von der Seite siehst du, dass es kein Bild ist, sondern wirklich eine 3D-Skulptur.


Das moderne Lissabon – Architektur und Oceanarium
Der Parque das Nações ist das Herz des modernen Lissabon. Wo einst Industriebrachen lagen, entstand anlässlich der Weltausstellung 1998 ein völlig neues Stadtviertel am Tejo. Weite Promenaden, Wasserbecken, futuristische Gebäude und öffentliche Kunst machen den Reiz dieser Lissabon Sehenswürdigkeit aus. Zwischen den geschwungenen Fassaden und den luftigen Plätzen spürt man noch heute den Aufbruch Portugals in eine neue Zeit.
Oceanarium Lissabon – Faszination Unterwasserwelt
Das Oceanarium Lissabon ist das grösste Aquarium Europas. Es wurde zur Expo 98 eröffnet und hat bis heute nichts von seiner Faszination verloren. Im zentralen Becken mit sieben Millionen Litern Salzwasser schwimmen auch Haie, Rochen und Sonnenfische durch das Wasser. Über mehrere Etagen führen Stege und Galerien um das Aquarium herum, sodass man die Tiere aus unterschiedlichen Blickwinkeln beobachten kann.


Neben dem Hauptbecken gibt es thematische Bereiche mit Korallenriffen, Pinguinen, Seeottern und Anemonen.

Besonders eindrucksvoll ist die Sonderausstellung „Florestas Submersas“, ein Unterwasser-Kunstwerk des japanischen Schöpfers Takashi Amano. Hier stehen nicht die Fische, sondern die Pflanzen im Vordergrund.

Für uns gehört das Oceanarium zu den absoluten Highlights jedes Lissabon Städtetrips.
Architektur und Kunst
Rund um das Oceanarium entfaltet sich die moderne Architektur des Parque das Nações. Der Portugal-Pavillon mit seinem schwebenden Betondach, entworfen von Álvaro Siza Vieira, steht im Kontrast zu den gläsernen Türmen São Rafael und São Gabriel des Architekten José Quintela. Ihre Form ist vom Bug eines Schiffs inspiriert. Skulpturen, Mosaike und Fassadenkunst erinnern an das Thema der Expo 98: „Die Ozeane – ein Erbe für die Zukunft“.


Die Vasco-da-Gama-Brücke, mit 17,2 Kilometern eine der längsten Brücken Europas, verbindet die Ufer des Tejo und ist ein spannendes Fotomotiv. Mit rund 1.000 Kilometern Länge ist der Tejo der längste Fluss der Iberischen Halbinsel. Bevor er bei Lissabon ins Meer fliesst, verbreitert er sich auf 14 Kilometer. Die Brücke führt in einem weiten Bogen über den Fluss. Wer das Panorama aus der Höhe sehen möchte, kann mit der Gondelbahn entlang der Uferpromenade fahren. Und wer mit einem Mietwagen unterwegs ist, sollte unbedingt einmal über die Brücke fahren. Die Fahrt ist eindrücklich, selbst wenn man keinen platten Reifen bekommt.

Neben der modernen Architektur findet man im Parque das Nações überall zeitgenössische Kunst. Besonders bekannt ist die Installation vor der Altice Arena von Bordalo II, der aus recycelten Materialien den Iberischen Luchs geschaffen hat.

Altstadtgassen und Aussichtspunkte
Wer Lissabon verstehen will, beginnt am besten in der Altstadt. Hier liegen die ältesten Viertel dicht beieinander, jedes mit eigener Geschichte und Atmosphäre. Zwischen Alfama, Chiado, Bairro Alto und Graça verbinden sich Vergangenheit und Gegenwart auf engstem Raum. Von den Aussichtspunkten öffnen sich immer neue Perspektiven auf die Stadt und den Tejo.
Baixa – die elegante Unterstadt
Bevor man sich in die höher gelegenen Viertel hinaufarbeitet, lohnt sich ein Blick auf das Fundament des modernen Lissabon. Die Baixa, die Unterstadt, wurde nach dem verheerenden Erdbeben von 1755 vollständig neu geplant und aufgebaut. Unter der Leitung des Marquis de Pombal entstand ein Stadtviertel im rechteckigen Raster, das für Aufbruch und Ordnung steht.
Breite Strassen, helle Plätze und kunstvoll gepflasterte Mosaikböden prägen bis heute das Bild. Zentrum ist die Rua Augusta, eine elegante Flaniermeile mit Geschäften, Strassencafés und dem Triumphbogen Arco da Rua Augusta, der zum grossen Platz Praça do Comércio führt. Von hier öffnet sich der Blick auf den Tejo und die vorbeiziehenden Schiffe.

Eine der schönsten Sehenswürdigkeiten ist der Elevador de Santa Justa. Der kunstvoll gestaltete Aufzug aus Eisen verbindet die Unterstadt mit dem höher gelegenen Chiado.

Chiado – Bücher, Kaffee und Geschichte
Die Altstadtgassen Lissabons sind meist verwinkelt, steil und historisch gewachsen. Im Viertel Chiado dagegen spürt man den Geist des Wiederaufbaus nach dem grossen Erdbeben von 1755. Die Strassen verlaufen hier geordnet, viele Gebäude tragen den klassizistischen Stil jener Zeit. Bald nach dem Wiederaufbau wurde Chiado zum Zuhause der wohlhabenderen Bevölkerung.
An das Erdbeben erinnert die Klosterruine Convento do Carmo mit der Klosterkirche Igreja do Carmo. Die Ruine wurde als Mahnmal für die Opfer des Erdbebens stehen gelassen. Da das Erdbeben während der Gottesdienste zu Allerheiligen stattfand, waren in den Gotteshäusern Lissabons besonders viele Opfer zu beklagen.

Heute ist Chiado eines der lebendigsten und charmantesten Stadtviertel Lissabons. Hier tummeln sich Künstler, Intellektuelle, Touristen und Einheimische. Schau dir unbedingt die älteste Buchhandlung der Welt, die Livraria Bertrand, an. Gegründet wurde die Buchhandlung 1732 an einer anderen Strasse in Lissabon. Diese Geschäftsräume wurden jedoch beim grossen Erdbeben 1755 zerstört. Seit 1773 befindet sie sich in den heutigen Geschäftsräumen.. Wären wir des Portugiesischen mächtig, hätten wir diesen Ort wohl nicht vor Ladenschluss verlassen.

Fast vis-à-vis steht das Café A Brasileira mit der Skulptur des Dichters Fernando Pessoa davor. Das Café rühmt sich seit seiner Gründung 1905 als Kaffeerösterei mit dem Werbeslogan: «Der beste Kaffee ist der, der Brasileira». 1908 wurde umgebaut und ein Café eröffnet, das schnell zum Treffpunkt von Intellektuellen wurde.

Bairro Alto und Graça – Lissabon von oben
Wer Lissabon von oben sehen will, sollte zwei Hügel nicht verpassen: das Bairro Alto und Graça auf der gegenüberliegenden Seite. Von beiden Hügeln der Stadt kann man atemberaubende Ausblicke geniessen. Sie zeigen aber ganz unterschiedliche Gesichter der Stadt.
Der Name Bairro Alto bedeutet wörtlich „Oberes Viertel“. Er stammt aus dem 16. Jahrhundert, als das Gebiet oberhalb der Baixa (Unterstadt) erstmals planmässig bebaut wurde. Damals lag es tatsächlich oberhalb des damaligen Stadtzentrums und war durch seine Hanglage schwer zugänglich. Der Name blieb.
Die Oberstadt Lissabons ist bekannt für ihre abendlich lebendige Kneipenszene und die beiden Aussichtspunkte Miradouro Saô Pedro und Santa Catarina.
Der Miradouro São Pedro befindet sich am oberen Ende der Standseilbahn Elevador da Glória, die im September 2025 verunglückte. Ein kleiner Garten umgibt den Aussichtspunkt. Bänke laden zum Verweilen ein.


Graça dagegen war ursprünglich eine eigenständige Gemeinde ausserhalb der mittelalterlichen Stadt Erst mit dem Wachstum Lissabons wurde der Hügel in die Stadt integriert. Topografisch ist Graça sogar höher als das Bairro Alto.
Der Miradouro da Senhora do Monte im Stadtteil Graça gilt als einer der schönsten Aussichtspunkte Lissabons. Von hier öffnet sich der Blick über die Altstadt, die Brücke, den Tejo und bei klarem Wetter bis nach Almada.

Alfama
Alfama ist der älteste Stadtteil von Lissabon. Vom Erdbeben 1755 wurde er weitgehend verschont, weshalb sich heute enge Gassen bergauf winden. Im Mittelalter wohnten hier Hafenarbeiter und Fischer.
Die Bauweise und der Name gehen aber auf die Mauren zurück, die im 7. Jahrhundert die Iberische Halbinsel eroberten. Der Name bedeutet so viel wie Bäder und verweist auf die vielen Thermalquellen. Die Tram 28 schlängelt sich ebenfalls durch die engen Strassen.
Eines der Wahrzeichen Lissabons, die romanische Kathedrale Sé, steht in Alfama. Ihr Grundstein wurde im 12. Jahrhundert gelegt. Damit zählt sie zu den ältesten Kirchen Portugals und ziert mit ihrem Portal den Zehn-Euro-Schein.
Von hier lohnt sich der Spaziergang hinauf zum Miradouro de Santa Luzia. Der Aussichtspunkt mit seinen blau-weissen Kachelbildern erzählt Geschichten aus der Stadtgeschichte und bietet einen herrlichen Blick über die Dächer von Alfama bis zum Castelo de São Jorge

Auch die weisse Kuppel des Nationalpantheons erhebt sich in Alfama. Das Bauwerk war ursprünglich die Kirche Santa Engrácia und wurde erst im 20. Jahrhundert zur nationalen Gedenkstätte umgewidmet. Als Pantheon beherbergt die Kirche heute die sterblichen Überreste wichtiger Persönlichkeiten und erinnert mit Scheingräbern an wichtige Grössen der portugiesischen Geschichte.

Kreatives Lissabon – LX Factory und Village Underground
Lissabon hat viele Gesichter. In Alcântara hat sich im ehemaligen Industriegebiet eine alternative Szene gebildet, die mit neuen Ideen Leben in die sonst etwas triste Welt unter der Brücke des 25. April bringt.
LX Factory
Auf dem ehemaligen Gelände einer Textilfabrik, das sich auf 23.000 Quadratmetern unter der Brücke des 25. April erstreckt. finden man heute eine irre Mischung aus Bars, Restaurants, Geschäften, Galerien und Clubs. Die beeindruckenden alten Fabrikgebäude, die interessante Streetart und die markante Architektur der Brücke über dem Ganzen schaffen eine einzigartige Atmosphäre.
Allerdings sind die Preise in den Geschäften und Restaurants ganz und gar nicht alternativ. Insofern betrachten wir es eher als aufregenden Fotospot auf unserem Städtetrip durch Lissabon. Falls du dort feiern willst, kannst du dir vorher im LX Hostel* ein Zimmer reservieren.



Village Underground
Gleich nebenan liegt das Village Underground Lisboa, ein Treffpunkt für Kreative, Musiker und Start-ups. Die Architektur besteht aus bunt bemalten Schiffscontainern und alten Doppeldeckerbussen. Innen wird gearbeitet, draussen gespielt, gemalt oder musiziert.

Lissabon bei Nacht – Aussicht, Licht und Stimmung
Ein Lissabon Städtetrip endet nicht mit dem Sonnenuntergang. Wenn die Stadt zu leuchten beginnt, entfaltet sich eine andere Schönheit. Für Lissabon bei Nacht brauchst du entweder einen Mietwagen oder du besorgst dir einen Guide, wie wir das gemacht haben.
Beginne deine Abendtour zum Sonnenuntergang oben am Parque Eduardo VII. beim Denkmal zur Nelkenrevolution und geniesse den Blick.

Weiter geht es zum Nationalpalast von Ajuda. Auf dem Weg kommst du am Aquädukt Águas Livres vorbei. Es beeindruckt Tag und Nacht. Seine 35 Bögen überspannen das Tal und bringen seit dem 18. Jahrhundert Wasser aus den Bergen von Sintra in die Stadt. Man kann es besichtigen.

Der Palácio Nacional da Ajuda hat eine fast unendliche Geschichte, die mit dem Erdbeben begann, als der alte Palast zerstört wurde. Unter dem Eindruck der Katastrophe wurde der neue Palast zunächst aus Holz gebaut, doch bereits 1794 brannte er komplett ab. Zwei Jahre später begann der Bau eines Steinpalasts, der ursprünglich deutlich grösser geplant war. Als 1910 die Portugiesische Republik ausgerufen wurde, war der Palast immer noch nicht fertig. Eine unvollendete Mauer, die den nächsten Querflügel hätte bilden sollen, wurde erst im Rahmen der Renovation 2021 vollendet. Sie unterscheidet sich stark zwischen Innen und Aussen. Abends ist der Palast schön beleuchtet.

Zurück in der Innenstadt ist das Champalimaud Centre for the Unknown, ein futuristisches Forschungszentrum des Architekten Charles Correa zwischen dem schön beleuchteten Torre de Bélem und den Doca Pesca ein echter Geheimtipp. Vom Parkhaus aus führt eine Treppe zum offenen Amphitheater.


Den Abschluss unserer Tour bildet das MAAT. Nachts ist es noch eindrucksvoller.

