Zwischen Moderne und Altstadt – Malmö Sehenswürdigkeiten an einem Tag
Malmös Sehenswürdigkeiten an einem Tag entdecken? 24 Stunden reichen erstaunlich gut, um die Stadt im Süden Schwedens kennenzulernen. Malmö liegt in Schonen (Skåne) direkt am Öresund, nur durch die Öresundbrücke von Kopenhagen getrennt. Damit eignet sich die Stadt auch für einen Tagesausflug von Kopenhagen.
Moderne Architektur und alte Bausubstanz liegen in der Altstadt von Malmö oft dicht beieinander.
Für uns ist Malmö der Auftakt zu einem kurzen Roadtrip durch Südschweden. Fast auf den Spuren von Nils Holgersson, dessen Reise mit den Wildgänsen im nahe gelegenen Vemmenhög beginnt. Nur reisen wir nicht auf dem Rücken einer Gans weiter, sondern mit dem Mietwagen.
Bevor es losgeht, bleiben uns ungefähr 24 Stunden, um Malmö zu erkunden. Wir entdecken Architektur aus verschiedenen Epochen, historische Plätze und grüne Oasen entlang der Kanäle. Und das bei reichlich Regen.
Komm mit auf unseren Streifzug und erfahre, welche Sehenswürdigkeiten in Malmö du an einem Tag entdecken kannst und wann sich mehr Zeit lohnt.

Praktische Tipps für Malmö
Malmö trennt von Kopenhagen nur der Öresund. Luftlinie liegen die beiden Städte rund 28 km auseinander. Dänemark und Schweden verbindet eine lange, nicht immer friedliche Geschichte.
Seit dem 1. Juli 2000 verbindet die Öresundbrücke beide Seiten des Öresunds. Seither sind Malmö und Kopenhagen noch näher zusammengerückt.
Anreise nach Malmö
Ob du für einen Tagesausflug nach Malmö mit dem Zug oder dem Mietwagen* anreist, hängt auch davon ab, wie deine Reise weitergeht. Prinzipiell kannst du alle Sehenswürdigkeiten in Malmö zu Fuss und mit dem öffentlichen Verkehr erreichen. Da Malmö für uns der Auftakt einer kurzen Südschwedenreise ist, buchen wir uns am Flughafen Kopenhagen einen Mietwagen.
Am Flughafen Kopenhagen fährt tagsüber im 10-Minuten-Takt ein Bus, der die verschiedenen Parkhäuser, Terminals und auch das Car Rental Centre miteinander verbindet. Je nach Autovermieter musst du ein Ticket bei Ankunft ziehen und warten, bis deine Nummer aufgerufen wird.

Selten haben wir eine so unkomplizierte Mietwagenübernahme erlebt. Niemand, der uns noch irgendetwas Extra verkaufen wollte.
Für die Überquerung der Öresundbrücke wird eine Maut fällig. Bei der Übernahme unseres Mietwagens liessen wir das Kennzeichen für die automatische Mautzahlung an der Öresundbrücke direkt vom Vermieter freischalten und bezahlten die Gebühr mit den Extragebühren für den Grenzübertritt und den zweiten Fahrer am Schalter.
An der Mautstation wird das Kennzeichen erkannt und die Gebühr automatisch abgerechnet. Bist du mit dem eigenen Fahrzeug unterwegs, kannst du dich schon von zu Hause bei ØresundGO mit deinem Kennzeichen registrieren.

Mit ØresundGO kannst du einen Rabattvertrag abschliessen. Trotz der Jahresgebühr ist dieser bereits bei einer Hin- und Rückfahrt günstiger als zwei Fahrten zum regulären Preis. Allerdings darfst du nicht vergessen, den Vertrag nach deinem Urlaub zu kündigen.
Vom Flughafen Kastrup in Kopenhagen kannst du auch von dessen Bahnhof in ungefähr 20 Minuten mit dem Zug nach Malmö fahren. Die Züge verkehren regelmässig und du erlebst dabei auch die Fahrt über die Öresundbrücke.
Die Verbindung besteht übrigens nicht nur aus der weithin sichtbaren Brücke, sondern zuerst aus einem Tunnel bis zur Insel Peberholm. Damit der Flugverkehr am Flughafen Kastrup nicht durch Pylone gestört wird.
Die Hochbrücke über die Fahrrinne ist eine Schrägseilbrücke. Diese Bauweise ist uns auf unseren Reisen schon häufiger begegnet, etwa bei der Ponte Vasco da Gama in Lissabon und der Pont de Saint-Nazaire über die Loire.

Parken in Malmö
In Malmö gibt es wenig Parkplätze entlang der Strassen, aber zahlreiche Parkhäuser. Die Preise der Parkhäuser sind dabei sehr unterschiedlich.
Die meisten Parkhäuser kann man problemlos mit einer App bezahlen. Bezahlen mit der App hat den Vorteil, dass man die Parkzeit noch nachträglich anpassen kann. Stellt man fest, dass man mehr oder weniger Zeit braucht, kann man die tatsächliche Parkzeit in der App korrigieren. Es wird die tatsächliche Parkzeit abgerechnet
Optimale Erfahrungen haben wir mit der Parkster App gemacht, während wir bei Easy Park das Problem hatten, dass die Parkzeit immer auf eine Stunde begrenzt war.
Hinweis: Nutzt du am Flughafen Kastrup den Kurzzeitparkplatz zum Ausladen des Gepäcks, musst du bei der Ein- und Ausfahrt dieselbe Kreditkarte an das Lesegerät der Schranke halten.

Öffentliche Verkehrsmittel in Malmö
Auch wenn in der Altstadt von Malmö alles fussläufig ist, haben wir den Bus genutzt, um von Västra Hamnen in die Altstadt zu fahren.
Fahrkarten kannst du bequem mit der Skånetrafiken App kaufen. Einer aus der Reisegruppe kann dabei auch die Tickets für die Mitreisenden kaufen. Beim Einsteigen hältst du das Ticket zum Validieren an das Lesegerät im Bus. Ein Einzelticket innerhalb der Stadtzone ist eine Stunde gültig. Steigst du während dieser Zeit um, musst du das Ticket im nächsten Bus erneut validieren.
Bei unserem Besuch in Malmö gab es 10 Prozent Rabatt auf die Tickets mit der Skånetrafiken App.
Alternativ kannst du in den grünen Stadtbussen direkt mit einer kontaktlosen Kredit- oder Debitkarte bezahlen. Dazu hältst du die Karte beim Einsteigen an das Lesegerät. Auschecken musst du nicht. Jede Person benötigt dafür eine eigene Karte.
Bezahlst du nach Ablauf der ersten Stunde innerhalb von 24 Stunden erneut mit derselben Karte, macht das System daraus automatisch ein 24-Stunden-Ticket.

Übernachten in Malmö
Da wir mittags in Kopenhagen landen, entscheiden wir uns für eine Übernachtung in Malmö. Unsere Wahl fällt auf das moderne Viertel Västra Hamnen. Das More Hotel Västra Hamnen* befindet sich zentral innerhalb eines Wohnblocks. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass unsere Suite einer kleinen Wohnung gleicht. Sie verfügt über eine Küchenzeile, ein Wohnzimmer mit komfortabler Schlafcouch und ein separates Schlafzimmer.
Das Frühstück kann man in der Lobby einnehmen. Da dort wenig Platz ist, wird man jedoch ermutigt, sein Frühstück mit in die Wohnung zu nehmen. Für uns ein schönes Appartement in der Nähe der Bushaltestelle mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis.
Unsere Empfehlung für Übernachtungen: Buchung über Booking.com* – grosse Auswahl und gute Storno-Optionen.
Der Link wird technisch über ein Partner-Tool bereitgestellt. Bei Buchung über unsere Links* erhalten wir eine kleine Provision – ein Dank für unsere Arbeit.

Touren und Aktivitäten in Malmö
Wie wäre es einmal mit einem Mittagessen bei einer schwedischen Familie oder einem Rundgang mit einem Einheimischen? Bei einem Tagesausflug nach Malmö sind solche Aktivitäten vielleicht nicht ganz einfach einzubauen.
Wir wollten eigentlich eine Bootsfahrt auf den Kanälen von Malmö unternehmen. Die flachen, offenen Boote starten direkt gegenüber vom Hauptbahnhof. Bei unserem Besuch fuhren sie wegen des Regens allerdings nicht.

Wer mehr aus seiner Zeit machen möchte, kann aber auch bequem ein Fahrrad mieten. Malmö ist eine Fahrradstadt. Radwege durchziehen die ganze Stadt und Fahrradfahrer sind gefühlt die uneingeschränkten Herrscher im Verkehr. Als Fussgänger und Autofahrer musst du vor allem darauf achten, ihnen nicht in die Quere zu kommen. Wir empfanden das Verhalten der Radfahrer teilweise als gefährlich und rücksichtslos, überall dort, wo sich die Wege trafen.
Alternativ kannst du eine geführte Tour ab Kopenhagen buchen. Bei getyourguide* findet man zahlreiche spannende Angebote.
Emporia – Architektur in Malmö
Es regnet bei unserer Ankunft in Kopenhagen, es regnet bei der Überquerung der Öresundbrücke nach Malmö und es regnet, als wir beim Aussichtspunkt Luftkastellet einen Blick auf die Öresundbrücke werfen wollen. Sonnenscheinbilder gibt es viele, wir bekommen dafür das volle Regenfeeling.

Da das Einkaufszentrum Emporia im Stadtteil Hyllie auf dem Weg in die Innenstadt von Malmö liegt, beginnen wir unsere Runde durch die Sehenswürdigkeiten von Malmö hier mit moderner Architektur.
Ein blaues Tor, ein bernsteinfarbenes auf der anderen Seite und dazwischen kreuz und quer verlaufende Rolltreppen, ein Dschungel und eine Dachterrasse mit Aussicht auf die Öresundbrücke in der Ferne.

Dieses Einkaufszentrum ist mit keiner mir bekannten Shopping-Mall zu vergleichen. Entworfen wurde das Emporia vom schwedischen Architekturbüro Wingårdhs. Der bernsteinfarbene Eingang wurde als weithin sichtbarer Anziehungspunkt vom Bahnhof Hyllie aus konzipiert. Der blaue Eingang, der Sea Entrance, nimmt mit seinem tiefen Blau Bezug auf den Öresund.
Was auf den ersten Blick wie gebogenes Plexiglas wirkt, ist tatsächlich Glas. Mehr als 800 individuell geformte Glasscheiben bilden den bernsteinfarbenen und den meeresblauen Eingang. Ihre intensive Farbe erhalten sie durch eine farbige Kunststofffolie zwischen den Glasschichten.

Die Wege im dreigeschossigen Einkaufszentrum sind als liegende Acht angelegt. Statt endloser gerader Ladenpassagen gibt es unterschiedliche Atrien mit eigenen Farben und Themen. Selbst die zahlreichen Sitzmöbel wurden gleich mit entworfen.
Auf dem Dach entstand ein rund 27.000 m² grosser Landschaftspark. Vor allem mit Sedum-Arten bepflanzt, setzt er selbst an diesem grauen Herbsttag schöne Farbtupfer.

In diesem Einkaufszentrum kann man sich verlieren, selbst wenn man nicht shoppen geht. Wir bestaunen die Architektur und die Aussicht im Regen und gönnen uns eine Fika, bevor wir weiter zu unserem Hotel in Västra Hamnen fahren.
Västra Hamnen und der Turning Torso
Das moderne Viertel Västra Hamnen entstand auf Land, das seit dem 19. Jahrhundert für Hafen und Industrie in den Öresund aufgeschüttet wurde. Mit der europäischen Werftenkrise in den 70er- und 80er-Jahren geriet auch die grosse Kockums-Werft in Schwierigkeiten. 1986 wurde der zivile Schiffbau in Malmö eingestellt.
Danach wurden in Malmö noch U-Boote gebaut und Unterwassertechnologien entwickelt. Nach der Fusion mit der Werft in Karlskrona wurde auch dieser Bereich 1996 dorthin verlagert.
Bis zur Bo01 im Jahr 2001 wurde das Gelände von verschiedenen Unternehmen genutzt. Im Rahmen dieser richtungsweisenden Architekturausstellung entstand der Kern eines neuen Stadtteils mit Häusern in den unterschiedlichsten Architekturstilen.

Heute sieht man am Hafenbecken Dockan noch Kräne, aber der ganz grosse Kran wurde abgebaut und nach Südkorea verkauft. Die Architektur der Häuser rund um das Becken nimmt das Thema der Hafenkräne auf unterschiedliche Weise auf.

Der Kockums-Kran war mit rund 140 Metern Höhe ein weithin sichtbares Wahrzeichen des alten Malmö. Das neue Wahrzeichen ist weit über den Stadtteil Västra Hamnen hinaus zu sehen. Der Turning Torso stammt von Santiago Calatrava, der in Valencia einen ganzen Stadtteil plante und auch in Zürich seine Spuren hinterlassen hat.
Der Turning Torso ist 190 Meter hoch, hat 54 Stockwerke und wurde 2005 fertiggestellt. Er besteht aus neun übereinanderliegenden Gebäudeteilen mit jeweils fünf Geschossen und Zwischengeschossen. Von unten nach oben verdreht sich das Gebäude um insgesamt 90 Grad.


Dieses verdrehte Hochhaus besteht nur aus Wohnungen. Es gibt weder eine Aussichtsplattform noch ein Restaurant.
Malmö Altstadt zu Fuss entdecken
Am nächsten Morgen starten wir unseren Spaziergang durch Malmö am Hauptbahnhof. Direkt gegenüber liegen die flachen Ausflugsboote für eine Fahrt durch die Kanäle. Doch es regnet wieder. Die Boote bleiben am Anleger und wir machen uns zu Fuss auf den Weg in die Altstadt.
Schon auf den ersten Metern zeigt sich, was uns in Malmö immer wieder begegnet. Historische Gebäude stehen vor der Kulisse moderner Hochhäuser. Nur wenige Minuten später erreichen wir den Stortorget.
Stortorget
Der grosse Marktplatz entstand in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, als Malmö noch zu Dänemark gehörte und sich zu einer bedeutenden Handelsstadt entwickelte.
An einer Seite des Platzes erhebt sich das historische Rathaus aus dem Jahr 1546. Sein heutiges Aussehen erhielt es jedoch erst im 19. Jahrhundert. Die prächtige Fassade wurde 1863 im Stil der niederländischen Renaissance neu gestaltet.
Vor dem Rathaus zieht ein wesentlich jüngeres Kunstwerk unsere Blicke auf sich. Der Torgbrunn von Stig Blomberg wirkt zunächst wie ein wildes Durcheinander aus Menschen, Tieren und rätselhaften Formen. Tatsächlich erzählen die Bronzefiguren Episoden aus Malmös Geschichte. Zwischen ihnen verstecken sich unter anderem Soldaten, Reiter, Fische, ein Anker und sogar fliegende Hexen.

Der 1964 aufgestellte Brunnen erinnert zugleich an den alten Wasserspeicher auf dem Stortorget. Vom 16. bis ins 19. Jahrhundert wurden die Einwohner von hier aus mit Wasser versorgt. Es floss aus Teichen südlich der Stadt durch Leitungen aus ausgehöhlten Eichenstämmen bis zum Stortorget.
In der Mitte des Stortorget sitzt Karl X. Gustav hoch zu Ross. Das Reiterstandbild wurde 1896 aufgestellt. Unter der Herrschaft des schwedischen Königs fiel Schonen mit dem Frieden von Roskilde 1658 von Dänemark an Schweden.

Lilla Torg
Nur wenige Schritte vom grossen Stortorget entfernt liegt der wesentlich kleinere Lilla Torg. Ende des 16. Jahrhunderts entstand hier ein Marktplatz für Lebensmittel und andere Dinge des täglichen Lebens. Fachwerkhäuser und alte Kaufmannshöfe umgeben heute den Platz. In der Hedmanska gården sind noch Gebäudeteile aus dem Jahr 1596 erhalten.

Zwischen Kopfsteinpflaster und historischen Häusern entdecken wir ein Relikt aus einer anderen Zeit. Eine reich verzierte alte Telefonzelle trägt die Aufschrift „Rikstelefon“. So hiess das staatliche schwedische Telefonnetz, das Ende des 19. Jahrhunderts aufgebaut wurde. Bereits 1890 konnte man über dieses Netz von Malmö bis Stockholm telefonieren. Wann die Telefonzelle ihren Platz am Lilla Torg erhielt, konnte ich allerdings nicht herausfinden.

Zurück am Stortorget werfen wir einen Blick in die Passage neben der historischen Apotheke Lejonet und folgen anschliessend der Södergatan Richtung Gustav Adolfs Torg. Die Fussgängerzone gehört zu den wichtigsten Einkaufsstrassen Malmös. Auffallend sind die vielen exquisiten Herrenausstatter.
Bei der Apotheke marschiert uns eine kleine Kapelle entgegen. Zumindest beinahe. Die Optimistorkestern besteht aus vier lebensgrossen Bronzemusikern und steht seit 1985 auf der Södergatan.

Durch Malmös Parks zum Schloss Malmöhus
Den Gustav Adolfs Torg lassen wir links liegen und gehen durch den Gamla kyrkogården in Richtung Slottsgatan. Der 1822 angelegte Friedhof wirkt mit seinen alten Bäumen und Grabsteinen eher wie ein stiller Park mitten in der Stadt. Trotz strömenden Regens sind zahlreiche Spaziergänger und Hundebesitzer unterwegs.
Kurz darauf erreichen wir den Kungsparken. Er wurde auf einem Teil der ehemaligen Befestigungsanlagen von Malmöhus angelegt und 1872 eröffnet. Damit ist er der älteste öffentliche Park Malmös. Geschwungene Wege, alte Bäume und Wasserläufe bestimmen das Bild.
Vereinzelt leuchten trotz des strömenden Regens Blumenbeete. Über die Trädgårdsbron gelangen wir in den wesentlich jüngeren Slottsträdgården. Aber erst einmal ruhen wir uns bei einem heissen Kakao im Café mit den Gewächshäusern aus. Der 1998 eröffnete Garten ist in verschiedene Bereiche mit Stauden, Kräutern, Gemüse und Obstbäumen gegliedert.

Zwischen den Blumen entdecken wir schon die Flügel der Slottsmöllan. Die Windmühle wurde 1851 auf den ehemaligen Befestigungsanlagen errichtet. Eine Mühle stand an dieser Stelle allerdings schon im 17. Jahrhundert.

Von der Mühle sind es nur wenige Schritte zum Malmöhus. Hinter Wassergraben und grasbewachsenen Erdwällen wirkt die Anlage eher wie eine Festung als wie ein Schloss. Ihre Geschichte reicht bis ins Jahr 1434 zurück. Damals liess der dänische König Erik von Pommern an dieser strategisch wichtigen Stelle ein befestigtes Kastell errichten.

Bei einem Aufstand gegen die dänische Krone wurde die Anlage 1534 weitgehend zerstört. Wenige Jahre später entstand unter Christian III. ein neues Schloss mit einer für seine Zeit modernen Befestigungsanlage. Zwei der mächtigen Kanonentürme sind bis heute erhalten. Nachdem Schonen 1658 schwedisch geworden war, wurde Malmöhus mit Bastionen, Erdwällen und breiten Wassergräben weiter zur Festung ausgebaut.
Zu den berühmtesten Gefangenen von Malmöhus gehörte James Hepburn, Earl of Bothwell, der dritte Ehemann von Maria Stuart. Die beiden heirateten 1567 im Palace of Holyroodhouse in Edinburgh. Noch im selben Jahr floh Bothwell aus Schottland und geriet schliesslich in dänische Gefangenschaft. Von 1567 bis 1573 wurde er im Malmöhus festgehalten.
Wir begnügen uns mit einem Blick von aussen. Heute befinden sich im Malmöhus Teile der Malmö Museen mit Ausstellungen zur Geschichte und Natur sowie ein Aquarium.

Malmö zwischen Alt und Neu
Nach dem Malmöhus ändert sich das Stadtbild erneut. Rund um die Universität treffen historische Backsteinbauten auf Glas, Metall und moderne Architektur. Manche Fassaden erinnern mich mit ihren geometrischen Formen und der starken vertikalen Gliederung an den Art-déco-Stil.

Wie bewusst Malmö Alt und Neu miteinander verbindet, zeigt die World Maritime University besonders eindrucksvoll. Ihr historisches Hafenmeistergebäude aus dem Jahr 1910 erhielt 2015 einen spektakulären Anbau aus Glas und Aluminium. Seine kantigen Flächen falten sich regelrecht um den Altbau.
Die Architekten nannten ihr Konzept „Urban Hinge“, urbanes Scharnier. Der Neubau soll zwischen der historischen Stadt und dem modernen Hafengebiet vermitteln. Für seine Architektur erhielt das Gebäude noch im Jahr seiner Fertigstellung den Architekturpreis der Stadt Malmö.


Auch bei der Malmö Saluhall wurde ein ehemaliges Lagerhaus der Eisenbahn aus dem 19. Jahrhundert mit moderner Architektur verbunden. Für den Umbau zeichnet das Architekturbüro Wingårdhs verantwortlich, das uns bereits beim Einkaufszentrum Emporia begegnet ist.
Die alten Backsteinmauern wurden erhalten und um einen modernen Gebäudeteil aus rostfarbenem Stahl ergänzt. Seit 2016 dreht sich in der Markthalle alles ums Essen. Wir kommen genau zur Mittagszeit und entsprechend voll ist es. Für Fotos bleibt kaum Platz.
Auf unserem weiteren Weg wechseln Backstein und moderne Fassaden immer wieder miteinander ab.
Jörgen Kocks hus
Auf dem Rückweg zum Hauptbahnhof kommen wir am Jörgen Kocks hus vorbei. Der mächtige Backsteinbau entstand zwischen 1522 und 1525 für Jörgen Kock, Münzmeister des dänischen Königs und später Bürgermeister von Malmö. Sein Wohnhaus gehörte zu den prächtigsten Bürgerhäusern der Stadt.
Fast 300 Jahre später gelangte das Anwesen in den Besitz der Familie Kockum. Frans Henrik Kockum gründete später die Maschinenfabrik und Werft, deren Geschichte uns bereits in Västra Hamnen begegnet ist. In den 1960er-Jahren kaufte Kockums den alten Hof und liess ihn umfassend restaurieren.

Heute wird in den historischen Mauern unter anderem gekocht. Das Restaurant Årstiderna nutzt die alten Backsteingewölbe des Hauses. Viel Zeit bleibt uns allerdings nicht mehr. Wir gehen weiter zum Hauptbahnhof und beenden dort unseren Rundgang durch Malmö.
Damit schliesst sich unsere Runde dort, wo sie am Morgen begonnen hat. Der erste Bahnhof von Malmö wurde bereits 1858 direkt am Hafen eröffnet. Nach einem Brand entstand in den 1870er-Jahren das historische Bahnhofsgebäude, das heute mit den modernen Teilen von Malmö Central verbunden ist.
Am Bahnhof steigen wir wieder in den Bus und fahren zurück zum Parkhaus bei unserem Hotel in Västra Hamnen. Unsere 24 Stunden mit den Sehenswürdigkeiten von Malmö gehen damit zu Ende.

Wir holen das Auto und machen uns auf den Weg. Weit kommen wir allerdings nicht, bevor ein letzter Abstecher an den Öresund wartet.
Das Kaltbadehaus Bjärreds Saltsjöbad liegt weit draussen im Wasser und ist über einen 574 m langen Steg mit dem Ufer verbunden. Bei unserem Wetter verzichten wir aber auf den Spaziergang.

Reicht ein Tag für die Sehenswürdigkeiten von Malmö?
Ja, Malmö lässt sich an einem Tag erstaunlich gut entdecken. Die Sehenswürdigkeiten liegen in der Altstadt nahe beieinander und lassen sich bequem zu Fuss erkunden.
Das heisst aber nicht, dass man nicht mehr Zeit in Malmö verbringen könnte. Regentage lassen sich in einem der spannenden Museen verbringen. Bei schönem Wetter locken dagegen Radwege entlang der Küste und verlockende Strände.
Auch die vielen Parkanlagen machen bei schönem Wetter sicher sehr viel mehr Spass.
Insgesamt ist Malmö eine spannende Stadt zwischen Vergangenheit und Zukunft.
