Cachi, die grüne Oase zwischen Los Cardones und den Valles Calchaquíes
Cachi liegt in der Provinz Salta. Obwohl der Ort günstig im Dreieck zwischen Salta (170 km) und Cafayate (160 km) liegt, nehmen viele Reisende in Argentinien die direkte Route durch die Quebrada de las Conchas nach Cafayate. Damit entgehen ihnen nicht nur die kleine Kolonialstadt Cachi, sondern auch die Fahrt durch den Nationalpark Los Cardones und die eindrücklichen Landschaften der Valles Calchaquíes.
Wir erreichen Cachi über den höchsten Andenpass der Ruta 40, den Abra del Acay. Nach Tagen in der Atacama Wüste in Chile und der Andenquerung erscheint uns Catchi wie eine Oase.
Doch was mach Cachi und die Strecke nach Cachi so besonders? Wer von Salta anreist, fährt endlos durch einen Kakteenwald aus Kandelaberkakteen. Und wer von oder nach Cafayate fährt, folgt dem Río Calchaquí durch die spektakulären Landschaften der Valles Calchaquíes. Mal fühlen wir uns an das Monument Valley erinnert. Dann wieder ragen scharfkantige Felsformationen wie versteinerte Wellen oder die Rückenflossen eines Drachen aus der Erde. Hinter jeder Kurve zeigt die Landschaft ein neues Gesicht.
Cachi bedeutet in Quechua so viel wie Salz. Diesen Ort gab es schon lange, bevor die Spanier kamen. Dass Cachi heute auf uns wie eine Oase wirkt, verdankt der Ort einem ausgeklügelten Bewässerungssystem der Diaguita, die hier lebten und ihre Terrassenfelder mit dem Wasser des Rio Cachi und des Rio Calchaquí bewässerten. Diese Kulturlandschaft im Schatten der hohen Andengipfel blieb erhalten.
Ich lade dich ein, uns ein wenig durch Cachi zu begleiten und einen Blick auf den Parque Nacional Los Cardones und die unglaubliche Bergwelt zu werfen. Bevor es dann weiter durch die Valles Calchaquies nach Cafayate geht. Wie immer gilt, lass dich inspirieren und mache dir selbst ein Bild.

Übernachten in Cachi
Unser Hotel, das La Merced del Alto* (absolute Empfehlung), ist ein umgebautes Kloster etwas ausserhalb von Cachi inmitten von Feldern gelegen. Es gehört zu den teuren Unterkünften in Cachi. Wer günstiger übernachten möchte, findet in Cachi zahlreiche Alternativen.
Wir würden jedoch jederzeit wieder hier übernachten. Der schöne Garten und der Blick über die Felder und majestätischen Berge bieten Ruhe für die Augen und sind Balsam für die Seele. Für uns ist das die perfekte Entschleunigung, um die Eindrücke der vergangenen Tage sacken zu lassen. Obwohl wir wieder in Argentinien sind, werden wir mit einem hervorragenden Frühstück verwöhnt. Hier gibt es selbstgebackene Brote, Schokoladenkuchen und Joghurt. Die Girls verzichten ganz auf das Brot und fühlen sich mit Schokoladenkuchen und Trinkjoghurt im siebten Himmel. Der Schokoladenentzug auf dieser Südamerika-Reise ist heftig.
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Im Garten des Klosters kommt zum ersten Mal so etwas wie Heimweh auf. Alles ist grün und überall blüht etwas, das erinnert an Zuhause und da vermissen die Mädchen ganz unerwartet ihre Freunde.


Für den Pool ist es nicht heiss genug. Dafür spielen sie begeistert mit dem Wasser der Bewässerung, denn überall fliesst es in kleinen Rinnsalen oder Wasserfällen.


Sehenswürdigkeiten in Cachi
Nach der Gartenerkundung unseres Hotels fahren wir in die Altstadt von Cachi. Der Hauptplatz, Plaza 9 de Julio, ist rundherum von schönen weissen Gebäuden aus der Kolonialzeit umgeben. In der Mitte befindet sich ein hübscher Park mit schattenspendenden Bäumen und Spielgeräten.


Cachi wirkt gepflegt und angenehm ruhig. Wir schlendern durch die Gassen, schauen in die Iglesia San José und bewundern die Decken aus Kaktusholz. Vor der Bank wartet eine lange Schlange von Menschen, die Bargeld abheben möchten. Glücklicherweise haben wir noch genügend argentinische Pesos dabei. In einer Seitenstrasse entdecken wir eine Eisdiele. Mit einem Eis in der Hand gefällt uns der kleine Park gleich noch besser. Auf den Besuch des Archäologischen Museums verzichten wir.

Stattdessen fahren wir zum Friedhof. Von hier oben geniessen wir den schönsten Blick auf Cachi. Erst jetzt wird deutlich, warum der Ort auf uns wie eine Oase wirkt. Der Río Cachi ist zurzeit kaum mehr als ein Bach. Nur dort, wo sein Wasser zur Bewässerung genutzt wird, leuchten Felder und Bäume in kräftigem Grün. Rundherum prägen trockene Hänge und karge Berge die Landschaft.

Nationalpark Los Cardones – Kakteen und Berge
Um den Nationalpark Los Cardones zu erkunden, fahren wir von Cachi ein Stück in Richtung Salta. Schon kurz hinter dem Ort halten wir das erste Mal an. Der Blick zurück auf die Nevada de Cachi ist beeindruckend. Das Bergmassiv umfasst mehrere Gipfel. Mit 6.380 Metern ist der Cumbre Libertador der höchste.

Je weiter wir fahren, desto mehr verändert sich die Landschaft. Auf der Hochebene wachsen Kandelaberkakteen, so weit das Auge reicht. Die farbigen Felsen erinnern uns an die Quebrada de Humahuaca. Sie war unsere erste Station nach der Ankunft in Salta, bevor wir über den Paso de Jama nach Chile und weiter in die Atacama-Wüste reisten.

Besonders erstaunen uns die langen Dornen der Kakteen. Botanisch gesehen sind sie umgewandelte Blätter. Sie schützen die Pflanzen vor Frassfeinden und verringern gleichzeitig den Wasserverlust in der trockenen Berglandschaft.

Schliesslich erreichen wir den eigentlichen Kakteenwald des Nationalparks Los Cardones. Entlang der Strasse informieren Schautafeln über die Pflanzen und ihre Bedeutung. Leider erfahren wir nicht, wie alt die einzelnen Kakteen sind. Einige Exemplare können jedoch bis zu 300 Jahre alt werden.


Wer von Salta nach Cachi fährt, erlebt den Nationalpark Los Cardones bereits auf der Anreise. Wer von Cachi weiter nach Salta fährt, nimmt ihn auf der Weiterfahrt mit. Kommst du wie wir über den Abra del Acay nach Cachi und reist anschliessend weiter nach Cafayate, liegt der Nationalpark Los Cardones nicht direkt auf deiner Route. Dann lohnt sich ein eigener Ausflug ab Cachi.
