Monteverde (Costa Rica) – Nebelwälder und Adrenalin

Die Region Monteverde in Costa Rica bietet Natur pur und zahlreiche Aktivitäten für Adrenalin Junkies. Wenn du also ein Abenteuer der anderen Art erleben möchtest, solltest du dir die Nebelwälder von Costa Rica nicht entgehen lassen. Bei ganzjährigen Temperaturen von 14 bis 20° C ist es hier deutlich kühler als im Rest von Costa Rica und natürlich feuchter. Im Beitrag erzähle ich dir, wodurch sich die unter Naturschutz stehenden Nebelwälder von Monteverde und Santa Elena unterscheiden und gebe dir Tipps für deinen Besuch. Ausserdem erzähle ich dir, ob sich der Besuch der Kaffee, Kakao und Zuckerrohr Plantage lohnt und was es mit dem Tarzan Swing auf sich hat. Wie immer gilt, lass dich inspirieren und mache dir selbst ein Bild.

Anreise nach Monteverde

Monteverde liegt im bergigen Nordwesten Costa Ricas, etwa 150 km vom Zentrum San José oder ungefähr 3 Autostunden entfernt. Dabei ist der Name Monteverde sowohl der Name einer Region als auch einer kleinen Siedlung. Viele Touristen erkunden die Nebelwälder von Monteverde und Santa Elena von Santa Elena aus. Wir wohnen während unseres Aufenthaltes in einem hübschen Haus, der Arco Iris Lodge unweit des Orchideengartens in Monte Verde.

Blick von unserem Haus in Monte Verde, Costa Rica in den Garten, in dem ein weisses Pferd steht.
Der Blick von unserem Haus

Solltest du noch eine Übernachtung suchen und der Beitrag hilfreich für dich sein, würden wir uns freuen, wenn du deine Unterkunft über unseren Link buchst. Wir erhalten dann eine kleine Provision.

 
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Und obwohl die Region Monteverde durch und durch auf Tourismus ausgelegt ist, sind die letzten 30 km der Strasse eine Schotterpiste. Plane also genug Zeit für die Anreise ein. Die Landschaft ist hügelig, teils mit grünen Hügeln und teilweise trocken braun.

Auf dem Weg nach Monteverde, Costa Rica. Die Landschaft ist hügelig. Einige der Hügel sind grün, andere wirken trocken.
Auf der Schotterpiste nach Monteverde

Bist du nicht mit einem eigenen Mietwagen in Costa Rica unterwegs, kannst du dir auch von deiner Unterkunft einen Ausflug nach Monteverde mit Fahrer organisieren lassen. Startest du von La Fortuna zu den Nebelwäldern von Monteverde mit einem Fahrer, kannst du mit dem Boot gemütlich über die Laguna de Arenal schippern, während der Fahrer um den See herumfährt und dich am Ende wieder einsammelt. Die Schotterpiste bleibt dir aber nicht erspart.

Eine Hügelkette nach der anderen muss auf dem Weg nach Monteverde (Costa Rica) überwunden werden. Es ist dunstig und der Qualm von Feuern liegt in der Luft.
Endlose Hügelketten müssen bezwungen werden

In Monteverde selbst sind die Strassen zum grössten Teil asphaltiert. Restaurants, Unterkünfte und Souvenirläden reihen sich aneinander. Die Region ist durch und durch auf Tourismus ausgerichtet. Hauptorte sind Santa Elena und der kleine Ort Monteverde. Wir fühlten uns ein wenig an Skiorte erinnert.

Die Nebelwälder Costa Ricas

Die Nebelwälder Costa Ricas sind geheimnisvoll und paradiesisch grün. Das englische Wort Cloud Forest – Wolkenwald – trifft es eigentlich besser, denn die immergrünen Wälder liegen so hoch (zwischen 1.400 m und 1.700 m), dass sie sich oft in den Wolken befinden. Die permanente Feuchtigkeit der Wolken und der Regen sind typisch für diese Region. Nebelwälder gehören zu den artenreichsten und am meisten bedrohten Ökosystemen der Welt. Sie erscheinen schier undurchdringlich. Alles strebt nach Licht. Viele Pflanzen sind deshalb sogenannte Aufsitzerpflanzen, Epyphyten.

Das Reserva Biólogica Bosque Nuboso Monteverde

In der Region Monteverde kannst du das bekanntere Reserva Biólogica Bosque Nuboso Monteverde besuchen. Bekannt ist das Reservat für seine Hängebrücken und 13 km Wanderwege. Angeboten werden Vogelbeobachtungstouren, Nachtwanderungen und ein Naturgeschichte-Spaziergang. Du kannst den Nebelwald aber auch allein erkunden. Die Preise für dieses bekannte und privat geführte Naturschutzgebiet sind heftig. Weshalb wir uns als Familie für das Reserva Bosque Nuboso Santa Elena entscheiden.

Das Reserva Bosque Nuboso Santa Elena

Ein weiteres Naturschutzgebiet ist das Reserva Bosque Nuboso Santa Elena. Auch wenn du dich auf der langsam ladenden Website des Reserva Bosque Nuboso Santa Elena inzwischen mit einer virtuellen Tour durch den Nebelwald und Hinweisen zur Beobachtung des Quetzals ganz gut vorbereiten kannst, empfehlen wir dir dennoch eine geführte Wanderung. Der Guide ist darauf geschult, interessante Pflanzen und Tiere im undurchdringlichen Grün zu entdecken und bringt ein grosses Fernglas mit. Du solltest dir die geführte Wanderung mindestens einen Tag im voraus reservieren.

Ein Kolibri schimmert von türkis über blau bis violett. Kolibris kann man in den Nebelwäldern von Monteverde beobachten.
Je nach Lichteinfall schimmert der Kolibri anders

Wir entscheiden uns für die «allgemeine Tour». Es gibt auch Privatführungen oder Führungen zu speziellen Tieren und Pflanzen. Die allgemeine Tour findet zu festen Zeiten statt. Wir haben die Morgentour 7.30 Uhr gebucht. Es gibt eine noch frühere Tour mit Kaffee zwischen den Wolken, die 4.50 Uhr startet. Eine weitere spezielle Tour ist die Nachmittagstour 16.40 Uhr, in der der Wolkenwald ertönt. (Tourzeiten können sich ändern, also bitte überprüfe die Zeiten bei der Planung im Internet.)

Geführte Wanderung durch das Reserva Bosque Nuboso Santa Elena

Pünktlich 7.30 Uhr werden die wartenden Besucher am Eingang auf die Führer aufgeteilt. Jeder Guide geht mit 8-10 Leuten in den Nebelwald. Unsere Tour hat noch nicht richtig begonnen, als es anfängt zu regnen.

Am interessantesten für uns sind die Bäume, die mit bis zu 300 verschiedenen Arten von Pflanzen bewachsen sein können. So kann schnell ein zusätzliches Gewicht von bis zu 2.000 kg pro Baum zustande kommen. Auch interessante Moose sind hier allgegenwärtig. Sie wachsen sogar im Fell der hier lebenden Faultiere.

Ein Baumstamm im Naturschutzgebiet Reserva Bosque Nuboso Santa Elena über und über mit Aufsitzerpflanzen bewachsen.
Zahlreiche Aufsitzerpflanzen wachsen auf dem Baumstamm

Eigentlich hatten wir darauf gehofft, den berühmten Quetzal zu Gesicht zu bekommen, aber der Vogelmann mit seinem attraktiven Federkleid zeigt sich nicht. Das Weibchen sehen wir in weiter Entfernung durch das Fernglas.

Hinweis: Die beste Chance einen Quetzal zu sehen, hast du während der Brutzeit zwischen April und Juli. Das Naturschutzgebiet Santa Elena bietet inzwischen dem Quetzal Brutkästen an, was die Chance erhöht, ihn beobachten zu können.

Auch sonst zeigen sich auf unserer geführten Tour kaum Tiere. Ein insektenfressender Pilz, eine sehr gut getarnte Eidechse, eine schlafende «Baby»-Tarantel und ein paar Raupen sind die ganze tierische Ausbeute der Tour.

Dafür können wir am Treffpunkt der Tour und am Souvenirshop Kolibris beobachten.

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Don Juans All in one Tour – Kaffee, Kakao und Zuckerrohr

Für den Nachmittag haben wir eine Tour auf Don Juans Kaffeeplantage gebucht. Hier wachsen neben Kaffee der Sorte Arabica auch Kakao Bäume und Zuckerrohr.

Ausblick von Don Juans Kaffeeplantage über Kaffee der Sorte Arabica und die hügelige Landschaft der Region Monteverde, Costa Rica
Ausblick von der Plantage

Zuerst spazieren wir über die Plantage und erfahren einiges zum Kaffeeanbau. Der Kaffee wird hier von Nicaraguanern gepflückt. Anschliessend bekommen wir den Verarbeitungsprozess von der geernteten Bohne bis zur Röstung vorgeführt. Der hier hergestellte Kaffee schmeckt unglaublich aromatisch und kann am Ende der Tour verkostet und im kleinen Laden gemahlen gekauft werden.

Die Kakao-Vorführung ist etwas abgekürzt. Sie beginnt mit der Verkostung des fruchtig schmeckenden Fruchtfleisches der Kakaobohnen. Die Konsistenz erinnert ein wenig an Litschis. Den Prozess der Fermentation und was es sonst noch braucht, bis aus dem Kakao eine leckere Schokolade entsteht, wird nur kurz erzählt. Dafür schmeckt die flüssige Schokolade definitiv besser als im Schokoladenmuseum in der Karibik. Zum Abschluss der Tour laufen wir zum Zuckerrohr. Unser Guide schneidet ein paar Stängel ab und jeder bekommt ein Stück zum darauf herumkauen.

Bild Weg durch das Zuckerrohr
Weg durch das Zuckerrohr

Die Zuckerrohrlimonade, die überall am Strassenrand verkauft wird, ist nichts anderes als ausgepresste Stängel von Zuckerrohr mit etwas Limettensaft.

Vom Zuckerrohrfeld geht es für die Kinder in einem bemalten Ochsenkarren zu einer Halle. In der werden die Ochsen in die Zuckerrohrpresse gespannt und müssen im Kreis laufen. So wurde das Zuckerrohr traditionell ausgepresst. Direkt daneben befindet sich die modernere Wassermühle zum Auspressen des Saftes. Auch sie bekommen wir im Einsatz vorgeführt. Der ausgepresste Saft wird eingekocht bis er sirupartig eingedickt ist. Dann muss er mit Holz ganz schnell gerührt werden. Dadurch bekommt er eine teigige Substanz. Dieser Teig wird in Formen gepackt. Nach dem Trocknen erinnert er uns an kleine Käse. Der so gewonnene Zucker schmeckt sehr fruchtig und hat eine grünliche Farbe.

Eingedickter Zuckerrohrsaft vor dem Rühren auf Don Juans Plantagen Tour in Monteverde, Costa Rica
Eingedickter Zuckerrohrsaft vor dem Rühren
Der Zuckerrohrbrei wird zum Trocknen in Formen gegeben. Don Juans Plantagen Tour in Costa Rica, Monteverde
Zuckerrohrbrei

Neben Kaffee gibt es am Ende der Tour von Rum bis zu selbstgemachten Limonaden und kleinen Stärkungen in Form von gefüllten Tortillas zum Probieren. Die Tour auf Don Juans Plantage können wir empfehlen.

The Original Canopy Tour Monteverde

Canopy, Ziplines – es gibt verschiedene Namen für das Vergnügen, an Seilen durch den Urwald zu fliegen. In Monteverde steht unter anderem die weltweit erste dieser Anlagen. Dank Nebensaison und morgendlicher Uhrzeit sind ausser uns noch keine Gäste da. Deshalb haben wir die drei Guides für uns allein. In der Hochsaison können es jedoch bis zu 40 Personen sein, die mit 3 Guides unterwegs sind. Das wollen wir uns gar nicht vorstellen.

Der Tarzan Swing

Unsere Tour beginnt mit einem 10-minütigen Gang über das Gelände und endet an einem Turm. Es stellt sich heraus, dass der sogenannte Tarzan Swing nicht von Baum zu Baum verläuft, sondern eher ein Pendel ist. Als wäre Tarzan im Dschungel gependelt. In einer Art Klettergurt wird man vom Turm katapultiert und dann schwingt man 20-25 m über dem Boden hin und her und hofft inständig, dass es endlich aufhört.

Gwen beginnt und findet es cool. Ich hatte gesagt, dass ich die nächste bin, und so stehe schon mit ziehendem Seil an der Brüstung des Turms als ich sehe, was der Tarzan Swing wirklich ist. Da ist es allerdings schon zu spät, um noch umzukehren. Am Ende dieser Erfahrung ist mir so übel und ich zittere so, dass ich kaum noch laufen kann. Der Rest der Familie verzichtet dankend. Nach dieser Erfahrung verzichten wir auch auf das Klettern in einem hohlen Baum, der von einer Würger-Feige umschlossen wurde.

Canopy

So geht es weiter zu den ersten Canopy Bahnen. Das Fahren macht Spass. Das Warten auf den schmalen Plattformen, die in bis zu 20m Höhe um die Stämme gebaut sind, bis man an der Reihe ist, ist unangenehm. Die Bäume bewegen sich im Wind. Dabei bewegen sich die Äste aber stärker als der Stamm, an dem die Plattform befestigt ist, was zu Seekrankheit führen kann.

Nach 7 Bahnen könnte man erstmals den Boden wieder erreichen. Die nächsten Bahnen von Baum zu Baum sind deutlich länger. Die längste Bahn überbrückt eine Distanz von 800 m. Je länger die Strecke, desto schwieriger wird es, denn jetzt kommt der Wind ins Spiel. Der Wind dreht einen, so dass man Rückwärts auf das Ziel fährt, was blöd für die Landung ist. Ein Guide fährt immer voraus und gibt Anweisungen, ab wann man mit dem Bremsen beginnen muss. Bremst man zu früh, schafft man es nicht auf die Plattform und muss sich kräftezehrend hinhangeln. Bremst man zu spät, ist die Landegeschwindigkeit zu hoch und die Verletzungsgefahr steigt.

Je nachdem wie viele Leute mit den Guides unterwegs sind, dauern die Touren länger oder nicht.

Wir verabschieden uns von den Nebelwäldern und verlassen die hügelige Gegend von Monteverde und fahren wieder in Richtung San José.
Bye, bye Monteverde

Abschied von Costa Rica

Mit diesem Abenteuer in Monteverde endet unser Costa Rica Aufenthalt. Es war abwechslungsreich:

Von Monteverde fahren wir zurück nach San José. Im Buena Vista Chic Hotel wird unser Auto wieder abgeholt. Am nächsten Morgen fahren wir mit dem Hotel-Shuttle die 9 km zum Flughafen. Dann heisst es bye bye Costa Rica – New York wir kommen.

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