Kalpitiya – die noch verschlafene Halbinsel

Auf Kalpitiya im Westen Sri Lankas in einem der schönsten Strandgebiete, mit der Möglichkeit zum Kite Surfen und Beobachtungstouren zu Walen oder Delfinen beginnt unsere Rundreise durch Sri Lanka. In diesem Beitrag nehme ich dich mit auf die noch verschlafene Halbinsel. Ich erzähle dir, welche Fehler du vermeiden solltest und worauf du beim Buchen einer Unterkunft in Kalpitiya unbedingt achten solltest. Lerne aus unseren Fehlern und mache dir selbst ein Bild.

Vom Flughafen Negombo nach Kalpitiya

Ayubowan in Sri Lanka heisst es nachts 3.30 Uhr als wir endlich mit unserem Gepäck im Flughafen in Negombo stehen und uns nach unserem Namen im Schilderwald der wartenden Guides umsehen. Bevor wir uns ausruhen dürfen, geht es noch zur 140 km entfernten Halbinsel Kalpitiya. Wie sich am Flughafen herausstellt, haben wir nicht nur einen Fahrer, sondern auch einen Guide. Diese Kombination erweist sich im Verlauf unserer Rundreise durch Sri Lanka als nicht ideal. Wie du für dich das Verkehrsmittel der richtigen Wahl in Sri Lanka findest und welche Lizenzen für Guides es gibt, darüber schreiben wir im gleichnamigen Beitrag.

Gemeinsam mit dem Guide verlassen wir den Flughafen. Er ruft den Fahrer an, der auch bald mit einem Toyota Bus vorgefahren kommt. Nachdem alles eingeladen ist, geht es auch schon durch die Dunkelheit. Bereits im Flughafen ist uns die Weihnachtsdekoration aufgefallen. Jetzt, auf den Strassen Negombos blinkt die Weihnachtsbeleuchtung farbig um die Wette. Sri Lanka ist ein Schmelztiegel der Kulturen und Religionen.

Überrascht sind wir jedoch vom hohen Verkehrsaufkommen zu dieser nachtschlafenden Uhrzeit. Busse, TukTuks (hier auch Three Wheeler genannt), Lieferwagen und Mopeds verstopfen die Strassen, obwohl der Verkehr fliesst. Bevor wir das Einzugsgebiet von Colombo verlassen, passieren wir noch eine Polizeikontrolle.

Je weiter wir die Grossstadt auf unserem Weg nach Kalpitiya hinter uns lassen, umso mehr Tiere begegnen uns auch auf der Strasse. In der Dunkelheit sieht man sie spät. Wir werden uns in den nächsten zwei Wochen noch öfter fragen, wie der Verkehr hier funktioniert.

Die verschlafene Halbinsel Kalpitiya

Die 140 km nördlich von Colombo gelegene schmale Landzunge, die auf der Landkarte wie ein Finger aussieht und sich zwischen Puttalam Lagoon und Dutch Bay entlang streckt, wirkt sehr verschlafen. Hinduistische und muslimische Dörfer wechseln einander ab. Sind vor allem Hunde und Hühner in den hinduistisch bzw. buddhistischen Dörfern auf der Strasse, so sind es in den muslimischen Dörfern Esel und Ziegen. Kalpitiya gilt als der Ort der Wahl zum Kitesurfen. Auch unser Hotel bietet Lektionen im Kitesurfen an.

Strasse in einer grösseren Ortschaft auf Kalpitiya mit Menschen, TukTuks und Motorrädern

Erstaunlicherweise weiss unser Fahrer nicht, wo das Hotel liegt. Ein Navigationsgerät ist auch nicht vorhanden. Beim Versuch das Hotel anzurufen, stellt der Guide fest, dass er keine Netzabdeckung hat. Irgendwann funktioniert es dann doch mit dem Telefonieren, aber scheinbar ist die Beschreibung nicht ganz eindeutig, denn es gibt ein altes und ein neues Gemeindezentrum, an dem wir abbiegen sollen. So kommen wir in den Genuss, Teile der Halbinsel noch öfter hoch und runter zu fahren.

Buntes Durcheinander aus umgebauten TukTuks und Kühen am Strassenrand. - Halbinsel Kalpitiya
Buntes Durcheinander am Strassenrand

Insofern können wir nicht genau sagen, wie lange es gedauert hätte. Aber mit mindestens 3 Stunden Fahrtzeit sollte man wohl rechnen, um vom Flughafen nach Kalpitiya zu kommen.

Ein gelber Tata Transporter ist voll beladen mit Jack Früchten. Motorräder überholen ihn. Die Lagunen reichen auf beiden Seiten bis zur Strasse. Halbinsel Kalpitiya

Eigentlich wäre es ganz einfach gewesen. Man hätte der Strasse nur bis zum Ende folgen müssen und dann links abbiegen müssen. Die geteerte Strasse hört dann auf und macht einer Art Feldweg Platz. Hier hat man dann noch viele Möglichkeiten, sich zu verfahren, aber irgendwann entdecken wir in luftiger Höhe ein Miniaturschild, welches auf unser Hotel verweist. Der Weg wird allerdings immer schmaler. Unser Fahrer ist gar nicht begeistert. Stacheldraht umzäunt und von Hunden bewacht, erreichen wir eine andere Welt.

Ankunft auf Kalpitiya im Hotel

Freundlich werden wir begrüsst und zum überdachten Essbereich geführt. Nur um zu erfahren, dass die Buchungsanfrage von unserer Agentur Adhvantours in Sri Lanka nicht bestätigt wurde und man uns deshalb auch nicht erwartet hat. Nach einem langen Flug und 4 Stunden Fahrt, ist es genau das, was man nicht hören will.

Nun sitzen wir im vermeintlichen Paradies und hören uns die gegenseitigen Schuldzuweisungen an. Jeder erzählt etwas anderes. Willkommen in Sri Lanka.

Während die Auseinandersetzungen laufen, bekommen wir wenigstens ein Frühstück, denn nachdem es auf dem Flug schon kein Frühstück bei Quatar Air, dank der Sitzreihe 23 und 24 links mehr gab, sind wir jetzt hungrig. Dies scheint öfter vorzukommen, denn der Service endet stets an diesen beiden Sitzreihen und entweder es hat keine Auswahl mehr oder die Gerichte reichen nicht.

An eine Delfin- oder Walbeobachtungstour vor Kalpitiya ist bei diesem Chaos und der zeitlich unterschätzten Anfahrt von über vier Stunden sowieso nicht mehr zu denken. Die Touren finden nur morgens, wegen des Wellengangs, statt.

Ein Bootssteg führt zu einer palmengedeckten Hütte mit freien Seitenwänden, wo man auf die Abfahrt des kleinen weissen Motorboots wartet.
Warten auf die Abfahrt des Bootes

Zwei weitere Enttäuschungen warten nach dem Frühstück noch auf uns. Wenn man das Rascals Kite Surfing Resort im Internet aufruft, sieht man Bilder mit Strand und Meer, sodass man den Eindruck gewinnt, die Unterkunft befindet sich direkt am offenen Meer. Tatsächlich befindet sich das Hotel an der Dutch Bay, wo das Wasser viel zu schmutzig ist, um schwimmen zu gehen. Auch für das Kitesurfen muss man aus der Bucht herausfahren. Die Boote fahren aber nur, wenn Kite Surfer transportiert werden wollen.

Die Bucht, an welcher das Hotel liegt, ist von Mangroven und Kokospalmen gesäumt.

Die andere Überraschung ist, dass diese Unterkunft keine Fahrerunterkünfte anbietet und sich die Fahrer irgendwo in Kalpitiya eine Unterkunft suchen müssen. Damit ist auch unser fahrbarer Untersatz weg. Nach einem solchen Start kann der Urlaub eigentlich nur noch besser werden. Da es am nächsten Tag die 2.000 Stufen zur Felsenfestung Sigiriya hochgeht, ist diese Zwangspause aber ganz gut.

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Kokosnüsse und Regen

So verbringen wir den Rest des Vormittags gezwungenermassen am Pool des Rascals Kite Resort, wobei es nicht einmal Poolhandtücher gibt. Nach einem kurzen Mittagsschläfchen versuchen Morgaine und ich ausserhalb der Anlage spazieren zu gehen. Leider ist die Welt immer wieder mit Stacheldraht begrenzt. Dafür schliessen sich freudig drei Hunde unserem Spaziergang an.

Jörg und Gwendolyn fahren mit den Kite Surfern raus. Sie teilen sich den Strand mit badenden Schweinen und Hühnern. Schnorcheln können sie vergessen.

Ein Unterstand bietet einem schlafenden Hund am Strand Schatten und ermöglicht es, das Schwein anzubinden. Auch Hühner fühlen sich hier wohl. Im Hintergrund liegt ein Haufen mit Kokosschalen.
Überraschendes Strandleben
Kleiner Strand von Büschen, Booten und alten Palmwedeln eingerahmt. Der Himmel ist voller bunter Segel der Kite-Surfer und Windräder.
Kite-Surfer und Windräder

Am Nachmittag zieht ein Unwetter auf. Die Kokospalmen, die hier überall stehen, werden zur tödlichen Gefahr. Nachdem wir gesehen haben, wie eine Kokosnuss einen halben Meter neben einem Gast zu Boden fällt, schauen wir jetzt sehr genau, wo wir entlang laufen.

Als es in Strömen regnet, ist auch unsere zweite Hütte bezugsbereit. Während wir im Trockenen bei WLAN im Restaurantbereich auf die beiden anderen warten, treffen diese total durchnässt und frierend mit den Kite Surfern ein.

Blühende Orchidee vor Bananenblättern
Blühende Orchidee

In den Hütten mit Aussenbad gibt es abends kein warmes Wasser. Dafür freuen sich die Mücken. Beim Abendessen steht dann Fisch-, Hühnchen- oder Gemüse-Curry zur Auswahl. Für eine Nacht ist das Hotel akzeptabel, Urlaub wollten wir im Rascals Kite Resort nicht verbringen, auch wenn es im Internet «hervorragend» bewertet wurde.

Hotelempfehlungen für Kalpitiya

Lass dich von unserem Reisebericht zu Kalpitiya nicht entmutigen. Wenn du nach Kalpitiya reisen willst, suche dir aus der Vielzahl der Hotels ein Hotel ganz auf der Aussenseite der Insel aus. Die Wasserqualität dürfte Welten besser sein und auch langen Strandspaziergängen steht dann nichts im Weg. Auf Kalpitiya gibt es die schönsten Sandstrände Sri Lankas, weshalb dieses Gebiet auch in den nächsten Jahren zunehmend erschlossen wird.

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Unsere Rundreise durch Sri Lanka führt uns als Nächstes nach Sigiriya und dann auf Safari im Hurulu Eco Park. Bevor es dann nach Kandy und weiter mit dem Zug nach Nuwara Eliya ins Hochland von Sri Lanka geht, besuchen wir auch noch den Höhlentempel in Damubulla.

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