Zürich Tipps – ein Plädoyer Türen zu öffnen

Reiseführer, Zürich Tipps, Blogartikel mit Insidertipps, Geheimtipps oder mit Tipps, was du unbedingt in Zürich gesehen haben musst, gibt es viele. Wozu braucht es also noch einen Beitrag über Zürich? Bei all den grossen Sehenswürdigkeiten in der Altstadt und den hippen Vierteln wie Zürich West, möchte ich deinen Blick hinter die Fassaden und auf kleine und grosse Details lenken, die gern vergessen gehen und selten in den Listen auftauchen. Es sind meine Tipps zu besonderen Orten in der Züricher Innenstadt, für die es sich lohnt, sich etwas Zeit zu nehmen.

Wenn du also etwas Zeit in Zürich verbringen kannst und neugierig bist, bist du hier genau richtig. Ich lade dich ein, mit mir in Zürich Türen zu öffnen und so weitere Facetten dieser schönen Stadt an der Limmat zu erkunden. Also komm, lass dich inspirieren. Wir fangen auf der Rämistrasse an.

Die Rämistrasse führt vom Zürichsee hoch zum Hochschulquartier. Mit einer Tageskarte für die Züricher Innenstadt kannst du Kräfte sparen und bis zur Tramhaltestelle Kantonsschule fahren.

Die wohl modernste Bibliothek in Zürich, ein besonderer Ort

Gehörst du zu den Leuten, die moderne Architektur interessant finden, dann solltest du keinesfalls die Bibliothek der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Zürich verpassen. Auch, wenn die Bibliothek kein Geheimtipp für Zürich mehr ist, gehört sie doch in die Auflistung der besonderen Orte in Zürich.

Sie befindet sich im Innenhof eines denkmalgeschützten Gebäudes. So stehst du erst einmal ratlos vor einem Gebäude aus dem Jahr 1908. Du könntest an der linken Seite des Gebäudes nach hinten zur Rückseite des Gebäudes gehen und würdest so direkt zum Eingang kommen, du kannst aber auch die Treppen erklimmen und die grosse Tür öffnen und so einen ersten Blick hinter die Fassaden dieses altehrwürdigen Gebäudes in Zürich werfen.

So schnupperst du noch ein wenig Strebsamkeit, denn dieses Gebäude wurde zuerst als Kantonsschule genutzt und erst später als Universitätsgebäude. Du siehst sie förmlich vor dir, die Schüler, die die langweiligen Flure entlang eilen, um den Unterrichtsraum für die nächste Stunde zu finden. Dein Blick wird Halt finden, denn an den schmucklosen Wänden sticht ein Pfeil mit der Aufschrift Bibliothek heraus.

Nichts wird dich wirklich auf das vorbereiten, was du zu sehen bekommst. Betrittst du die Bibliothek durch die Glasschiebetür neben dem Empfangsschalter, wirst du nicht ein Buch zu sehen bekommen. Die grosse ovale helle Halle könnte ein Raumschiff oder ein Tempel sein. Glasaufzüge führen an den Seiten nach oben.

Erst, wenn du nach oben fährst, wirst du auf den Galerien die Leseplätze und frei zugängliche Bücherregale finden. Du darfst dir diese aussergewöhnliche Bibliothek auch ohne Leseausweis anschauen. Damit das so bleibt, respektiere bitte, dass hier gearbeitet wird.

Schon über 100 Jahre alt, aber dennoch ein Zürich Tipp

Wir bleiben auf der Rämistrasse und gehen sie ein wenig höher, bis wir auf der linken Seite das Hauptgebäude der UZH (Uni Zürich) sehen. Der Turm mit seinen 65 m Höhe war zu Bauzeiten das höchste Gebäude in Zürich. Auch wenn das Gebäude oberhalb der Stadt thront und ein Wahrzeichen im Stadtbild ist, liegt der Eingang seit je her auf der von der Stadt abgewandten Seite.

Das Hauptgebäude der UZH mit Halbrotunde unter der Aula als Eingang. Diese Tür zu öffnen, gehört zu meinen Zürich Tipps. Du wirst staunen.
Die Skulpturen eines Mannes und einer Frau bewachen den Eingang

Die schweren Türen des Haupteingangs öffnen sich von allein. Das imposante Äussere lässt wieder einmal nicht auf das Innere schliessen. Der Blick hinter die Fassaden des 1914 in Zürich fertiggestellte Gebäude ist einmal mehr überraschend. Erst anlässlich des 100. Geburtstags hat man sich in Zürich ernsthaft mit dem Architekten des Gebäudes, Karl Moser auseinandergesetzt.

In der Eingangshalle Ost ist es düster, die geschwungene Treppe bringt dich zum Licht und zeigt dir, was für ein besonderer Ort sich hier wirklich in Zürich verbirgt, weshalb er einen Platz in der Liste der Zürich Tipps gefunden hat.
Folge dem Licht und du wirst ein weiteres Mal überrascht sein.
Durch die Bögen schaust du auf die Arkaden der gegenüberliegenden Seite. Welch ein besonderer Ort in Zürich!
Ich fühle mich an Klöster erinnert.

Von der Brüstung überblickst du einen grossen Lichthof und das Glasdach, was ein wenig an ein Gewächshaus erinnert. Heute stehen ein grosser Diwan und viele Tische im Innenhof, früher war dort die archäologische Sammlung der Antike ausgestellt. An den Wänden begegnest du auch heute noch den alten Göttern.

Blick von oben in den Innenhof des UZH Gebäudes.
Einmal nach oben steigen und durch die Zeit gehen

Konnte ich dich neugierig machen auf diesen besonderen Ort in Zürich? Dann nimm dir Zeit und erkunde den Ort mit allen Facetten. Hilfreich dabei ist ein kurzweiliges Hörspiel, welches dich auf viele Details aufmerksam macht.

Tipp: Nimm einen Seitenausgang und gehe auf die der Stadt zugewandte Seite des Gebäudes und geniessen den Blick über den Rechberg Park. Aber dann solltest du noch die Türen zu einem dritten Gebäude an der Rämistrasse öffnen.

Ein Monumentalgebäude als Tempel der Wissenschaft

Der von Gottfried Semper entworfene Monumentalbau für das Polytechnikum, in welchem anfänglich auch die Universität Unterschlupf fand, könnte in Konkurrenz zum Bundeshaus in Bern gehen.

Ein barocker Bau mit Mitteilteil und zwei Flügeln blickt mit seinem Haupteingang nach Zürich.
Blick von der Polyterrasse auf die ETH – diese Fassade ist noch original

Der Blick hinter die Fassaden dieses geschichtsträchtigen Züricher Gebäudes ist eindrücklich, auch wenn ich diesen Tipp mehr der Vollständigkeit halber in die Liste der Zürich Tipps aufgenommen habe. Neben der Fassade zur Stadt muss auch die Aula noch original nach den Plänen Sempers erhalten sein. Im Internet findest du Bilder.

Der Neubau der Universität, mit dem die Stadtsilhouette prägenden Turm, lässt die ETH damals ziemlich alt aussehen, sodass Gustav Gull beauftragt wird, Sempers Monumentalbau nach dem Auszug der Uni zu modernisieren. Dieser verlegt den Haupteingang wie bei der UZH auf die Rämistrasse. Um das Gleichgewicht zwischen beiden Bildungseinrichtungen zu erhalten, bekommt auch die ETH eine Kuppel. Aber erst 1995 wurde der monumentale Raum zu einem «Visdome» umgebaut und somit zu einem Zukunftslabor der Visualisierung.

Damit endet der Rundgang auf der Rämistrasse. Du könntest jetzt eine Runde Polybahn fahren, wenn du eine Tageskarte für Zürich hast und anschliessend zur UZH zurückgehen und dort den Abgang über den Rechberg Park nehmen, den ich dir im nächsten Kapitel als Geheimtipp für Zürich vorstelle.

Die obere Haltestelle der Polybahn ist im Stil eines Fachwerkshauses gehalten.
Obere Haltestelle der Polybahn, die ohne Fahrer fährt.

Klein, aber fein und ein wenig versteckt – ein Zürich Geheimtipp

Folgst du meinen Zürich Tipps wirst du den Rechberg Park wahrscheinlich nach unten gehen, den Neubau des Kunsthauses im Blick. Dreh dich aber immer wieder einmal um, geniesse die Aussicht auf den Uetliberg, falls er sich nicht in Wolken hüllt. Der Rechberg Park gehört heute zur Universität Zürich und ist tagsüber geöffnet. Obwohl es sich beim Rechberg Park um einen der schönsten Barock-Gärten Zürichs handelt, ist er im Wesentlichen nur Studenten bekannt.

Blick vom herbstlichen Rechberg Park auf die Universität Zürich. Dieser Park ist ein weiterer versteckter Ort und gehört somit auf die Liste der Zürich Tipps.
Blick von halber Höhe des Rechberg Parks auf die UZH

Versteckt zwischen Rechberg Palais und Universitätsgebäuden findet man dieses Kleinod wohl kaum zufällig. Frühling und Herbst sind zwei wunderbare Jahreszeiten, um Farben zu tanken, die Aussicht von den Terrassen zu geniessen oder, um sich einfach auszuruhen.

Blick von oben über den Rechberg Park im Frühling. Allerdings kann man den Uetliberg in den Wolken nur ahnen. Der Park ist ein besonderer Ort in Zürich, wo man die Ruhe auf einer der vielen Parkbänke geniessen kann.
Blick von oben über den Rechberg Park im Frühling

Vom unteren Ende des Rechberg Parks ist es ein Katzensprung zum Kunsthaus. Vielleicht möchtest du dir den sehenswerten Neubau ansehen. Ich nehme dich jedenfalls von hier aus mit zu einer Nebenstrasse der Rämistrasse, zur Winkelwiese.

Bretter, die die Welt bedeuten in einer Nebenrolle

Am höchsten Punkt der Züricher Altstadt liess der Privatbankier Emil Tobler-Finsler vom berühmten Architekten Gustav Albert Wegmann eine Villa im italienischen Stil von 1852 bis 1855 errichten. Die Bel Etage der Villa Tobler mit ihrem üppigen Jugendstil Interieur wird für Lesungen, Konzerte und Empfänge über das Kunsthaus Zürich vermietet. Dort findest du auch Bilder der Einrichtung, wenn du auf der verlinkten Seite nach unten scrollst.

Davon bemerkt man nichts, wenn man das Erdgeschoss betritt. Dort ist heute das Theater Winkelwiese beheimatet. Vielleicht hast du Glück und die Tür öffnet sich, sodass du einen Blick auf die Bretter, die die Welt bedeuten, werfen kannst.

Wenn nicht, solltest du dir unbedingt den Garten der Villa Tobler anschauen, der seit 2010 für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Ein besonderer Ort inmitten der Stadt Zürich. Uralte Bäume und diese Stille mitten im Trubel der Stadt ist einmal mehr bemerkenswert.

Und auch, wenn Zürich die Stadt der Brunnen ist, wird dich der Brunnen im Garten überraschen. Der Garten wird nämlich von einem Drachen bewacht. Im Sommer dürfte der Platz am Drachenbrunnen auf der Rückseite ein unvergleichlich lauschiges Plätzchen sein.

Wie jeder ordentliche Drache bewacht auch dieser Drache einen Goldschatz in Form zweier goldener Bilder. Zürich Tipps
Der Drachenbrunnen im Garten der Villa Tobler

Ein Garten und die Reformation

Von der Villa Tobler ist es nicht weit zum Grossmünster. Sicher hast du das Grossmünster auf deiner Besichtigungsliste. Sei es wegen der Fenster oder der Aussicht vom Turm. Wenn du im Grossmünster bist, solltest du auch in die Krypta gehen, da kannst du Karl dem Grossen, der nicht nur ein riesiges Reich zu verwalten hatte, sondern mit 1,84 m für die damalige Zeit sehr gross war, in die Augen blicken.

Karl der Grosse mit goldener Krone und Schwert in der Krypta des Grossmünster
Karl der Grosse

Meine Tipps für Zürich führen dich aber links neben den Eingang des Grossmünsters. Dort befindet sich nämlich der Eingang zum Kreuzgang des Chorherrenstifts aus dem 12. Jahrhundert, an dem die meisten Besucher Zürichs vorbeigehen. Öffne die Tür und du findest einen weiteren besonderen Ort in Zürich.

Der Ort ist nicht nur ein Ort der Stille, der kleine Garten wurde von ProSpecieRara nach den vier Elementen Feuer, Wasser, Erde, Luft in Anlehnung an die von Conrad Gessner verfasste Ezyklopädie «Historia Plantarum» angelegt.

Bevor du durch den Kreuzgang schlenderst und dir die Ausstellung zur Reformation mit sehr interessanten Zitaten von Zwingli anschaust, schau dir unbedingt noch die Gesichter, Tiere und Fratzen an den Säulen und Bögen an. Der Kreuzgang ist sehenswert, selbst wenn der Garten schon im Winterschlaf ist, deshalb hat er Eingang in meine Zürich Tipps gefunden.

Ein Stadthaus zum Verlieben

Vom Grossmünster nehme ich dich jetzt mit auf die linke Seite der Limmat, wo am Stadthausquai das Stadthaus darauf wartet, dass wir seine Türen öffnen. Das Stadthaus zum Verlieben darf nicht bei den Zürich Tipps fehlen, wenn es darum geht, Türen zu öffnen.

Die Stadt Zürich setzt sich aus 23 Stadtquartieren zusammen. Mit Ausnahme der beiden Altstadtquartiere, sowie der heutigen Quartiere «Leimbach» und «Industriequartier» handelt es sich bei den übrigen Quartieren um einstmals selbstständige Gemeinden. Diese wurden im Laufe der Jahre 1893 bis 1934 mit der Stadt Zürich vereint und eingemeindet. So wuchs die Bevölkerung der Stadt Zürich rasant und Zürich brauchte ein repräsentatives Stadthaus.

Stadthaus und Fraumünster in einem Bild. Das Stadthaus gehört zu den Zürich Tipps, bei denen man einen Blick hinter die Fassaden werfen sollte.
Stadthaus und Fraumünster

Der Bau entstand 1883/84 unter der Leitung von Arnold Geiser im Stil der Neurenaissance und wurde von 1898 bis 1900 durch Gustav Gull erweitert. Bevor du einen Blick hinter die Fassade dieses Züricher Gebäudes wirfst, solltest du dir die Figuren bei den Fenstern im Erdgeschoss anschauen. Die Figuren zieren das ganze Gebäude.

Sie stellen Züricher Bürger dar. Dem Bildhauer Karl Leuch ist es meisterhaft gelungen, nicht nur verschiedene Berufe, sondern auch Gesichtsausdrücke einzufangen. Einige der dargestellten Personen müssen zur damaligen Zeit stadtbekannt gewesen sein.

Öffnest du die Tür, erwartet dich einmal mehr eine Überraschung, denn im Inneren des Stadthauses Zürich erwartet dich ein attraktiver Lichthof als Wartehalle zu den Schaltern.

Geh auf der hinteren Treppe nach oben und betrachte die floralen Muster und Wappen aus der Nähe. In der obersten Etage siehst du zwei grosse Bilder mit alten Stadtansichten von Zürich.

Versteckt – Züricher Legenden, ein Tipp für Kunstliebhaber

Zwischen Stadthaus und Fraumünsterkirche wurde beim Umbau des Stadthauses von Gull eine tieferliegende Passage angelegt, in der der romanische und gotische Kreuzgang der ehemaligen Fraumünsterabtei frei rekonstruierte wurden. Die meisten Besucher der Stadt rennen daran vorbei und betrachten nur die wunderschönen Chagall Fenster in der Fraumünsterkirche.

Eine Kassettendecke überspannt die Passage. rechts und links gibt es Säulengänge, hier die rechte Seite mit verschiedenen Bilderzyklen.
Romanischer Kreuzgang

Der Durchgang wird abends geschlossen und ist auch nicht gut beleuchtet, sodass du Tageslicht für deinen Besuch einplanen solltest.

In diesem Durchgang erwarten dich uralte Gesichter an den Säulen und Bilderzyklen, die unter anderem drei Züricher Legenden erzählen.

Der Legende nach stellte Karl der Grosse eine Glocke neben dem Haus auf, wo er wohnte, wenn er in Zürich war. Jeder, der wollte, dass ihm Recht gesprochen wird, konnte die Glocke läuten. Eines Tages läutete aber eine grosse Schlange die Glocke (Bild links) und während die Gefolgsleute die Schlange töten wollten, war der Karl der Meinung, dass auch sie ein Recht hätte, angehört zu werden. So folgte er der Schlange bis ausserhalb der Stadtmauern (Bild Mitte). Die Schlange führte Karl zu ihrem Nest mit Eiern, auf denen eine giftige Kröte sass (Bild rechts). Man entfernte die Kröte und die Schlange zeigte ihre Dankbarkeit einige Tage später, als sie einen Edelstein in Karls Kelch fallen liess (Bild 4 im Gang).

Eine weitere Legende, die in mehreren Bildern thematisiert wird, ist die Geschichte der beiden Stadtheiligen Regula und Felix, die von den Thebäischen Legionen nach Zürich flohen und ihren christlichen Glauben verbreiteten, bis der Züricher Statthalter sie folterte und umbrachte.

Bilder aus dem Legenden Zyklus von Regula und Felix
Bilder aus der Legende von Regula und Felix

Die letzte an den Wänden dargestellte Legende ist die Gründungslegende des Fraumünsterklosters. Anhand der Geschichte vom leuchtenden Hirsch wird erzählt, wie es zur Gründung des Fraumünsterklosters, einer Benediktinerinnenabtei kam. Hildegard und Bertha sind die Töchter des fränkischen Königs Ludwig der Deutsche, einem Enkel Karls des Grossen. König Ludwig baute das Kloster für beide Töchter. Um den Bilderzyklus zu verstehen, musst du dem Hirsch folgen. Eine Skulptur von Ludwig dem Deutschen befindet sich im Garten, ebenso wie ein Denkmal an Katharina von Zimmern, der letzten Äbtissin des Klosters.

Ein Gebäude, zwei Namen, mehrere Geschäfte

Über den Münsterhof ist es ein Katzensprung zur berühmten Bahnhofstrasse in Zürich, die als eine der teuersten der Welt gilt. Hier warten weitere Zürich Tipps auf dich.

Der Peterhof, auch als Grieder Haus bekannt, bot der aus der Seidenindustrie bekannten Firma Grieder ein Geschäftshaus. Seit ein paar Jahren gehört das Geschäftshaus der Swatch Group. Neben der auffälligen Fassade lohnt es sich einen Blick ins Innere des Geschäftshauses zu werfen. Die Hallenanlage (Eingang neben Louis Vuitton Geschäft) ist beeindruckend.

Aufstrebende gotische Formen, streng gegliederte Fensterfronten, ein Treppengiebel, Figuren, die einen Absatz zur Unterbrechung des aufstrebenden Charakters nach der 3. Etage schmücken. Das Grieder Haus ist ein besonderer Ort in Zürich.
Das Grieder Haus von Aussen

Betrittst du das Haus, siehst du als erstes den Boden in Form einer Blüte, die mit Zirkel gemalt wurde. Gegenüber des Eingangs befindet sich ein Brunnen, der von den beiden altertümlichen Liften gerahmt wird. An den Seiten führen Treppen nach oben.

Über den schönen Gewölben thront eine Glaskuppel. Stell dich in die Mitte der Blüte und schau nach oben.

Die Glaskuppel des Grieder Hauses besteht aus hellblauem Glas mit dunkelblauen Ornamenten.
Diese Innenhalle des Grieder Hauses ist bemerkenswert

Schweizer Bankgeschichte – ein Hingucker unter den Zürich Tipps

Vom Grieder Haus gehen wir weiter auf der Bahnhofstrasse in Richtung Hauptbahnhof. Vielleicht fällt dir auf der linken Seite ein ehrwürdig aussehendes Gebäude auf. Im Fussweg ist das Wort Bank eingelassen. Hier befindet sich der Hauptsitz der UBS.

Das Gebäude wurde drei Jahre lang komplett modernisiert. Im Inneren wurde aber die unter Denkmalschutz stehende Schalterhalle wieder originalgetreu hergestellt. Die eigentlichen Bankschalter befinden sich jetzt im hinteren Bereich.

Die alte Schalterhalle ist ein Spätwerk des Schweizer Historismus. Vor einem modernen Bild, welches die Farben der Schalterhalle aufnimmt, steht ein Angestellter am Tresen und hilft dem Besucher weiter. Er erzählt uns, dass Fotografieren erst seit der Wiedereröffnung nach der Renovation erlaubt ist.

Von der Schalterhalle gelangt man ins Forum, wo Veranstaltungen und Kunstausstellungen stattfinden. Jetzt leuchtet nur ein Weihnachtsbaum auf der Leinwand.

Wandfüllender, halbrunder Bildschirm im Forum der UBS.
Blick auf den Bildschirm im Forum der UBS

Farbexplosion in der Polizeistation

Das farbenfroheste und wohl auch grösste Kunstwerk der Stadt Zürich darf natürlich bei den Zürich Tipps nicht fehlen. Es handelt sich um die Polizeistation City Wache der Stadtpolizei Zürich. Von der Bahnhofstrasse biegst du in die Uraniastrasse ab und folgst dieser bis zur Limmat. Das Amtshaus 1 befindet sich an der Ecke der Kreuzung mit dem Bahnhofsquai.

Der Astronom und Pythagoras sind zwei von sechs Bildern, die für das Streben der Menschen, in der Welt eine Ordnung zu erkennen, steht.
Das wohl bekannteste Bild ist der Sterngucker

Die Besichtigung des Kunstwerks ist wie bei allen hier vorgestellten Tipps kostenlos, allerdings gilt es hier eingeschränkte Öffnungszeiten zu berücksichtigen. Gewöhnlich ist die Polizeistation von Montag bis Sonntag von 9 bis 11 und von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Änderungen sind auch kurzfristig möglich. Trau dich und öffne die Tür. Während du am Glaskasten wartest, um dich mit deinem Ausweis anzumelden, solltest du dich schon umschauen. Beachte aber, dass das Fotografieren erst hinter der Glastür erlaubt ist.

Einstmals wurde das Gebäude vom Architekten Gaetano Matteo Pisoni als ein Renaissance Palast für Waisenkinder geschaffen. Das Gebäude mit seiner Gartenanlage war ein unglaublich grosser Fortschritt in der Pädagogik, denn bis dahin waren die Waisen und die Zuchthäusler im gleichen Gebäude untergebracht. Als man allerdings Platz für die städtische Verwaltung brauchte, zogen die Waisen um und dieses Haus wurde zum Amtshaus Nr. 1. Der zur Limmat erhöhte Garten fiel dem Strassenbau zum Opfer und plötzlich war der einstige Keller das Erdgeschoss und sehr dunkel.

Um die dunklen Räume aufzuwerten und die prekäre wirtschaftliche Lage der Künstler der Stadt zu mildern, wurde ein Wettbewerb ausgerufen. Diesen gewann Augusto Giacometti 1922 mit seinem Entwurf einer Wand- und Deckenmalerei. Es war aber von Anfang an klar, dass er sich für diese monumentale Arbeit Gehilfen nehmen musste.

Du siehst, Türen zu öffnen, lohnt sich in Zürich. Suchst du weitere Inspirationen für deinen Besuch in Zürich? Dann würde ich dir den Besuch des Zoo Zürich empfehlen, einer meiner Lieblingsorte. Die Villa Patumbah ist ebenfalls ein besonderer Ort in Zürich.

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2 Kommentare zu “Zürich Tipps – ein Plädoyer Türen zu öffnen”

    1. Hallo Maritta,
      freut mich, dass dir die Fotos und die Beschreibungen gefallen. Also, nicht vergessen, wenn du mal in Zürich bist, musst du Türen öffnen. Es lohnt sich.

      Liebe Grüsse
      Susan

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